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Wasserschaden durch Rohrbruch - Regenwasser oder Leitungswasser

17.09.2017 12:16 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ralf Hauser, LL.M.


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor ca. sechs Wochen kam es in Köln zu erheblichen Regenfällen. In unserem Haus (ca. 18 Parteien) kam es dabei zum Bruch eines Fallrohres im Keller. Das Fallrohr befindet sich im Kellerraum unserer Nachbarn. Durch die enormen Regenmengen wurde das Wasser auch in die Nachbarkeller, den Aufzugsschacht und die angrenzende Tiefgarage gedrückt. Das Wasser stand ca. 20cm hoch auch in unserem Keller und hat dort sämliche Möbel und teilweise Werkzeug zerstört. Schaden ca. 1500 Euro. Meine Frau und ich haben den ganzen Abend und den Folgetag (als fast einzige Nachbarn im Haus) die Garage leer gepumpt und mit einem Naßsauger den Keller getrocknet. Dabei kam u.a. raus, dass das Wasser aus der Tiefgarage nicht ablaufen konnte, weil ein Gulli dort verstopft war. (Der Schaden wäre sonst wahrscheinlich geringer ausgefallen).
Ich wollte meinen Schaden bei der Gebäudeversicherung der Eigentümergemeinschaft geltend machen. Diese teilte mir mit, dass sie nicht zuständig seien, ich solle mich an meine Hausratversicherung wenden. Meine Hausratversicherung lehnte die Reglierung des Schadens ab, da ich den Elementarschaden "Regenwasser" nicht im meiner Versicherung eingeschlossen hätte. Die Gebäudeversicherung erklärte wiederrum, dass der Schaden Ihrerseits nicht als Regenwasserschaden sondern als Leitungswasserschaden geführt werden würde und ich mich mit diesen Informationen an meine Hausratversicherung wenden solle.
Diese lehnte mit der gleichen Begründung erneut ab. Ich wendete mich an den Hausverwalter, dieser erklärte mir, dass er nichts dafür könne, dass ich so eine schlechte Hausratversicherung habe.
Mich interessiert daher folgendes:
- Besteht meinerseits ein Anspruch gegen die Eigentümergemeinschaft / Hausverwaltung bzw. Gebäudeversicherung oder meine Hausratversicherung
- Kann ich meinen persönlichen Aufwand zur Schadensminderung geltend machen (2 Personen à ca. 7 Stunden, plus Bereitstellen einer Pumpe und eines Naßsaugers) und in welcher Höhe ist eine Entschädigung angebracht?
- Wie hoch sind die Erfolgchance hier zu seiner Entschädigung zu kommen?
Eine Rechtschutzversicherung haben wir bisher nicht, wollen wir jedoch jetzt abschließen - gibt es Rechtschutzversicherungen die uns hier für den zurückliegenden Fall vertreten?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ansprüche gegen Ihre Hausratversicherung bestehen nicht. Generell sind in der Hausratversicherung lediglich Leitungswasserschäden versichert. Regenwasser zählt allerdings nicht zum Leitungswasser. Deshalb besteht auch innerhalb der Hausratversicherung kein Anspruch, wenn ein Rohr, welches Regenwasser führt, beschädigt ist und hierdurch Wasser in das Gebäude eindringt.

Dies ist lediglich anders, wenn Sie einen entsprechende Zusatzvereinbarung mit Ihrer Hausratversicherung geschlossen hätten, was nach Aussage Ihrer Hausratversicherung nicht der Fall ist.

Die Gebäudeversicherung könnte für den Schaden je nach Schadensursache und konkreter Versicherung eintrittspflichtig sein. Voraussetzung ist, dass die Gebäudeversicherung eine Elementarversicherung beinhaltet. Ist dies der Fall, müsste es sich um eine Überschwemmung handeln. Überschwemmung liegt vor, wenn das Grundstück durch starken Regen mit einer Wasserschicht bedeckt ist und dadurch Wasser in das Gebäude eintritt.

Sollte das Wasser ausschließlich durch das schadhafte Rohr eingedrungen sein, liegt keine Überschwemmung vor. Ist das Wasser allerdings durch die Wassermassen auch über das Grundstück in den Keller eingedrungen, läge eine Überschwemmung vor, so dass die Elementarversicherung für Ihre Schäden eintrittspflichtig wäre.

Sie schreiben allerdings, dass der Schaden geringer ausgefallen wäre, wenn der Gulli in der Tiefgarage nicht verstopft gewesen wäre. Die Hausverwaltung ist für den Zustand des Objektes laut Verwaltervertrag zuständig. Sofern die turnusmäßig notwendigen Reinigungsarbeiten bzw. Instandsetzungsarbeiten nicht ausgeführt worden sind, kann sich eine Haftung des Hausverwalters ergeben. Dieser wiederum wird eine entsprechende Versicherung abgeschlossen haben.

Ihren persönlichen Aufwand können Sie nicht geltend machen. Die Erfolgsaussichten eine Entschädigung zu bekommen hängen davon ab, inwieweit der Hausverwalter laut Verwaltervertrag für die Reinigung zuständig war. Ansprüche gegen Ihre Hausratversicherung bzw. die Gebäudeversicherung der Eigentümergemeinschaft können nach Ihrer Schilderung nicht erfolgsversprechend geltend gemacht werden.

Eine Rechtschutzversicherung tritt nicht für Versicherungsfälle, die in der Vergangenheit liegen, ein. Meistens besteht sogar eine Wartezeit.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2017 | 13:27

Herzlichen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort. Unklar geblieben ist für mich, wie es mit einem Anspruch gegen die Eigentümergemeinschaft aussieht. Immerhin ist der Schaden an meinem persönlichen Eigentum durch ein gebrochenes Rohr der Eigentümergemeinschaft entstanden (Ich denke an Fälle in denen im Winter Eisplatten vom Hausdächern auf Autos fallen). Hätte die Eigentümergemeinschaft nicht dafür sorgen müssen, dass das Rohr so stabil ist, dass es nicht zerstört wird?
Hinsichtlich meines persönlichen Aufwandes wollte ich noch nachfragen, ob mein persönlicher Einsatz (Abpumpen und Reinigung der Tiefgarage und Keller) - hier Gemeinschaftseigentum - im Zuge der Schadensminderung nicht schon als "Geschäftsführung ohne Auftrag" oder ähnliches behandelt werden müsste und sich hieraus ein Anspruch ableiten lässt. Über eine ergänzende Information würde ich mich sehr freuen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2017 | 13:38

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der außergewöhnlich straken Regenfälle wird die Eigentümergemeinschaft nicht in Haftung genommen werden können. Die Schadensursache ist dann durch höhere Gewalt eingetreten, so dass die Eigentümergemeinschaft hieran kein Verschulden trifft. Sie muss die Rohre nicht in der Weise in Stand halten, dass sie außergewöhnlich starken Regenfällen standhalten.

Sollten Sie durch Ihre persönliche Arbeit nicht nur Ihren Keller gereinigt haben, sondern auch umfangreich für die Eigentümergemeinschaft tätig geworden sein, könnte sich ein Anspruch auf Aufwendungsersatz Ihrerseits ergeben (auch-fremdes Geschäft). Sie müssen allerdings auch Fremdgeschäftsführungswillen gehabt haben. Ist dies der Fall, können Sie die üblichen Kosten für Ihre Reinigungstätigkeit gegenüber der Eigentümergemeinschaft aus GoA geltend machen.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Hauser, LL.M.
Rechtsanwalt

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