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Wasserschaden - Verschulden nachweisen? wer zahlt?

21.05.2009 23:57 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


20:41
Hallo!

folgender Sachverhalt:

sind Mieter einer Dachgeschosswohnung. Die Wohnung unter uns wurde frei, diese bekommen wir auch. Noch wurde nichts unterschrieben, nichtsdestotrotz haben wir schon die Schlüssel bekommen, zur Renovierung.

Heute war ich wieder in der Wohnung, habe die Küche gestrichen etc. Kein Ventil auch nur angerührt, bloß den normalen Wasserhahn an der Spüle, um heisses Wasser in einen Eimer einzulassen (benutzten Pinsel reinlegen, von der Farbe reinigen).
Bin raus, 2 Stunden später große Aufregung, Wasserschäden in der Wohnung darunter. Nachbarn kamen (eine Nachbarin hatte noch einen Schlüssel zur Wohnung) in die zu renovierende Wohnung, aus dem Ventil für die Spülmaschine schoss Wasser heraus. Ventil wurde von ihnen abgedreht.

Nun wäre es evtl. möglich, dass wir das Ventil aufgedreht haben, jedoch SPÄTESTENS vor 4 Tagen. (damals haben wir das Wasser aufgedreht, zum Reinigen etc.) Danach wurde definitiv kein Ventil auch nur angefasst.

Nun kann ich natürlich nicht beweisen, wann und wie lange ich in der Wohnung war (war allein dort, Lebensgefährtin arbeiten - habe nur entsprechende Telefonate geführt) und was ich dort aufgedreht habe oder nicht.

Wenn man jedoch ein Sperrventil aufdreht, schiesst dort m.E. das Wasser unter entspr. Druck raus (so wie es zu diesem Zeitpunkt auch aussah, lt. Aussage Nachbarn) - ich hätte doch das Ventil abgedreht in diesem Fall, das muss doch einleuchten? (gehört hätte ich es in jedem Fall)
Ich bin der Meinung, dass mich kein Verschulden trifft, deshalb möchte ich nicht zahlen (auch nicht eine Privathaftpflicht bemühen).

Meine Fragen sind:
- Sachverständigen holen, da ich mein Nichtverschulden beweisen möchte (bringt es was? Kommt dieser sowieso? - ich vermute ja mal nicht, da dies nicht im Interesse der Gegenparteien ist)
- Wer zahlt den Schaden in der Wohnung darunter (in der zu renovierenden Wohnung keine Schäden)? Wir sind wohlgemerkt noch nicht offiziell Mieter, zahlen auch nur die Miete für unsere derzeitige Wohnung.

Desweiteren kursieren ja viele unterschiedliche Aussagen zur Übernahme der Kosten - die Hausrat der geschädigten Mieter, zwingend die Haftpflicht des Verursachers, zwingend die Gebäudeversicherung da bestimmungswidriges Austreten des Leitungswassers vorliegt?
- Würde die Gebäudevers. (wenn die Zahlungsverpflichtung bei ihr liegt) dann entsprechend beim jeweiligen Haftpflichtversicherer regressieren?
Vielen Dank im Voraus
22.05.2009 | 00:11

Antwort

von


(892)
Robert-Perthel-Str. 45
50739 Köln
Tel: 022180137193
Web: http://www.rechtsanwalt-schwartmann.de
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Mieter der betroffenen Wohnung haben gegen ihren Vermieter zunächst einen Anspruch auf Instandsetzung der Wohnung, soweit diese beschädigt wurde. Dieser Anspruch resultiert aus dem Mietvertrag und ist verschuldensunabhängig. Der Vermieter hat die Kosten zunächst selbst zu tragen - ggf. tritt eine Versicherung für ihn ein.

Diese hat dann einen Regressanspruch beim Verursacher des Schadens.

Ebenso besteht ein direkter Anspruch der betroffenen Mieter auf Ersatz ihres beschädigten Eigentums gegen den Verursacher des Wasserschadens - also nicht gegen den Vermieter, denn diesen trifft kein Verschulden.

