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Wasserschaden durch Unwetter, Gebäudeversicherung verweigert Leistungen

| 21.06.2018 19:24 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


ich habe folgendes Problem, vor ein paar Wochen gab es bei uns ein extrem heftiges Unwetter wie wir es mit der Menge Regen noch nie hatten, mit Niederschlägen von 60Liter/m2 innerhalb einer Stunde. Dies hatte zur Folge, dass in meine Dachgeschosswohnung Wasser eingedrungen ist. Ein Teil kam übers Dach und hat die Wand durchnässt, ein anderer Teil kam über den Balkon unter der geschlossenen Türe unterhalb der Montageleiste des Türrahmens durch und ist zwischen Parkett und Estrich rein gelaufen und hat dann von unten durch die Parkettritzen nach oben gedrückt und den Parkett zerstört.
Ich habe eine Gebäudeversicherung für Sturm, Hagel und bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser. Die Versicherung argumentiert nun, es handle sich hierbei nicht um einen klassischen Sturm oder Wasserschaden, sondern um eine "Überschwemmung" im Dachgeschoss, und lehnt jegliche Art von Leistung ab. Ist sie damit tatsächlich im Recht? Ich bin davon ausgegangen, das der Wasserschaden in Folge eines Unwetter/Sturmes entstanden ist?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Leider liegt tatsächlich nach den Versicherungsbedingungen weder Sturm noch Hagel vor.

Die Definition von Sturm und Hagel sowie die Erläuterungen zum Versicherungsschutz finden sich in § 4 Nr. 2 VGB 2010 (1914). Bei Sturm handelt es sich demnach um „eine wetterbedingte Luftbewegung von mindestens Windstärke 8 nach Beaufort". Das entspricht einer Windgeschwindigkeit von mindestens 62 km/Stunde. In der Praxis ist die (vergangene) Windstärke für die meisten Orte nicht nachweisbar. Die Versicherungsbedingungen sehen deshalb die Möglichkeit einer Entschädigung auch ohne Windmessgerät vor, wenn der Versicherungsnehmer einen entsprechenden Nachweis erbringt.
Als wetterbedingte Luftbewegung gelten alle Arten von Stürmen, die in mitteleuropäischen Breitengraden mehr oder minder häufig vorkommen: Orkane, Windhosen und Tornados sind ausdrücklich versichert. Deshalb ist die erweiterte Nachweismöglichkeit besonders wichtig, weil z. B. Windhosen lokal sehr begrenzt auftreten und z. B. nur Schäden an einem einzigen Gebäude anrichten können.
Windstärke 8 wird den VGB nach auch dann unterstellt, wenn der beanstandete Schaden nur durch Sturm entstanden sein kann. Das Bedingungswerk nimmt dabei ausdrücklich Bezug auf den vorherigen, einwandfreien Zustand des Gebäudes.
Hagel ist den VGB definiert als „fester Witterungsniederschlag in Form von Eiskörnern". Für den Nachweis von Hagel gelten dieselben Bedingungen wie für den Nachweis eines Sturms. Als Hagel werden Eiskörner mit einem Durchmesser von mehr als 0,5 Zentimetern definiert (ist der Durchmesser geringer, handelt es sich um Graupel). Schäden durch Hagel sind auch versichert, wenn sie unabhängig von einem Sturm entstehen.
Der Versicherer zahlt für Schäden durch die direkte Einwirkung von Sturm und/oder Hagel auf versicherte Gebäude bzw. versicherte Sachen.

Wenn nur Niederschlag ohne Sturm und Hagel die Schadensursache sind, zahlt die Versicherung leider zu Recht nicht.

Bei dem Wasser handelt es sich leider auch nicht um Leitungswasser, das bestimmungswidrig ausgetreten ist.

Daher besteht leider nach Ihrer Schilderung kein Versicherungsschutz über die Gebäudeversicherung.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 22.06.2018 | 13:19

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"tja, ist nicht die Schuld des Anwaltes, aber ich denke man sollte sich eben genau überlegen ob und wofür man solche Rechtsdienste verwendet und was einem das wert ist und was es bringt/en kann. Ich habe das 2 mal gemacht, jedes mal waren 50 Euro weg und ein kurzer Satz, dass ich für meine Probleme keine rechtlichen Möglichkeiten habe. Ist eben wie eine Lotterie, ich habe 2 mal eingezahlt und 2 mal verloren. Aus meiner Sicht war es eben ein schlechtes Kosten/Nutzenverhältnis."
Stellungnahme vom Anwalt:
Sehr geehrter Fragesteller,

wir können keine Wünsche erfüllen, auch wenn wir das gerne würden. Wir können nur erläutern, wie die Rechtslage ist.
Natürlich sind Mandanten nicht begeistert, wenn Sie keine Ansprüche haben, aber es wäre wenig sinnvoll, eine Gefälligkeitsberatung vorzunehmen.

Beste Grüße
Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt
FRAGESTELLER 22.06.2018 3,4/5,0
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