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Wasserschaden durch Mieter verursacht


28.12.2012 12:45 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi



Folgende Situation

1. Wir sind Mieter
2. Neubau (1 Jahr alt)
3. Neumodische Dusche mit (nicht üblichem) Ablauf
4. Haare bleiben auch wie in jedem anderen dort hängen
5. Wir reinigen den Ablauf, dass Sieb besteht aus 2 Teilen
6. Dem eigentlichen Sieb und einer Dichtung (die aber bestimmt jeder andere auch mit raus drehen würde) zumal sich diese auch per Hand raus drehen lies
7. Notiz: Die Dichtung ist fast unmöglich als solche erkennbar
8. Beim wiedereinsetzen des 2. Teils verkantet sich diese Dichtung
9. Wasser läuft (vermutlich über einen längeren Zeitraum) unter die Dusche

10. Es fällt auf als es durch die Decke tropft unter unserer Wohnung, dort ist natürlich alles feucht
11. In unserem eigenen Zimmer angrenzend an die Dusche entsteht Schimmel an der Wand

12. Notiz: Der Monteur der vom Vermieter zur Feststellung des Schadens gerufen wurde meinte dass es sich eher um einen Konstruktiosnfehler handel, da man diese Dichtung eigentlich nicht per Hand raus nehmen dürfte.
13. Notiz: Meine Freundin ist im siebten Monat schwanger (wir wollen natürlich den Schimmel schellstmöglich beseitigt haben)

Folgende Fragen/Sorgen hätte ich
a) Schuldfrage - Wie stehen die Wahrscheinlichkeiten dass wir wirklich nicht schuldig sind. Weil im Endeffekt haben wir das Sieb falsch eingesetzt?
b) Wenn wir schuld hätten, bezhalt diesen Fall die Haftpflichtversicherung oder könnte es Ärger geben
c) Welche Möglichkeiten haben wir um den Schimmel schnellstmöglich beseitigen zu lassen
d) Welchen Rat würden sie mir generell geben wie wir uns verhalten sollten
f) In welcher Schadenshöhe befinden sich solche (schlimmeren) Wasserschäden eher um die 20.000 oder eher um die 100.000 (wir haben natürlich eine gewisse Existenzangst, dass warum auch immer wir nachher alles bezahlen müssen). Ich frage weil unsere Haftpflichtversicherung nur bis 500.000 im Mietfall geht. Mir ist klar dass man das genau kaum sagen kann und es vom eigentlichen Schaden abhängt aber ich würde mich über Erfahrungswerte freuen.

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Inforamtionen im Rahmen einer ersten rechtlichen Beurteilung gern wie folgt beantworte:

1. Schuldfrage
Ausgehend davon, dass Sie die Dichtung nicht absichtlich falsch eingesetzt haben, wäre Ihnen wohl nur Fahrlässigkeit vorzuwerfen. Da Sie beschreiben, dass man die Dichtung kaum als solche erkennen konnte und Sie wohl diese erst erkannt haben, als es "zu spät" war, wird man Ihnen wohl auch nicht vorwerfen können, dass Sie grob fahrlässig gehandelt haben. Ein Verschulden kann man aber trotzdem nicht völlig ausschließen.
Nur wenn nachgewiesen werden könnte - und das wäre nur durch einen Sachverständigen möglich - dass es sich um einen reinen Konstruktionsfehler handelt, könnte Ihr Verschulden evtl. vollständig entfallen. Denkbar ist auch, dass Sie evtl. trotz eines Konstruktionsfehlers noch ein Teilverschulden dadurch trifft, dass Sie evtl. hätten erkennen können, dass sich das 2. Teil beim Wiedereinbau verkantet hat.

Es ist also insgesamt nicht auszuschließen, dass Sie ein Verschulden trifft. Wie hoch und schwerwiegend dies ist und ob ggf. vorrangig ein Konstruktionsfehler vorliegt, müsste wohl durch einen Sachverständigen abschließend geklärt werden.

2. Leistung der Haftpflichtversicherung / Schadenshöhe

Sofern der Schaden durch Sie verursacht wurde und keine andere Versicherung zuständig ist, wäre grundsätzlich die Eintrittspflicht Ihrer privaten Haftpflichtversicherung gegeben, soweit ein solches Risiko versichert ist. Sie sollten daher die Versicherung so schnell wie möglich informieren (u. U. mit dem Hinweis, dass die Schadensursache/Verschuldensfrage noch nicht geklärt ist). Die Versicherung selbst hätte dann nämlich selbst ein Interesse, zu prüfen, ob Sie tatsächlich ein Verschulden trifft und damit ein Versicherungsfall gegeben wäre.

