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Wasserschaden am Parkett


06.09.2007 17:45 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Beim Auszug aus meiner Wohnung stellte ich einen Wasserschaden am Parkett fest, der durch einen Blumentopf verursacht wurde, fest. Bei der Wohnungsübergabe wurde dieser Schaden in das Übernahmeprotokoll aufgenommen und im Protokoll zusätzlich handschriftlich aufgenommen, dass der Schaden von der Mieterin zu beseitigen ist. Der Makler, mit dem der Übergabetermin stattfand, teilte mit, dass er das Protokoll an den Vermieter übergeben wird und dieser sich wegen des Schadens mit mir in Verbindung setzen würde.

Mit dem Vermieter hatte ich zuvor schriftlich vereinbart, dass mit die hälftige Miete für den Monat zurückgezahlt werde, da die Wohnung bereits zum 15. des Monats wieder vermietet wurde.

Erst nach zweimaliger schriftlicher Aufforderung zur Rückzahlung der anteiligen Monatsmiete teilte mir der Vermieter mit, dass eine Rückzahlung wegen des Schadens nicht möglich sei und ein Handwerker bereits beauftragt worden sei. Der Handwerker habe festgestellt, dass ein kompletter Austausch des Parketts notwendig sei. Hierzu ist anzumerken, dass der Wasserschaden höchstens 40x40cm auf einer Fläche von 25qm betrug. Meiner mehrfachen Aufforderung auf Zusendung des Kostenvoranschlags und eines Gutachtens erfolgte keine Reaktion, ebenso nicht auf meinen Hinweis, dass mit dem Makler besprochen wurde, dass er mich kontaktieren würde und darüber hinaus im Übergabeprotokoll vereinbart wurde, dass der SChaden von mir zu beseitigen sei.

Meine Haftpflichtversicherung hat in der Zwischenzeit eine Übernahme der Kosten abgelehnt. Von meiner Versicherung habe ich in der Zwischenzeit die Kostenveranschläge erhalten. Interessant hierbei ist, dass der Handwerker, nachdem meine Versicherung Kontakt aufgenommen hat, einen zweiten Kostenvoranschlag erstellte, der zudem einen Austausch des Parketts im Schlafzimmer vorsieht. (Höhe € 3.200,-, erstes Gutachten € 2.000,-)

Vom Vermieter habe ich ebenfalls noch keine Information erhalten, ob und wann die Nachmieterin eingezogen ist sowie einen Nachweis über die ordnungsgemäße Anlage meiner Kaution und den aktuellen Stand.

Ich bin vor einem Monat aus der Wohnung ausgezogen.

Meine Fragen:

1. Welche Auskunftsansprüche habe ich gegenüber meinem Vermieter und wie kann ich diese gerichtlich geltend machen? Insbesondere interessiert mich, ob ich einen Mahnbescheid wegen der Rückzahlung der Miete erwirken soll? Mit ist wegen des Schweigens meines Vermieters nicht bekannt, wie weit die Arbeiten sind, ob diese durchgeführt wurden bzw. werden und wann die Mieterin eingezogen ist.

2. War der Vermieter aufgrund meiner (leider nur mündlichen)Absprache mit dem Makler und der schriftlichen Vereinbarung im Übernahmeprotokoll zur Beseitigung des Schadens durch mich berechtigt, ohne mein Wissen einen Handwerker zu beauftragen?

3. Ist der Vermieter berechtigt, das Parkett komplett auszutauschen, vor allem, da diese Maßnahme unverhältnismäßig ist? Welche Voraussetzungen müssen für eine solche Maßnahme gegeben sein? Wie hoch ist der von mir ggf. zu tragende Anteil nach dem "alt für neu" Prinzip?
Das Parkett wurde vor meinem Einzug vor 6,5 Jahren abgeschliffen und versiegelt. Im damaligen Übernahmeprotokoll wurde vermerkt, dass das Parkett trotzdem noch Gebrauchsspuren aufweist?

