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Wasserschaden am Balkon

23.12.2008 13:55 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Steidel


Guten Tag,
ich habe folgende Frage: Durch den Balkon meiner vermieteten, 6 Jahre alten, Eigentumswohnung läuft Wasser in die darunter liegende Wohnung. Dies war vom Balkon aus nicht zu erkennen. Die Eigentümerin der Wohnung darunter ließ mir durch ihren Rechtsanwalt einen Brief schreiben, daraufhin habe ich den Balkonboden öffnen lassen. Die Abdichtung scheint mir defekt zu sein, sie führt nicht an auf dem Balkon liegende Abflussrohre heran. Da Abdichtungen Gemeinschaftseigentum sind, möchte ich jetzt eine Eigentümerversammlung einberufen, und beantragen, dass der Balkon auf Kosten der Eigentümergemeinschaft abgedichtet wird. Dagegen werden sich die Eigentümer wahrscheinlich sträuben, einen Verwalter haben wir leider nicht beauftragt. Meine Frage nun: Muss ich bei der Eigentümerversammlung genau Protokoll führen, wer diesen Antrag ablehnt oder ihm zustimmt?
Angenommen, ich lasse den Balkon zunächst auf meine Kosten abdichten und erneuern, kann ich dann nachträglich gegen die Eigentümergemeinschaft vorgehen? Was muss ich beachten, ein Gutachten erstellen lassen? Und was ist, wenn in der Zwischenzeit noch weiterer Schaden in der unteren Wohnung entsteht?
Desweiteren möchte ich die Bestellung eines Verwalters beantragen. Was ist, wenn der Rest der Eigentümergemeinschaft dies ablehnt? Ich habe gelesen, dass alle Eigentümer zustimmen müssen, wenn kein Verwalter beauftragt wird.
Danke für die Antwort.

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich beantworte Ihre Frage kurz wie folgt:

Sie muessen nicht notieren , wer dagegen stimmt.
Sie laden alle Miteigentümer zu einer ausserordentlichen Eigentümerversammlung ein und bezeichnen in der Einladung als Tagesordnungspunkt Ihr Anliegen und dass darüber beraten und abgestimmt werden soll.

Da es sich um Instandsetzung/-haltung handelt und nicht um bauliche Veränderung brauche sie einen Mehrheitsbeschluss. Sie protokollieren dabei nur die Anzahl der Ja-und Nein- Stimmen. Vorher protokollieren Sie wer Anwesend ist und wieviele Miteigentumsanteile vertreten sind.

Wenn Sie zunächst auf eigene Faust handeln, werden Sie die Kosten von der Gemeinschaft im Zweifel ( bei Widerstand ) nicht ersetzt bekommen. Nach Ihrer Schilderung gehe ich davon aus, dass der Zustand bereits seit einiger Zeit besteht, so dass keine besondere Eilbedürftigkeit gegeben sein dürfte.

Über die Einholung eines Gutachtens muss ebenfalls die WEG entscheiden. Dies schon wegen der damit verbundenen Kosten.

Sie muessen jetzt nur unverzüglich die Versammlung einberufen und die nötiogen Schritte zur Schadensfeststellung und Beseitung einleiten . Dann haften Sie allein nicht für weiteren Schaden.

Den Wunsch nach Bestellung eines Verwalters können Sie ebenfalls als TOP in die Einladung mitaufnehmen. Auch darüber entscheidet dann die WEG durch Beschluss.

Ich hoffe,Ihnen im Rahmen dieser Plattform einen ersten Überblick gegeben zu haben.


Mit freundlichen Grüssen

S.Steidel

Rechtsanwalt

www.strassner-partner.de


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