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Wasserschaden durch Dachterrasse über Wohnung

| 12. Juni 2021 09:48 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


12:03

Guten Tag,
wir sind Eigentümer in einem Mehrfamilienhaus. In einem unserer Zimmer ist ein Wasserschaden durch durchlaufendes Wasser von der Dachterrasse der über uns liegenden Wohnung bei einem Starkregen entstanden. Die Hausverwaltung weigert sich im Namen der Eigentümergemeinschaft den Schaden zu ersetzen, die Eigentümerin der Wohnung mit der Dachterrasse über uns ebenfalls. Die Terrasse ist nicht überall überdacht, ist also sozusagen auch ein Teil des Daches des Hauses.
Auch hat es eine Woche gedauert, bis sich die Hausverwaltung mit einem Handwerker um die Sache gekümmert hat, obwohl es bei uns in der Wohnung schon getropft hat, also sozusagen Gefahr in Verzug war.
Für uns ist die Sache klar, aber es wäre schön, wenn wir hier Argumente an die Hand geliefert bekommen könnten. Teilungserklärung und weitere Infos, die vielleicht noch fehlen, gerne auf Nachfrage.
Vielen Dank und viele Grüße

Einsatz editiert am 12.06.2021 10:21:10

Einsatz editiert am 12.06.2021 10:44:57

12. Juni 2021 | 11:09

Antwort

von


(622)
Gisselberger Str. 47A
35037 Marburg
Tel: 06421-6977248
Tel: 01764-5636963
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Sehr geehrter Fragesteller,

hier ist zunächst einmal die genaue Ursache des Wassereintritts zu klären, denn hiervon hängt ab, wer möglicherweise haftet und auch, ob sogar die Gebäudeversicherung einspringt.

Es macht einen Unterschied, ob das Wasser aufgrund eines starken Unwetters eingedrungen ist (allgemeines Risiko) oder weil Instandhaltungspflichten verletzt wurden.

Grundsätzlich wird auch zu überprüfen sein, ob der Schaden ursprünglich vom
Gemeinschaftseigentum ausging oder eher vom Sondereigentum.

Nach Ihrer Schilderung handelte es sich um durchlaufendes Wasser von der Dachterasse.

Wenn die Dachterrasse als mittragendes Bauelement dem Gemeinschaftseigentum zuzuordnen ist, dann haftet hier die Eigentümergemeinschaft, entweder schon aus allgemeinem Risiko oder eben, weil eine Instandhaltungsmaßnahme verletzt wurde.

Ist die Dachterrasse dem Sondereigentum zuzuordnen, haftet der Sondereigentümer, aber eben nur dann, wenn er eine Instandhaltungspflicht verletzt hat.

Die Gebäudeversicherung wird schauen, ob es eine zusätzliche Versicherung für Elementarschäden gibt.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 12. Juni 2021 | 11:31

Hallo, eine Rückfrage noch: Angenommen, der Schaden geht vom Sondereigentum aus. Wie kann ich beweisen, dass der Eigentümer seiner Instandhaltungspflicht nicht nachgekommen ist? Ist es nicht schon dadurch bewiesen, dass Wasser durch die Decke kam, somit die Terrasse nicht so dicht ist, wie es sich für einen Teil des Daches gehört? Danke und viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12. Juni 2021 | 12:03

Sehr geehrter Fragesteller,

dieser Beweis ist nicht allein durch den Schaden selbst belegt.

Wenn der Regen so stark war, dass eine herkömmliche Terrasse dem nicht mehr stand hielt, dann können Sie nicht automatisch von einer Pflichtverletzung ausgehen.

Beweisen könnte man dies durch ein Sachverständigengutachten, was auch im Rahmen eines sogenannten selbständigen Beweisverfahrens eingeholt werden könnte.

Hier müsste dann innerhalb dieses Verfahrens der andere Sondereigentümer eine Begehung seiner Terrasse für den Sachverständigen dulden.

Unter Umständen liegen sogar (bislang unerkannte) Mängel bauseits vor, dann könnte daran zu denken sein, den Bauträger hier in die Haftung zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 12. Juni 2021 | 12:17

…um zum Verständnis dies einmal für Sie noch zu verdeutlichen:

Mit dem Sondereigentümer verbindet Sie nichts außer der Teilungserklärung. Insofern müssen Sie bei einem Schadenseintritt beweisen, wer dafür verantwortlich ist.

Zwar gibt es auch im Mängelrecht die Figur des Beweis des ersten Anscheins, dieser ist aber leicht widerlegbar, weil der andere Sondereigentümer dann nur belegen müsste, dass die Terrasse nach üblichen Standarts errichtet wurde.

Dagegen wäre es in einem Mietverhältnis anders, hier verbindet den Vermieter mit dem Mieter ein Vertrag, aus dem der Vermieter die Gebrauchstauglichkeit gewährleisten muss.

Eine solche Sonderbeziehung besteht unter zwei voneinander unabhängigen Eigentümern aber gerade nicht.

Hier muss immer derjenige, der dem anderen eine Schädigung vorwirft, diese in Grund und Höhe auch beweisen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Wilke

Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 12. Juni 2021 | 12:22

…siehe hierzu anschaulich auch

LG Dortmund, Urteil vom 05.04.2006 - 3 O 566/03

Bewertung des Fragestellers 12. Juni 2021 | 11:20

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