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Wasserschaden beim Nachbarn/Bau- und Versicherungsrecht

10.05.2015 15:10 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von


19:13



Sehr geehrte Rechtsanwältin!
Sehr geehrter Rechtsanwalt!


Ich habe eine Privathaftpflichtversicherung.

Nun hat sich folgendes ereignet:

Mein verstorbener Ehemann und ich haben in 1979 ein 2-geschossiges Wohnhaus [in dem ich (64 Jahre alt) nunmehr seit dem Tod meines Ehemannes alleine wohne] gebaut, und zwar wurde mit Genehmigung des damaligen Nachbarn unser unterirdischer Tankraum unmittelbar an das Wohngebäude des Nachbarn gebaut.
Auf dem Tankraum befindet sich unsere, kaum benutzte Dachterrasse. Das Wohngebäude des Nachbarn ragt an der Seite der Dachterrasse ca. 80 cm über unsere Dachterrasse hinaus.
Information: Beide Häuser liegen am Hang, d.h. ich wohne unterhalb des Nachbarn.

Im Anschluss an unseren Tankraum unten hört die Mauer aus Kalksandstein des Wohngebäudes vom Nachbarn nicht auf, sondern verläuft noch weiter in Richtung Garten, und zwar noch ca. 2 Meter. Dieser Teil der Mauer wurde von uns nie benutzt.
Ich nenne diesen Teil im Rest des Textes: „der untere Bereich der Mauer".
Am 10. April meldete nunmehr mein Nachbar mir einen Wasserschaden, und zwar genau im unteren Bereich dieser Mauer.
Er meinte, dass meine Regentonne, die sich unten in der Nähe der Mauer befand, übergelaufen sei und den Schaden verursacht hätte. Ich meldete diesen Schaden meiner Privathaftpflichtversicherung. Als der Versicherungsagent kam, meinte dieser, dass nicht die Regentonne, sondern meine Regenrinne an der Dachterrasse und den abgeschlagenen Putz auf dem unteren Bereich der Mauer des Nachbarn schuld sei. Angeblich soll das Regenwasser über die Rinne gelaufen und an die Mauer des Nachbarn hinunter geflossen sein. Er demonstrierte dies anhand eines Bechers gefüllt mit Wasser, das er mit Schwung Richtung Regenrinne beförderte.

Am nächsten Tag kam der Versicherungsagent wieder und meinte, dass die Versicherung nicht für den Schaden aufkommen würde, da ich diesen besagten Putz wieder neu hätte anbringen müssen.

Als wir gebaut haben, haben wir damals mit Genehmigung des Nachbarn diesen unteren Bereich der Mauer, die aus Kalksandstein besteht, sowie den Bereich der Kalksandsteinmauer an der Seite der Dachterrasse (80 cm hoch) auf unsere Kosten verputzen lassen, damit unser Wohnhaus einheitlich aussah. Unser Wohnhaus selbst war mit Hilfe von Porotonsteinen gebaut worden und wurde mit dem gleichen Putz verputzt.
Im Laufe der Zeit hat sich aber dieser Putz im unteren Bereich der Mauer gelöst und wurde von meinem Mann irgendwann – bestimmt vor 17 – 18 Jahren – größtenteils abgemacht und dann nicht mehr weiter behandelt. Den Rest, der noch im oberen Bereich dieser Mauer dran war, habe ich jedoch dann vor etwa 6 Jahren von einem Bekannten abklopfen lassen, damit die Mauer einheitlich aussehen (heute bin ich 64 Jahre alt und lebe alleine im Haus) würde. Ich hatte eigentlich vor, diese Mauer anzustreichen, was ich jedoch unterlassen habe.

Frage: Greift in solch einem Fall nicht meine Haftpflichtversicherung?
Falls nein: Falls ich somit alleine die Kosten für die Regulierung des Schadens tragen muss, kann der Nachbar dann von mir verlangen, dass ich den Betrag des durch einen Dritten erstellten Kostenvoranschlages bezahle oder kann ich fordern, dass er den Schaden von einer von mir genehmigten Fachfirma oder von einem von mir ernannten Handwerker beheben lässt und ich nach Vorlage der Rechnung diese begleiche?

Weiterhin sei hier noch folgendes anzumerken: Dieses Stück Mauer befindet sich zwar unmittelbar an der Grenze zu meinem Grundstück, doch vollständig auf dem Grundstück des Nachbarn, der Hauseigentümer ist.

Frage: Steht die Mauer damit im Alleineigentum des Nachbarn und obliegt ihm somit die alleinige Unterhaltungspflicht? Falls ja, hätte er nicht die Mauer in Ordnung halten müssen?
Gilt dies auch für die herausragende Mauer an der Seite der Dachterrasse?

