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Wasserschaden - Notdienst - Eigentuemer verweigert Zahlung


| 24.02.2006 14:08 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden


Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich bin Miteigentuemer eines Zweifamilienhauses. Das Haus besitzt zei Stockwerke, im Erdgeschoss befindet sich eine Wohnung und eine weitere im ersten und Dachgeschoss. Ich bin Eigentuemer der oberen Wohnung und bewohnte diese auch selbst mit meiner Familie bis Mitte Oktober letzten Jahres. Die Erdgeschosswohnung ist durch den Miteigentuemer vermietet. In der vermieteten Wohnung lebt eine junge Familie mit einem Kind.
Die Eigentumsverhaeltnisse sind 59/41 geteilt, d.h. ich habe den etwas groesseren Eigentumsanteil.

Letztes Jahr im Oktober ereignete sich an einem Abend ein Wasserschaden in der vermieteten Wohnung. Der Mieter klingete Abends bei uns und bat um Hilfe. Meine Frau und ich haben uns erkundigt, ob der Vermieter/Eigentuemer verstaendigt sei. Uns wurde vom Mieter gesagt, dieser sei nicht zu erreichen. Wir entschlossen uns daher, dem Mieter bei der Loesung des Problems zu helfen. Nach kurzer Inaugenscheinnahme stellten wir (Mieter und ich) fest, dass das Wasser aus dem Kuechenbereich nicht abfliessen kann, und bei jedem Oeffenen des Kuechenhahns, das Waschbecken immer voller wird.
Wir vermuteten eine Verstopfung im Abfluss des Kuechenbereiches.
Ich habe in meinem Werkzeug eine kleine Rohrspirale (3m) mit der ich versuchte in der Kueche die Verstopfung zu beseitigen.
Leider konnte ich mit meiner Spirale die Verstopfung weder erreichen noch beseitigen.
Wir beschlossen nach einigen Versuchen, professionelle Hilfe anzufordern (es war allerdings schon Abend, ca. 19:30h) und ich schlug vor einen Notdienst zu rufen. Der Mieter war damit einverstanden. Meine Frau hat dann einen Notdienst verstaendigt, der eine knappe Stunde spaeter auch eintraf. In der Zwischenzeit habe ich den Vermieter erreicht und mitgeteilt, dass ein Wasserschaden in seiner Wohnung aufgetreten ist und wir den Notdienst verstaendigt haben. Ich regte an, er moege wenn moeglich zu seiner Wohnung kommen, um sich selbst ein Bild machen zu koennen. Der Vermieter/Miteigentuemer hielt dies nicht fuer noetig.
Nach Eintreffen des Notdienstes erkundigte sich dieser zunaechst nach dem Verlauf der Abwasserleitungen. Ich konnte diese Frage nicht beantworten und habe den Vermieter/Miteigentuemer um Rat gebeten. Dieser hat dann auch mit dem Notdienst die Lage der Leitungen eroertert und auf Details hingewiesen. Ich habe wiederum den Eigentuemer gebeten vor Ort die Sachlage zu begutachten, dieser hielt es nicht fuer unbedingt notwendig.
Der Notdienst hat also seine Arbeit begonnen: erst mit kurzen duennen Spiralen, bis er sich immer grosserer Werkzeuge (laenger und dicker) bedient hat. Die Arbeiten haben sich so ninausgezoegert und sind erst um ca. Mitternacht beendet worden.
Der Eigentuemer/Vermieter ward nicht gesehen, ich habe dann abschliessend die ausgefuehrten Arbeiten im Auftrag auf dem Rapportzettel unterschrieben und dem Notdienst den Rechnungsempfaenger (Miteigentuemer/Vermieter) mitgeteilt.

Der Miteigentuemer ist nun der Meinung, er stehe nicht in der Verpflichtung, die Rechnung zu begleichen. Dies hat er auch dem Notdienst so mitgeteilt, worauf dieser uns Mitte Januar die Rechnung zustellte. Wir sind seit Mite Oktober letzten Jahres im Ausland (Frankreich), haben aber sofort auf diese Rechnung reagiert und dem Notdienst nochmal mitgeteilt, wer der Rechnungsempfaenger ist. Zu diesem Zeitpunkt teilte der Notdienst uns mit, man werde die Sache nochmals ueberpruefen.