Wenn Vermieter bzw. Gebäudeversicherung und Mieter Regress- bzw. Schadensersatzansprüche gegen Sie geltend machen möchten, müssen sie nachweisen, dass Sie den Schaden kausal verursacht haben. Wenn Sie zwei Stunden vor dem Wasserschaden zuletzt in der Wohnung waren, kann das darauf hindeuten, dass Sie das Ventil offen gelassen haben - aber den genauen Geschehensablauf müssten die Anspruchsteller beweisen. Zum Beispiel müssten sie darlegen, dass das Wasser aus dem offenen Ventil ca. 2 Stunden gebraucht hat, um in die darunterliegende Wohnung einzudringen. Die Beweislast und damit auch die Notwendigkeit der Einschaltung eines Gutachters liegt also nicht bei Ihnen - sondern bei den Anspruchstellern, die die Voraussetzungen für einen Schadensersatzanspruch gegen Sie darlegen und beweisen müssten.

Wenn Sie den Schaden nicht verursacht haben können, weil das Wasser bei offenem Ventil unmittelbar nach dem Öffnen zu einer Überschwemmung geführt hätte und also schon viel früher bemerkt worden wäre, wird der Gutachter dies feststellen und Sie sind "aus dem Schneider".

Erst wenn der Gutachter feststellen sollte, dass eine Öffnung des Ventils ggf. erst 2 Stunden später zu dem Wasserschaden geführt haben kann, müssten Sie einen Gegenbeweis führen.

Derzeit sollten Sie also keinen Gutachter beauftragen, sondern den Schaden vorsorglich nur Ihrer Haftpflichtversicherung melden, aber darauf hinweisen, dass Sie nach Ihrer Auffassung kein Verschulden trifft.

Macht die Gegenseite Ansprüche geltend, sollten Sie diese zurückweisen und sich ggf. anwaltlicher Unterstützung bedienen. Dazu stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für Rückfragen und die weitere Vertretung selbstverständlich gerne zur Verfügung.

Bei Bedarf kontaktieren Sie mich bitte unter <info@rechtsanwalt-schwartmann.de> oder telefonisch unter 0221-3559205.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt



Rechtsanwalt Andreas Schwartmann
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Rückfrage vom Fragesteller 22.05.2009 | 07:41

Hallo Herr Schwartmann,

vielen Dank für Ihre Erläuterungen.

Sie schrieben:
"Wenn Vermieter bzw. Gebäudeversicherung und Mieter Regress- bzw. Schadensersatzansprüche gegen Sie geltend machen möchten, müssen sie nachweisen, dass Sie den Schaden kausal verursacht haben"
Ist das nicht dadurch gegeben, dass die Nachbarn das Ventil abgedreht haben? Oder bedeutet kausal in diesem Fall: ICH bin dafür verantwortlich und nicht die TECHNIK (wovon ich ausgehe)? Nach dieser Argumentation muss bei einem Wasserschaden immer ein Gutachter kommen?

Weiterhin schrieben Sie:
"Wenn Sie den Schaden nicht verursacht haben können, weil das Wasser bei offenem Ventil unmittelbar nach dem Öffnen zu einer Überschwemmung geführt hätte und also schon viel früher bemerkt worden wäre, wird der Gutachter dies feststellen und Sie sind "aus dem Schneider". "
Um dieses zu beweisen, würde es ausreichen, das Ventil wieder aufzudrehen; wenn das Wasser rausgeschossen kommt, trifft die o.g. Argumentation ein, würden Sie das so vereinfacht sehen?
das ist ja das was ich meinte mit "Wenn man jedoch ein Sperrventil aufdreht, schiesst dort m.E. das Wasser unter entspr. Druck raus (so wie es zu diesem Zeitpunkt auch aussah, lt. Aussage Nachbarn) - ich hätte doch das Ventil abgedreht in diesem Fall, das muss doch einleuchten?"....

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 24.05.2009 | 20:41

Vielen Dank für die Nachfrage.

1. Kausal bedeutet, dass der Anspruchsteller beweisen muss, dass Sie den Wasserschaden verursacht haben - und zwar schuldhaft. Er müsste also beweisen, dass SIE das Ventil haben aufstehen lassen. Dazu können natürlich Indizien herangezogen werden, wenn der direkte Beweis nicht möglich ist.

2. Ich stimme mit Ihnen überein, dass bei dem dargestellten Geschehensablauf das offene Ventil nicht von Ihnen unbemerkt geblieben sein kann - was dafür spricht, dass Sie das Ventil nicht aufgelassen haben.

Im Streitfall wird sich aber wohl trotzdem ein Gutachter damit befassen müssen.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann

ANTWORT VON

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