Probleme gibt es vor allem dann, wenn Sie einen möglichen Versicherungsfall nicht oder erst zu spät melden würden oder Ihre Auskunfts- und Mitwirkungspflichten nicht einhalten. Es ist daher ratsam, die Sache schon jetzt mit der Versicherung abzuklären. Liegt ein Versicherungsfall vor, wird die Versicherung diesen Schäden im Normalfall auch regulieren.

Die Schadenshöhe lässt sich ohne Detailkenntnis natürlich kaum beziffern. Maßgeblich ist, welche Schäden genau entstanden sind und welche Instandsetzungsarbeiten dadurch notwendig sind. Müssen die Wände "nur" getrocknet und durch übliche Malerarbeiten in Stand gesetzt werden, werden die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben. Je nach Sanierungs-/Reparaturaufwand liegen bei einem mittleren bis größeren Wasserschaden die Beseitigungskosten sehr grob geschätzt zwischen 10.000 - 50.000 Euro. Die Kosten können natürlich auch höher liegen, wenn die Sanierung sehr aufwändig oder langwierig ist.

Die Versicherung wird konkrete Kostenvoranschläge anfordern. Auch Sie sollten unbedingt darauf bestehen, dass Ihnen die Kostenvoranschläge vorgelegt und ggf. Vergleichsangebote eingeholt werden. Es ist manchmal erstaunlich, welche Differenzen es zwischen unterschiedlichen Anbietern gibt.
Die Versicherungshöhe von 500.000 Euro sollte nach meiner Erfahrung im Normalfall gut ausreichen, um die Schäden zu beseitigen.

Bei der Schadensbezifferung ist ferner immer zu prüfen, ob es sich tatsächlich um ersatzfähige Positionen handelt, die unmittelbar mit dem Wasserschaden im Zusammenhang stehen.

3. Möglichkeiten zur Schimmelbeseitigung

Grundsätzlich ist für die Schimmelbeseitigung der Eigentümer/Vermieter zuständig. Sie sollten sich also schnellstmöglich mit dem Vermieter/Eigentümer in Verbindung setzen und die Schadensursache klären lassen. Sobald die Schadensursache und ggf. Ihre Haftung festgestellt ist, sollte die Regulierungszusage der Versicherung eingeholt werden. Sie sollten dem Vermieter deshalb deutlich machen, dass zügiges Handeln notwendig ist (auch im Hinblick auf die Schwangerschaft). Allerdings brauchen die "Formalitäten" wie Gutachten, Kostenvoranschläge etc. immer etwas Zeit. Es empfiehlt sich daher, auf die Dringklichkeit hinzuweisen und u. U. dem Vermieter angemessene Fristen zur Reaktion zu setzen. Wie lange es tatsächlich braucht, bis der Schimmel beseitigt wird, lässt sich leider nie genau vorhersagen. Es sollte aber möglich sein, dass die Sanierungsarbeiten innerhalb von zwei Wochen nach der Schadensbegutachtung und Zusage der Versicherung endgültig begonnen werden.

4. weiteres Vorgehen
Sie sollten jetzt unbedingt zügig mit dem Vermieter/Eigentümer klären, wie die Beseitigung des Schadens in den beiden Wohnungen abgewickelt wird. Der Vermieter wird u. U. auch erst einmal mit seiner Gebäudeversicherung klären müssen, ob es sich um einen Leitungswasserschaden handelt, der von dort reguliert werden würde.
Sie sollten mit dem Vermieter möglichst einen Zeit- und Fristenplan für die Begutachtungen, Einholung der Kostenvoranschläge etc. besprechen, damit die Arbeiten möglichst bald begonnen werden können.
Parallel dazu sollten Sie sich mit Ihrer Haftpflichtversicherung in Verbindung setzen, damit dort geprüft werden kann, ob ein Versicherungsfall vorliegt.
Erst wenn die Regulierungszusage der zuständigen Versicherung vorliegt, können die Aufträge verbindlich vergeben und die Sanierungsmaßnahmen begonnen werden.

Des weiteren sollten Sie sich auch mit dem Nachbarn in Verbindung setzen, damit er sich für die notwendigen Begutachtungen der Wohnungen bereit halten kann und damit er ggf. seine Hausratversicherung informieren kann.

Wichtig ist, dass eine möglichst reibungslose Informationsweitergabe zwischen Ihnen und dem Vermieter und der jeweiligen Versicherung besteht, damit alle notwendigen Dinge zeitnah geklärt und vorbereitet werden können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort weiterhelfen und wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin
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