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Wasserschaden aufgrund Abfluss im Keller

05.06.2018 15:19 |
Preis: 40,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

folgendes Problem:

Wir wohnen in einem Mehrfamilienhaus (Altbau)
Aufgrund eines sintflutartigen Regenfalls kam aus dem Abfluss im Keller Wasser. Ob der Abfluss verstopft war oder einfach der starke Regen die Überschwemmung aus dem Abfluss verursacht hat ist uns unbekannt. Der Keller stand mithin unter Wasser. Dadurch wurde nur unsere Waschmaschine beschädigt bzw. Ist nicht mehr funktionsfähig.

Wir haben KEINE Hausrat und Haftpflichtversicherung oder sonst irgendeine Versicherung.

Kriegen wir die Kosten vom Vermieter für die Waschmaschine ersetzt?

Oder (nach meiner Recherche) kommt lediglich eine Mietminderung in Betracht? WOBEI das Wasser haben wir gemeinsam mit dem Nachbar entfernt. Und bis heute kam niemand wegen Trockenarbeiten vorbei. Diese Feuchtigkeit kann doch Schimmel verursachen oder nicht? Der Vermieter hat vom Wasserschaden Kenntnis.

1. kriegen wir die kosten für unsere Waschmaschine ersetzt? Gibt es dafür eine Entscheidung o. Ä. ?

2. wie hoch ist der aktuelle Prozentsatz für eine Mietminderung? Wie wird ein Mietminderung berechnet? gibt es eine Entscheidung hierzu o. Ä.???

Einsatz editiert am 05.06.2018 17:57:01
05.06.2018 | 21:05

Antwort

von


(182)
Saalestraße 20
63667 Nidda
Tel: 06043 801 59 60
Web: http://ra-krueckemeyer.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage auf Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben. Bitte beachten Sie dass schon geringe Abweichungen im Sachverhalt zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen können.

Ein Anspruch des Mieters auf Schadensersatz der durch einen Wasserschaden verursachten Schäden setzt ein Verschulden des Vermieters voraus. Dies setzt voraus, dass sich der Vermieter ein Fehlverhalten hinsichtlich der Schadensentstehung vorwerfen lassen muss. In ihrem Fall dürfte schon fraglich sein ob Ihrem Vermieter ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Bei den starken Regenfällen handelt es sich um nicht vorhersehbare Unglücksfälle die nicht von Vermieter zu vertreten sind. Ein Schadensersatz kommt also nur in Betracht wenn die Rohre verstopft waren und der Vermieter dies auch wusste oder hätte wissen müssen.

Sie haben jedoch einen Anspruch auf Beseitigung der durch einen Wasserschaden entstandenen Schäden an der Mietsache. Insbesondere müssen Wände so getrocknet werden, dass daraus kein Gesundheitsrisiko für die Hausbewohner resultiert. Im Zweifel würde hier gutachterliche festzustellen sein welche Maßnahmen notwendig und geeignet sind.

Ein Wasserschaden kann aber zu Mietminderungsansprüchen führen. Die Minderungsansprüche sind verschuldensunabhängig.

Die absolute Höhe der Minderung ist auf Grund der Umstände des Einzelfalls zu bemessen. Bei mehreren Trocknungsgeräten die die Wohnung faktisch unnutzbar machten wurde schon eine Minderung von 80 Prozent akzeptiert. In anderen Fällen wird bei leichtem Schimmelbefall von einer Minderung von etwa 10 Prozent ausgegangen. Einzelne Trocknungsgeräte die keine Beeinträchtigung der Nachtruhe darstellen, wird teilweise davon ausgegangen,dass der Vermieter diese zu dulden hat.

Sie sollten Ihren Vermieter auffordern den Wasserschaden zu beseitigen (bzw. die Folgen). Weigert er sich, sollten Sie die Miete nicht mindern sondern zurückbehalten bis der Schaden behoben ist. Hier hat sich eine Zurückbehaltung von 20 Prozent bewährt. Zeigt der Vermieter hierauf keine Reaktion sollten Sie über eine anwaltliche Vertretung nachdenken.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend beantwortet zu haben. sollte dies nicht der Fall sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 05.06.2018 | 23:09

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Krueckemeyer,

vielen Dank für die Antwort. Jedoch hatte ich ja geschrieben das der Wasserschaden im Keller und nicht in der Wohnung entstanden ist. Besteht trotzdem ein Zurückbehaltungsrecht von 20%? Meinen Sie von der Kaltmiete 20% ? Wo kann ich das nachlesen? Haben Sie eine Entscheidung o. ä. hierrüber?

Und ich hatte ja geschrieben dass wir das Wasser bereits entsorgt haben. Daher kann ich den Vermieter nicht mehr zur Beseitigung auffordern höchstens dass Trockenarbeiten durchgeführt werden sollen.

Also ich schreibe den Vermieter an und
1. fordere ihn auf, jemanden zu schicken der sich den keller anschauen soll und die tatsächliche ursache feststellen soll sowie wegen den trockenarbeiten

2. Androhung der mietminderung bzw Zurückbehaltungsrecht wenn niemand kommt

Ich bitte höflich um Beantwortung der obigen Fragen

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2018 | 23:40

Sehr geehrter Fragesteller,

Vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Die gemeinsam mitbenutzen Kellerräume (Gemeinschaftsräume) sind Teil der Mietwohnung. Ich bitte dieses sprachlich/juristische Missverständnis zu entschuldigen.

Sowohl Minderung als auch Zurückbehaltung gehen stets von der Warmmiete aus (BGH Wum 2005, 573).

Beseitigt werden soll nicht das Wasser sondern der Mangel an der Mietsache. Dieser Mangel ist in der Feuchtigkeit in den Wänden zu sehen. Durch den Kapillareffekt steigt das Wasser in den Wänden nach oben und kann auch in höher gelegenen Wohnungen zu einem Wasserschaden führen.

Ich hoffe, die sprachlichen Unklarheiten könnten durch diese Antwort beseitigt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, kontaktieren Sie mich bitte via E-Mail. Wir werden dann dafür sorgen, dass die Antwort so umfassend ausfällt wie Sie es erwarten können.

Das von Ihnen aufgeführte Vorgehen halte ich für zielführend. Sie können die Zurückbehaltung auch direkt mit der Aufforderung zur Beseitigung (Trocknung) androhen.

Mit freundlichen Grüßen

Krueckemeyer
Rechtsanwalt


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