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Wasserschaden in Doppelhaus


| 09.10.2017 10:14 |
Preis: 35,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Carsten Neumann


Zusammenfassung: Zur Haftung eines Grundeigentümers für Grund- und Niederschlagswasser, das von seinem Grundstück auf das Nachbargrundstück übertritt und dort Schäden verursacht


Ich benötige bitte eine Einschätzung zu folgendem Sachverhalt:

Person A hat vor kurzem eine Doppelhaushälfte gekauft. Die andere Seite der Doppelhaushälfte wird von Person B bewohnt. Ende Juli kam es durch Starkregen zu einem Wassereinbruch im Keller der Person A. Grund für den Schaden bei Person A war aufsteigendes Grundwasser, was durch einen Lichtschacht und das Kellerfenster eingedrungen ist. Person B hatte keinen offensichtlichen Wasserschaden durch den Starkregen.
Die Trocknung des Kellers wird von Person A für Oktober beauftragt. Im Oktober stellt Person B fest, dass sie ebenfalls Wasser im Keller hat. Der Grund für das Wasser im Keller bei Person B ist nicht klar. Baulich bedingt kann man aber nicht ausschließen, dass Wasser von einer Doppelhaushälfte in die andere Hälfte drückt.

Frage: Wie bewerten Sie die rechtliche Situation insbesondere von Person A und welche Pflichten bzw. Rechte bestehen zwischen A & B (z.B. Haftung, Schadensersatz, etc…)?
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach § 52 Abs. 1 des brandenburgischen Nachbarrechtsgesetzes muss der Eigentümer eines Grundstücks seine baulichen Anlagen so einrichten, dass Niederschlagswasser nicht auf das Nachbargrundstück tropft oder auf dieses abgeleitet wird und
Niederschlagswasser, das auf das eigene Grundstück tropft oder abgeleitet ist, nicht auf das Nachbargrundstück übertritt.

B kann also von A verlangen, dass er sicherstellt, dass kein Niederschlagswasser aus seinem Keller in die eigene DHH übertritt.

Verletzt A schuldhaft diese Verpflicht, kann B von ihm Schadenersatz verlangen (§ 823 Abs. 2 BGB).

Eine schuldhafte Pflichtverletzung setzt voraus, dass A vorsätzlich oder fahrlässig handelt. Dies wiederum setzt voraus, dass der Wasserübertritt für A vorhersehbar war, und dass A die Möglichkeit gehabt hätte, den Wasserübertritt zu verhindern.

Außerdem müsste B beweisen, dass das Wasser in seinem Keller tatsächlich vom Grundstück des A übergetreten ist.

Nach § 60 Abs. 1 des brandenburgisches Nachbarrechtsgesetzes darf der Eigentümer eines Grundstücks auf dessen Untergrund mit physikalischen oder chemischen Mitteln nicht in einer Weise einwirken, dass der Grundwasserspiegel steigt oder sinkt und dadurch auf einem Nachbargrundstück erhebliche Beeinträchtigungen hervorgerufen werden. Der Eigentümer eines Grundstücks ist allerdings nicht dafür haftbar, wenn aufsteigendes Grundwasser ohne sein Zutun auf das Nachbargrundstück eindringt. Dagegen muss der Nachbar selbst Schutzvorrichtungen treffen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2017 | 22:28

Sehr geehrter Herr Neumann, vielen Dank für Ihre sehr hilfreiche Antwort.
Erlauben Sie mir eine Nachfrage zur Voraussetzung einer schuldhaften Pflichtverletzung:

Person A hat am Tag nach dem Wassereinbruch das sichtbare Wasser im Keller sofort entfernt aber Mitte August festgestellt, dass sich Wasser unter dem Estrich befindet.

Ist Person A aus rechtlicher Sicht Fahrlässigkeit vorzuwerfen, wenn die Person (als Laie) nicht vorhergesehen hat, dass Wasser zwischen zwei Haushälften mit massiver Betonwand in den Nachbarkeller übertreten kann, bzw. wann liegt Fahrlässigkeit vor?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.10.2017 | 23:36

Sehr geehrter Fragesteller,

Fahrlässigkeit liegt vor, wenn die Möglichkeit des Schadeneintritts für einen Privatmann ohne besondere Baukenntnisse vorhersehbar war.

Wenn das Wasser unter dem Estrich verdeckt und nicht sichtbar war, und nur durch aufwändige Untersuchungen erkennbar war, liegt keine Fahrlässigkeit vor. Ob man wissen muss, dass stehendes Wasser durch ein massive Betonwand durchsickern kann, ist dagegen fraglich. Dies lässt sich in beide Richtungen vertreten.

Mit freundlichen Grüßen,

Carsten Neumann
Rechtsanwalt

info@advoc-neumann.de

Bewertung des Fragestellers 09.10.2017 | 23:50


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