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Wasserschaden durch Flusensiebentleerung

25.11.2013 14:11 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


Guten Tag,

ich habe beim Leeren des Flusensiebs unserer Waschmaschine das Büro meines Vermieters, das unter unserer WG liegt, unter Wasser gesetzt.

Die Waschmaschine lief nicht mehr, daher haben wir zu zweit das Sieb geleert, dabei haben wir es nicht geschafft, zu vermeiden, dass eine nicht unwesentliche Menge Wasser auslief. Kurz darauf hat mich mein Vermieterauf Wasserflecken in seinem Büro angesprochen. Eine Woche später entdeckte ich eine Pfütze unter der Waschmaschine und stellte fest, dass der Verschluss des Flusensiebs nicht richtig zugedreht war. Der Wasserschaden wurde dadurch noch viel größer. Das Wasser ist nur tröpfchenweise ausgetreten, und zwar hinter der Verkleidung der Waschmaschine, so dass es nicht sichtbar war.

Ich habe den Fall meiner Haftpflichtversicherung gemeldet und habe dazu 2 Fragen.

1. Die Versicherung verlangt Fotos vom Boden des Waschmaschinenstandorts. Inwieweit kann die Kostenübernahme durch die Versicherung vom Fußbodenbelag abhängen?

2. Ist das zweite Austreten von Wasser grob fahrlässig? Wäre es unter umständen klüger, den kompletten Schaden auf den wasseraustriitt während der Siebreinigung zu schieben?

Viele Grüße.


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Sehr geehrte(r) Ratsuchend(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung beantworten möchte. Bitte beachten Sie, dass diese Beratung eine tiefergehende anwaltliche Prüfung nicht ersetzen kann oder soll. Durch das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen, mögen diese zunächst auch unwesentlich scheinen, kann sich die rechtliche Beurteilung u. U. noch drastisch verändern.

Frage 1)
Die Versicherung prüft im Rahmen der Einstandspflicht auch, ob der Schaden, wie er von dem Geschädigten beschrieben wird, tatsächlich so entstanden sein kann. Dazu ist es auch notwendig zu wissen, durch welche Art Boden das Wasser gesickert ist. Verschiedene Bodenbelege sind unterschiedlich durchlässig bzw. es braucht u. U. länger, bis ein Schaden sichtbar wird. Insoweit ist es nicht ungewöhnlich, dass nach der Beschaffenheit des Fußbodens gefragt wird und entsprechende Lichtbilder angefordert werden.

Frage 2)
Eine grobe Fahrlässigkeit kann ich nach Ihrer Schilderung noch nicht ohne weiteres erkennen. Eine grobe Fahrlässigkeit würde bedeuten, dass Sie die üblichen Vorsichtsmaßnahmen und Sorgfaltspflichten, die jedem bekannt und einleuchtend gewesen wären, besonders gröb außer Acht gelassen hätte. Ggf. hätte man den korrekten Einsatz des Flusensiebs noch einmal prüfen können/müssen. War es aber nicht sofort erkennbar, dass das Flusensieb nicht richtig zugedreht war (Flusensieb hing nicht schief, war nicht ungewöhnlich lose, zunächst kein Wasseraustritt)ist es aber fraglich, wie weit man hier eine Kontrollpflicht ziehen kann.

Darüber hinaus wäre noch zu klären, ob der Wasserschaden tatsächlich nur durch den weiteren Wasseraustritt vergrößert wurde oder ob es sich nicht auch noch um Nachwirkungen des ersten Austritts handelte, die erst im Laufe der Zeit vollends sichtbar wurden.

Nach meiner Ersteinschätzung würde ich aufgrund Ihrer Angaben wegen des Flusensiebs eher noch zu einer normalen Fahrlässigkeit tendieren. Maßgeblich sind hier aber letztlich die genauen Umstände und die genaue Konstruktion des Flusensiebs, so dass sich die Einschätzung u. U. noch zur Annahme einer groben Fahrlässigkeit wandeln könnte.

Auf keinen Fall sollten Sie eine schon gemachte Schadensanzeige nachträglich verändern oder mögliche (nachweisbare) Schadensursachen unterdrücken. Dies führt nur zu vermeidbaren und offenkundigen Widersprüchen, die sich dann für Sie nachteilig auswirken würden. Bleiben Sie bei dem, was Sie der Versicherung schon mitgeteilt haben. Schlimmstenfalls könnte auch das festgestellte Schadensbild in dem Büro Ihres Vermieters gegen eine "manipulierte" Schadensmitteilung sprechen.

Sie sollten daher wahrheitsgemäße Angaben gegenüber der Versicherung machen und alles, was zur Prüfung der Schadensregulierung notwendig ist, bei der Versicherung vorlegen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit einer Antwort weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin


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