Heute haben ein Schreiben eines beauftragten Kollegen erhalten, worin wir aufgefordert werden:
- die Rechnung des Notdienstes (knapp 700€)
- Anwaltskosten in Hoehe von 120€
zu begleichen. Gleichzeitig wurde uns eine Frist zum 27.02.2006 gesetzt, das Schreiben wurde verfasst am 21.02.2006.

Ich bin der Auffassung, dass ich keinerlei Leistungen vom Notdienst beansprucht habe, der Leistungsempfaenger ist meiner Meinung nach der Mieter, bzw. Vermieter/Miteigentuemer. Somit sehe ich nicht, weshalb ich die Rechnung bezahlen sollte.

Meine Fragen:
- Sind die Anwaltskosten in Hoehe und Anspruch berechtigt?
- Wie schaetzen Sie meine Auffassung ein (der Eigentuemer der Wohnung/Vermieter soll die Rechnung des Notdienstes tragen)?
- Ist der Notdienst berechtigt, den Ausgleich der Rechnung durch mich zu fordern?
- koennen Sie in einem gerichtlichen Verfahren meine Auffassung vertreten?

Besten Dank im voraus!
24.02.2006 | 15:09

Antwort

von


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63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
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Sehr geehrter Rechssuchender,

nach § 536c BGB ist der Mieter bei Mängeln verpflichtet, diese gegenüber dem Vermieter anzuzeigen und diesem eine angemessene Frist zu setzen, diesen zu beseitigen.
Von diesem Grundsatz kann nur in grösseren Notfällen abgewichen werden, wenn beispielsweise Gefahr in Verzug ist (Brand) und Sofortmaßnahmen durch den Mieter eingeleitet werden müssen.
Bei einer blossen Abflussverstopfung wird man von einem derartigen Notfall wohl noch nicht ausgehen können.

Gegen eine Haftung Ihrerseits sprechen allerdings zwei Tatsachen

1. Haben Sie den Vermieter sofort angerufen und dieser hat mit dem Notdienst telefoniert, BEVOR dieser mit den Reparaturarbeiten anfing. D.h. dieses Telefonat spricht dafür, dass der Vermieter damit konkludent in die Reparatur eingewilligt hat. Es wäre damit nur noch die Anfahrt zu bezahlen.

2. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass Sie im Auftrag des Mieters gem. § 662 BGB ff. gehandelt haben, so dass den Mieter die Folgen Ihres Handelns treffen.


In einem Prozess sollte allerdings der Monteur aussagen können, dass er damals mit dem Vermieter am Telefon gesprochen hat. Des weiteren wäre es auch wichtig, dass der Mieter aussagt, dass er mit allen Ihren Handlungen einverstanden war. Mit gewissen Rsiiken sehe ich Ihre Chancen im Falle eines Prozesses daher nicht so schlecht, vor allem wenn der Monteur für Sie aussagen könnte.

Im Streitfalle wäre es also wichtig neben Ihrer Frau auch noch den Monteur und den Mieter als Zeugen zu berufen. Mieter und Monteur müssetn also ausfindig gemacht werden.

Die Anwaltsgebühren sind bei einem Streitwert von 700,- EUR schon happig berechnet, könnten sich aber noch im gesetzlichen rahmen bewegen.

Ich könnte Sie im Falle eines RechtsStreites vertreten

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort helfen

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 24.02.2006 | 17:32

Sehr geehrter Herr Glatzel,
vielen Dank fuer Ihre ausfuehrliche Einschaetzung!
Ich koennte unter Umstaenden den Monteur ausfindig machen, was den Mieter betrifft, ist klar wo er wohnt, aber ich bin mir nicht sicher, ob dieser fuer mich (und daher gegen sich selbst) irgendetwas bezeugen wuerde.
Koennen Sie das Prozessrisiko in etwa einschaetzen? Wie gesagt, ich bin momentan in Frankreich - ein gerichtliches Verfahren muesste m.E. nach hier gegen mich angestrengt werden, oder liege ich da falsch?
Besten Dank im voraus

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.02.2006 | 13:33

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn der Monteur zu Ihrem Gunsten aussagen würden, schätze ich Ihre chancen positiv ein. Wobei es hier im Streitfall darauf ankäme, was die einzelnen Zeugen tatsächlich bestätigen können. Dass Sie sich zur Zeit in Frankreich aufhalten, ist unerheblich, solange Sie auch polizeilich in Deutschland gemeldet sind.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

www.kanzlei-glatzel.de

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