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Wasserschaden Neueinzung

22.01.2016 11:00 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


Zusammenfassung: Nicht weniger und meistens auch nicht mehr: Schadensersatz soll den Zustand herstellen, der ohne das Schadensereignis bestehen würde.

Ich habe eine Wohnung gekauft. Es is ein Neubau EG+UG. Nach dem die Wohnung fertig gebaut wurde, bin ich eingezogen und 1 Woche später kam es bei mir im UG zu Wasserschaden. Der frischverlegte Parkettboden (Bernsteineiche 3-Schicht verklebt verlegt), das E-Piano und ein Schrank standen unter Wasser. Mehrere Stunden lang floß das Wasser aus dem Rohr (Abwasser) die Wände entlang auf und unter den Boden. Die Trocknungsfirma stellte fest, dass der komplette UG (2 Zimmer + Flur + Abstellraum + Bad) feucht ist und kam 2 Wochen später, um die Räume zu trocknen. Ich konnte die 2 Zimmer im UG nicht nutzen, da es gestunken hat und später standen da noch die Geräte, die Lärm verursacht haben (2 Wochen lang) und überall Schläuche verlegt wurden. Es hat sich Schimmel auf den Wänden gebildet. Der wurde von der Trochkungsfirma von den Wänden abgekrazt.
Ursache des Schadens: Der Abwasserkanal wurde nicht mit dem Hauptkanal verbunden, das Wasser staute sich, und nach einer Weile kam das ganze Abwasser bei mir in der Wohnung raus. Die Baufirma hat eindeutig schuld und gibt es auch zu.
Das Parkett hat viele Kratzer abbekommen (Notdienstfirma beim Absaugen des Wassers) und ging hoch. Momentan sieht man nur Kratzer, sonst ist kein Wasserschaden am Parkettboden erkennbar.

Da das Parkett durchgehend in 2 ZImmern und Flur verlegt ist möchte ich, dass das Parkett im kompletten UG neu verlegt wird. Das E-Piano (kostete mal 3,000 €) und evtl. auch der Schrank sollen ersetzt werden. Das E-Piano geht zwar, war aber voll von stinkendem Abwasser (kann es gar nicht berühren) und wird innen bestimmt irgendwann mal rosten. Die Stellen an den Wänden müssen entsprechend auch neu verputzt und gestirchen werden.
Der Schuldige meinte ich soll ihm schreiben was ich mir als Minderung vorstelle.
Meine Frage ist: Was kann ich als Schadenersatz verlangen?

Viele Dank.
Mit freundlichen Grüßen,
V. Spielmann
22.01.2016 | 13:09

Antwort

von


(33)
Braamkamp 14
22297 Hamburg
Tel: (040) 87 50 47 34
Web: http://www.kanzlei-alsterland.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gern wie folgt beantworten möchte:

Gemäß § 249 Abs. 1 BGB muss der zum Schadensersatz Verpflichtete den Zustand herstellen, der bestehen würde, als wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. In Ihrem konkreten Fall bedeutet dies – zumindest theoretisch –, dass die Baufirma alles wieder so herrichten muss, als ob das Abwasser nie in ihre Wohnung gelaufen wäre.

Praktisch bedeutet es in erster Linie die Reparatur auf Kosten des Schädigers oder – wenn dies nicht möglich ist – Ersatz in Geld. Zu ersetzen sind aber immer nur die Aufwendungen, die "ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte" (BGH NJW 2012, 50; 2009, 58).

Hilfreich sind in solchen Fällen regelmäßig sachverständige Gutachter, ohne die manche Schäden gar nicht entdeckt werden (beispielsweise vermag ich nicht zu beurteilen, wie es nun unter dem Parkettboden aussieht). Ob im Rahmen eines Schadensersatzanspruches tatsächlich das Parkett im gesamten Untergeschoss und nicht nur die beschädigten Bereiche ausgewechselt werden müssen, ergibt sich auch aus dem Gesamteindruck, der entstehen würde, wenn nur Teile des Parketts erneuert oder repariert werden. Optische Unterschiede werden Sie da nicht hinzunehmen brauchen – insbesondere, da der Boden noch neu war. So gibt es zu neugekauften Kraftfahrzeugen Rechtsprechung, nach der auch eine technisch mögliche und wirtschaftlich sinnvolle Reparatur einem Geschädigten nicht zuzumuten ist, wenn das brandneue Fahrzeug erheblichen Schaden erlitten hat und tragende oder sicherheitsrelevante Teile beschädigt wurden. Dieser Gedanke lässt sich gegebenenfalls auch auf einen nagelneuen Parkettboden übertragen – vorausgesetzt es liegen entsprechende Beeinträchtigungen vor.

Auch beim Schrank und dem E-Piano gilt die Einschränkung, dass Schadensersatz innerhalb des wirtschaftlich Vertretbaren geleistet werden muss. Auch wenn das Musikinstrument funktioniert, ist es in dem von Ihnen beschriebenen Zustand nicht nutzbar. Wenn eine Reinigung, Korrosionsvorsorge und Herstellung eines „geruchsfreien Zustands" nicht möglich ist, so steht Ihnen der Ersatz des Wiederbeschaffungsaufwandes zu. Das ist allerdings im Zweifel nicht der Betrag, den Sie damals bezahlt haben. Sie müssen sich zum einen den Restwert abziehen lassen. Und es wird – wenn das Instrument schon älter ist – regelmäßig auch nur der Zeitwert ersetzt. Das gleiche gilt für den Schrank, den Sie erwähnt haben.

Ich möchte Ihnen jedoch drei Dinge empfehlen:

1.
Lassen Sie den gesamten Vorgang noch einmal von einem Rechtsanwalt Ihres Vertrauens überprüfen. Denn so wie ein Sachverständiger manche Schäden entdecken kann, mit denen Sie jetzt gar nicht rechnen, gibt es in Ihrem Fall möglicherweise noch weitere Schadensersatzansprüche, an die Sie im Moment nicht denken und die überprüft werden sollten. Beispielsweise besteht unter Umständen ein Anspruch auf Nutzungsentschädigung wegen der Unbenutzbarkeit der Räumlichkeiten. Die Kosten der Rechtsverfolgung zählen dabei regelmäßig ebenfalls als Schaden und können dann vom Gegner zurückverlangt werden.

2.
Bevor Sie dem Bauunternehmer oder seiner Versicherung bestimmte Summen mitteilen, beauftragen Sie einen Sachverständigen mit der Begutachtung der Schäden (wenn nicht schon durch die Versicherung des Bauunternehmers geschehen) oder holen zumindest Kostenvoranschläge ein. Auch die Kosten der Feststellung des Schadens sind regelmäßig vom Schadensersatzanspruch umfasst, wenn dies zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig ist.

3.
Solange Sie keinen abschließenden und konkret bezifferbaren Überblick über Kosten der Schadensbeseitigung haben, unterschreiben Sie keinesfalls Erklärungen mit dem Inhalt, das durch Zahlung einer bestimmten Summe sämtliche Ansprüche aus diesem Schadensereignis abgegolten sind.

Ich hoffe, dass Sie durch meine Antwort einen ersten Überblick gewonnen haben und wenn Sie bisher zufrieden waren und weitergehenden Beratungsbedarf haben, können Sie sich gern direkt bei mir melden.


Rechtsanwalt Jörn Blank

ANTWORT VON

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