Nachdem der Versicherungsagent sich verabschiedet hatte, hat mein Nachbar, der sehr unangenehm ist, mich dazu „verdonnert", meinen Balkon zu sanieren, was ich tat. Ich war mit der ganzen Situation überfordert. Mich hat bis jetzt die Sanierung (neue Teerpappe) schon knapp 2.000 Euro gekostet. Wenn ich den Balkon so in den Zustand versetzen will, wie er ursprünglich war, wird mich das nochmals 2.000 Euro kosten. Der Balkon war aber in Ordnung. Der Dachdecker, ein Bekannter von mir, meinte, dass die Regentonne schuld sei. Leider kann er dies nicht schriftlich bestätigen, da er die Arbeiten als Freundschaftsdienst geleistet hat.
Der Schaden beim Nachbar wurde vom Nachbarn ebenfalls mit 2.000 Euro beziffert.
Frage: Könnte man die Sanierung meines Balkons als Aufwendung zur Minderung des Schadens einstufen?

Ich habe mich beim Vorstand der Versicherung beschwert und dieser hat nunmehr einen Sachverständigen beauftragt, um sich die Sache anzuschauen. Es ist natürlich jetzt ungeschickt, da ich den Balkon saniert habe. Ich habe aber noch die Rinne und den Bauschutt in der Garage liegen.

Für die Bearbeitung meines Anliegens bedanke ich mich im Voraus.



10.05.2015 | 15:51

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1.
Die Versicherung kann ohne weitere Aufklärung - was jetzt geschehen soll - die Regulierung nicht verweigern.

Dass die Regenrinne und die Verputzung bzw. deren Mangel ursächlich sind, steht nicht fest.

Aber auch eine Gefahrerhöhung durch ein Unterlassen im Hinblick auf die Regenrinne und die Verputzung bzw. deren Mangel kann nicht zum Leistungsausschluss führen, es sei denn man müsste zu Ihren Ungunsten da grobe Fahrlässigkeit annehmen, was ich hier aber nicht erkennen kann.

2.
Zur Mauer:
Da kommt es in Bezug auf die Unterhaltsverpflichtung auf die Absprache von Ihnen (Ihrem Ehemann damals) und dem Nachbarn an.

Ist das nicht geregelt, so gilt:
Zu den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks gehören die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen, wie hier also die Mauer.

Damit bezieht sich auch das Eigentum an der Mauer darauf.

3.
Zu Ihrer Frage: Könnte man die Sanierung des Balkons als Aufwendung zur Minderung des Schadens einstufen?

Das ist nicht zwingend daraus zu schließen und wäre von der Versicherung im Nachhinein zu regulieren.

Das war aber weder ein Schuldanerkenntnis noch ein sonstiger Umstand, der dazu führt, dass die Versicherung nicht haften müsste.

Vor diesem Hintergrund ist mittels des Sachverständigen der genaue Schadenshintergrund zu ermitteln.

Anzeichen dafür, dass die Versicherung nicht haften muss, sehe ich hier nicht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Daniel Hesterberg

Rückfrage vom Fragesteller 10.05.2015 | 16:12

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Hesterberg,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Leider haben Sie noch eine Sache unbeantwortet gelassen, und zwar was nach "Falls nein: " kommt.
Das ist für mich wichtig, für den Fall, dass die Versicherung den Schaden nicht reguliert.


Frage: Greift in solch einem Fall nicht meine Haftpflichtversicherung?
Falls nein: Falls ich somit alleine die Kosten für die Regulierung des Schadens tragen muss, kann der Nachbar dann von mir verlangen, dass ich den Betrag des durch einen Dritten erstellten Kostenvoranschlages bezahle oder kann ich fordern, dass er den Schaden von einer von mir genehmigten Fachfirma oder von einem von mir ernannten Handwerker beheben lässt und ich nach Vorlage der Rechnung diese begleiche?

Vielen Dank im Voraus

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 10.05.2015 | 19:13

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen gerne wie folgt (entschuldigen Sie - das hatte ich in der Tat vergessen):

Ein Ausschluss der Versicherungsleistung sehe ich nicht, sie hat das aller Voraussicht zu regulieren.

Der Schädiger (in dem Fall Sie) bestimmt selbst, wie und durch wen er Schadensersatz leistet. Der Geschädigte kann nicht verlangen, dass die Reparatur durch eine bestimmte Person erfolgt.

Der Nachbar könnte also nichts einfordern, sondern Sie können die Firma bestimmen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

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