4. Welche Möglichkeiten bestehen, gerichtlich gegen meinen Vermieter vorzugehen?
06.09.2007 | 19:01

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Von einem Mahnbescheid kann ich Ihnen momentan nur abraten, weil der Vermieter gegebenenfalls einen Aufrechnungsanspruch aufgrund der Schäden am Parkett hat.
2.Zunächst sollten Sie den Vermieter schriftlich dazu auffordern, Ihnen die Gelegenheit zur Beseitigung des Mangels zu geben. Da Sie den Schaden verursacht haben, sollten Sie unbedingt ein eigenes Gutachten in Auftrag geben. Leider ist es nicht so, dass Sie die Schäden selbst beseitigen dürfen (anders als bei Schönheitsreparaturen, die Sie selbst durchführen dürfen bzw. in Auftrag geben dürfen). Denn hier geht es um einen Schaden am Eigentum des Vermieters (§ 280 Abs. 1, 3 535). Er ist nicht verpflichtet, den von Ihnen vorgeschlagenen Handwerker zu beauftragen, wenn er Zweifel daran hat, dass dieser die Arbeit korrekt durchführt.
3.Da nun die Gefahr besteht, dass bereits Tatsachen geschaffen werden, müssen Sie schnell handeln. Sie sollten einen Rechtsanwalt mit Schwerpunkt Mietrecht (Fachanwalt Mietrecht) aufsuchen und mit ihm ein so genanntes Beweissicherungsverfahren anstrengen. Vorher kann der Rechtsanwalt versuchen, mit dem Vermieter direkt Kontakt aufzunehmen, um den Schaden ohne gerichtliche Hilfe feststellen zu können. Wenn bereits neues Parkett verlegt wurde, wird es schwierig, nachzuweisen, dass ein Austausch der Gesamtfläche unnötig war. Ist das Parkett bereits verlegt, bleibt Ihnen aber nichts anderes übrig, als in einem gerichtlichen Verfahren auf Zahlung der ausstehenden überschüssigen Miete und Mietkaution zu beweisen, dass der Schaden nicht in der angegebenen Höhe entstanden ist. Des Weiteren können Sie versuchen nachzuweisen, dass mit dem Makler, der vom Vermieter mit der Übergabe der Wohnung beauftragt worden sein muss, verbindlich vereinbart war, dass Sie den Schaden selbst beseitigen dürfen.
4.Die Höhe des von Ihnen zu tragenden Schadens ist der so genannte Zeitwert. Dabei werden Angaben zu der Güte des Parketts einzubeziehen sein. Ist das Parkett sehr hochwertig, kann eine Lebensdauer von 50 Jahren durchaus realistisch sein. Dann hätten Sie nach 6,5 Jahren noch ca. 85% des Wertes zu ersetzen. Dafür wird in einem Gerichtlichen Verfahren ein Gutachten erstellt werden müssen, sofern keine Einigung herbei geführt werden kann. Es ist sicherlich richtig, dass Sie nicht für den gesamten Austausch des Parketts in der gesamten Wohnung aufkommen müssen. Jedoch kann es sein, dass eine Teilerneuerung aufgrund der Verlegeart nicht in Betracht kam und deshalb der gesamte Austausch im betroffenen Zimmer notwendig war.
Sie sollten für ein gerichtliches Verfahren einen Kollegen beauftragen, der dann schnellstmöglich versucht, die Beweislage zu sichern. Er kann Ihnen dann auch für Sie feststellen, ob Ihre Haftpflichtversicherung hier rechtmäßig die Übernahme des Schadens ablehnt oder nicht. Sie müssen sich im Klaren sein, dass ein Verfahren und Gutachterkosten hoch ausfallen können und müssen daher im Vorfeld einer Klage prüfen, ob sich das in Ihrem Fall lohnt oder nicht. Wenn Sie aber Klarheit haben wollen, sollten Sie sofort (Morgen) zum Anwalt gehen, damit keine weitere Zeit verrinnt.



Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
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80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

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Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


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