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Wasserschaden WEG, Schadenersatzanspruch?


04.05.2007 10:07 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Sehr geehrte Damen und Herren,
bereits am 22.12.06 kam es in unserer Eigentumswohnung (2-Fam. Haus,EG) zu einem Wasserschaden. Ausgelöst wurde dieser von einem Handwerker (neuer Boiler im Bad)im 1.OG. Zum Ausgleich des Schadens wird unsere Gebäudeversicherung in Anspruch genommen, da diese den Schaden zum Neuwert ersetzt. Diese Versicherung kommt aber nicht für eventuelle Schadenersatzansprüche, wie z.B. Nutzungsausfall für Teilbereiche der Wohnung, auf. Jetzt meine konkreten Fragen:
Durch den Schaden war eine Nutzung der Küche (mit Essplatz) und des Bades (mit WC) nur noch eingeschränkt möglich (3 Trocknungsgeräte in diesen Räumen,keine verschliessbare Tür im Bad)Den Essplatz mussten wir ins Wohnzimmer verlegen, das Bad wurde mit einem Duschvorhang "verschlossen". Von dem Geräusch, klingt wie "Dauerstaubsaugen" Tag + Nacht, ganz zu schweigen. Können wir hierfür eine Nutzungsentschädigung geltend machen?
Ebenso war unsere Tochter, vom Arzt bestätigt, so krank, dass sie für 3 Wochen zur Oma "auswandern" musste. Wer kommt für die umsonst bezahlten Kindergartenkosten auf?
Gibt es noch andere Möglichkeiten des Schadenersatzes? Diese Ansprüche könnten wir gegenüber der Versicherung des Handwerkers geltend machen.
Ist es ratsam, noch einen unabhängigen Gutachter einzuschalten, um die Schadenshöhe festzustellen, bzw. um Folgeschäden rechtlich abzusichern? Ein Dekra-Gutachter der Versicherung war bereits da.
Bitte eines noch. Müssen wir uns damit zufrieden geben, daß in unserer Küche nur 2 Wände und die Decke frisch gestrichen werden, da die anderen 2 Wände (Gesamtfläche ca. 8qm, dort steht die Küchenzeile) nicht betroffen sind?
Vielen Dank für Ihre Mühe

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Schadensersatz kann nur in Ausnahmefällen dann verlangt werden, wenn der Geschädigte selbst keinen finanziellen Nachteil erlitten hat, sondern "nur" Unanehmlichkeiten in Kauf nehmen musste.

Allerdings hat der BGH hinsichtlich der Nutzungsmöglichkeit des eigenen Hauses in seinem Beschluß vom 09. 07. 1986 - GSZ 1/86 entschieden:

"kann ... jedenfalls bei Sachen, auf deren ständige Verfügbarkeit die eigenwirtschaftliche Lebenshaltung des Eigentümers derart angewiesen ist, wie auf das von ihm selbst bewohnte Haus, der zeitweise Verlust ihrer Möglichkeit zum eigenen Gebrauch infolge eines deliktischen Eingriffs in das Eigentum bereits ein ersatzfähiger Vermögensschaden sein, sofern der Eigentümer die Sache in der Zeit ihres Ausfalls entsprechend genutzt hätte. Jedenfalls mit dieser Einschränkung stehen einem Geldersatz weder das Gesetz noch Bedürfnisse der Rechtssicherheit zwingend entgegen; vielmehr verlangt ein gerechter und vollständiger Ausgleich der Vermögensschäden, derartige Einbußen nicht entschädigungslos zu lassen."

D.h. eine Nutzungsentschädigung für die nur eingeschränkte Nutzung von elementaren Teilen Ihres Hauses ist in Ihrem Fall nicht von vornherein ausgeschlossen.

Die Kosten für den Kindergarten begründen wohl keinen Schadensersatzanspruch, da Sie diese Kosten in jedem Falle, also unabhängig vom Schaden im Haus, zu tragen gehabt hätten. Möglicherweise sind aber die Mehrkosten durch den zeitweisen "Auszug" Grundlage für einen Schadensersatzanspruch. Allerdings gebe ich zu Bedenken dass es zu Beweisproblemen hinsichtlich der Ursache kommen könnte.

Inwieweit im jetzigen Stadium ein Gutachter sinnvoll ist, kann von hier nicht eingeschätzt werden. Ich weise aber darauf hin, dass Ihnen Gutachterkosten im Zweifel nicht erstattet werden. Sollte es zu einem gerichtlichen Verfahren kommen wird idR das Gericht einen Gutachter beauftrage, wenn dies notwendig ist.

Hisichtlich der gestrichenen Wände muss der Schädiger den Zustand wiederherstellen der bestanden hätte, wäre es zu keinem Schadensereignis gekommen. Nach Ihrer Schilderung sind die beschädigten Wände neu gestrichen worden. Einen Anspruch auf Streichen der anderen Wände hätten sie nur dann, wenn durch den Neuanstrich der Gesamteindruck beschädigt wird. IdR ist dies z. Bsp. dann der Fall, wenn der Altanstrich bereits mehrere Jahre alt ist und durch Vergilbung kein einheitliches Erscheinungsbild der Wände mehr gegeben ist.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de

Nachfrage vom Fragesteller 05.05.2007 | 08:52

Vielen Dank für die Info. Eine Frage hätte ich aber noch. Ausser der Trocknung ist in unserer Wohnung noch nichts verändert worden. Also noch keine Wände neu gestrichen, oder so. Wäre dann der Gutachter noch sinnvoll? Bei dem Anstrich in der Küche würde es mit Sicherheit auffallen, wenn nur die betroffenen Flächen gestrichen würden, da der "alte" Anstrich ca. 3-4 Jahre alt ist. Das heißt, wir hätten doch einen Anspruch auf kompletten Anstrich. Die Versicherung lehnt dies aber ab? Was tun?
VIELEN DANK für Ihre Bemühungen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.05.2007 | 17:42

Sehr geehrte Fragestellerin,

ein Gutachter kann helfen im Vorfeld eines Prozesses, d.h. im außergerichtlichen Verfahren eine Einigung zu beschleunigen.

Wenn die Versicherungen Ihre Forderungen aber ablehnt haben Sie letztendlich 2 Möglichkeiten.

Entweder Sie rufen die Schlichtungsstelle der Versicherungen an, die dann versuchen wird mit der Versicherung und Ihnen eine Einigung zu erzielen. Näheres erfajhrten Sie über die Versicherung selbst. Oder Sie verklagen die Versicherung, allein oder mit Hilfe eines Rechtsanwalts, auf Zahlung Ihrer Forderungen. In jedem Falle müssen Sie Ihre Ansprüche ausführlich begründen und im Zweifel beweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
-Rechtsanwalt-

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