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Wasserschaden im Fundamentbereich


15.02.2005 17:01 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrter Anwalt,

ich bin Besitzer einer Doppelhaushälfte. Nahe der Trennwand verläuft auf der Hausrückseite je eine Dachrinne. Die Ableitung des Regenwassers erfolgt unter den Häusern hindurch zur Kanali- sation in der Strasse. Bei Reinigungsarbeiten stellte ich im Sommer vergangenen Jahres einen kleinen Schaden in der Einleitung des Regenwassers in die unter das Haus führenden Rohre fest.

In Absprache mit der Nachbarin habe ich im Sommer 2004 auf beiden Hausseiten den Schaden selbst behoben. Bei einem anschließend durchgeführten Test leitete ich Wasser in beide Abflüsse ein. Dabei stellte ich fest, daß dieses Wasser nur auf unserer Haus- seite korrekt den Weg zum Kontrollschacht auf der Strasse findet. Bei der Nachbarin verschwindet das Wasser unter dem Haus, gelangt jedoch nicht bis in die Kanalisation. Es ist zu befürchten, daß das Wasser unter den Häusern verbleibt. Entsprechende Feucht- stellen sind in unseren Kellerräumen bereits zu beobachten.

Daraufhin habe ich der Nachbarin vorgeschlagen, zunächst mit ihr gemeinsam abzuklären, ob nicht vielleicht nur eine Verstopfung vorliegt. Ein Kontrollschacht in ihrem Keller würde dafür eine Möglichkeit bieten. Sie hat dies abgelehnt und bot an, einen ihr bekannten Gutachter einzuschalten. Darum übergab ich ihr im August eine Beschreibung der von mir festgestellten Tatsachen zur Weitergabe an diesen Gutachter.

Seither ist nichts geschehen. Bei einer Nachfrage hörte ich im Herbst, der Gutachter liege im Krankenhaus. Inzwischen hat die Nachbarin jedwede Kommunikation mit mir und auch meiner Frau eingestellt, obwohl wir früher eine fast freundschaftliche Beziehung hatten. Heute geht sie uns aus dem Wege, reagiert weder auf Anrufe (stets ist nur der Anrufbeantworter aktiv), beant- wortet keine Emails und hat auch nicht auf einen ganz neutralen und erneut Hilfsbereitschaft signalisierenden Weihnachtsbrief reagiert.

Welche Möglichkeiten habe ich aus rechtlicher Sicht, das Wasserproblem untersuchen und eingrenzen zu lassen, damit durch Gegenmaßnahmen eventuell zunehmende Fundament-Schäden an beiden Häusern vermieden werden können?

15.02.2005 | 17:46

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

ich gehe zunächst davon aus, dass sowohl Sie als auch Ihre Nachbarin jeweils Eigentümer ihres Hausgrundstücks sind (obwohl Sie "Besitzer" geschrieben hatten) und dass kein gemeinschaftliches Eigentum an gemeinsamen Flächen (z.B. Garten) besteht.

Daraus resultiert einerseits das rechtliche Problem, dass Sie nicht ohne Zustimmung der Nachbarin einen Gutachter auf bzw. unter deren Grundstück nach den Ursachen forschen lassen können.

Andererseits trifft jeden Grundstückseigentümer die sogenannte Verkehrssicherungspflicht, die besagt, dass er dafür sorgen muss, dass von seinem Grundstück keine Gefahren für andere ausgehen.

Nach Ihren Schilderungen gehe ich davon aus, dass die Möglichkeit, den Streit außergerichtlich beizulegen, nicht mehr besteht. Dennoch sollten Sie Ihre Nachbarin ein letztes Mal anschreiben und sie unter Fristsetzung auffordern, den von ihrem Grundstück ausgehenden Mangel zu beseitigen, den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen und bereits entstandene Schäden zu ersetzen. Gleichzeitig sollten Sie darauf hinweisen, dass durch eine gerichtliche Auseinandersetzung zusätzliche (ggf. unnötige) Kosten entstehen. Zudem müssen Sie gegebenenfalls noch ein Leben lang nebeneinander leben.

Wenn auch hierauf keine Reaktion erfolgt, so bleibt Ihnen lediglich die Möglichkeit der gerichtlichen Auseinandersetzung. Dies muss nicht unbedingt ein Klageverfahren sein, es besteht auch die Möglichkeit eines sogenannten selbständigen Beweisverfahrens.
Zudem ist bei den von Ihnen bereits beschriebenen Symptomen auch an ein Eilverfahren im einstweiligen Rechtschutz zu denken.

Spätestens hierzu sollten Sie einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens aufsuchen, der im Baurecht erfahren ist (vgl. www. spezialist - für - baurecht.de). Da für mich nicht erkennbar ist, in welchem Bundesland Sie sich befinden, muss ich Sie noch pauschal auf das dortige Nachbarrecht und ein eventuell vorgesehenes Schiedsverfahren hinweisen.

Soweit mein Vorschlag für das weitere Vorgehen unter (zwangsweiser) Einbeziehung der Gegenseite.

Daneben gäbe es natürlich noch die Möglichkeit, auf eigene Kosten einen Sachverständigen zu beauftragen. Dieser dürfte allerdings nur von ihrem Grundstück aus die Ursachen erforschen. Das halte ich für nicht zielführend. Wenn Sie einen Gutachter beauftragen, achten Sie darauf, dass es ein öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger ist.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Ihr
RA Fabian Sachse


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