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Wasserschaden ;Einbruch mit Nachschlüssel;


26.12.2007 11:23 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Jutta Petry-Berger



Sehr geehrte Damen und Herren ,
wir haben einen Wasserschaden in unserem Ferien-Haus mit Schäden am Wohngebäude und Hausrat.
Scheinbar ist in unser Abwesenheit ein Dritter (wir vermuten mit einem Nachschlüssel) ins Haus gelangt und hat dort Wasser angestellt.Gestohlen wurde scheinbar nichts (Vandalismus?).
Wir haben den Fall sofort nach Kenntnis der Polizei angezeigt.Es wurden jedoch am Gebäude keine sichtbaren Einbruchspuren festgestellt (gewaltloser Einbruch?)
Wir sind versichert im Zuge einer Wohngebäude-und Hausrat-Versicherung (Ferienhaus) gegen Einbruch , Vandalismus und Wasserleitungsschäden.
Die Versicherung hat den Schaden bisher nicht beglichen (ohne Angabe von Gründen ; VS wartet auf Ergebnis der Staatsanwaltschaft).Wir haben inzwischen den Eindruck, dass die Versicherung die Kosten für die Gebäude-Sanierung und Wiederbeschaffung nicht übernehmen will.Evtl. ist die erfolgte Schadenanzeige ungünstig
Frage : muss die Versicherung die Kosten übernehmen?
Vielen Dank
MfG
AS

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Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre online-Anfrage, zu der ich wie folgt Stellung nehme:

Rechtlich hat der Versicherungsnehmer den Anspruch gegenüber seiner Hausratsversicherung schlüssig darzulegen und zu beweisen. Wurden an dem Ferienhaus keinerlei Einbruchsspuren festgestellt, wird die Verwendung eines Nachschlüssels ggf. nur durch eine rastermikroskopische Untersuchung des Türschlosses oder durch Kopierspuren an den Originalschlüsseln nachgewiesen werden können. Selbst wenn die Polizei keine derartigen Ermittlungen veranlasst, müssen Sie gegenüber Ihrer Versicherung Umstände darlegen und beweisen, die nach der Lebenserfahrung darauf schließen lassen, dass keine der vorhandenen normalen Schlüssel zur Wohnungstür benutzt worden sein können bzw. dass auch die Möglichkeit der Tatbegehung durch eines Nachschlüssel mit Hilfe eines zuvor heimlich kopierten Originalschlüssels bestand.

Nach der Rechtsprechung läßt sich der Schluss, dass ein Nachschlüssel benutzt wurde, mit hinreichender Wahrscheinlichkeit dann ziehen, wenn Beweisanzeichen die Verwendung vorhandener Original- oder richtiger Schlüssel unwahrscheinlich machen (vgl. BGH r/s 1990, 129; BGH VersR 1991, 543; BGH r/s 1991, 98). Es ist allerdings dann nicht ausreichend, nur zu beweisen, dass die in Ihrem Besitz befindlichen Schlüssel nicht für den Einbruch genutzt wurden, wenn die Möglichkeit besteht, dass auch ein Dritter über Originalschlüssel verfügt. Dies kann etwa dann der Fall sein, wenn Sie das Ferienhaus nicht selbst erbaut, sondern erworben haben und daher auch der Voreigentümer theoretisch im Besitz von weiteren Originalschlüsseln sein kann. Gelingt es Ihnen, konkrete Beweisanzeichen darlegen und beweisen, die es unwahrscheinlich machen, dass Originalschlüssel oder andere richtige Schlüssel verwendet wurden, wird Ihre Versicherung bedingungsgemäß eintrittspflichtig sein.

Allein die Tatsache, dass Ihre Versicherung bislang keine Zahlungen geleistet hat, läßt nicht zwingend darauf schließen, dass diese ihre Eintrittspflicht ablehnt. Denn grundsätzlich darf die Versicherung mit der Zahlung warten, bis sie Einsicht in die Ermittlungsakten erhalten hat, um festzustellen, dass es den Einbruch wirklich gegeben hat und sie den Schaden ersetzen muss. Spätestens mit Abschluss der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sollten Sie Ihre Wohngebäude-und Hausrat-Versicherung zur Zahlung auffordern.

Ich hoffe, Ihnen eine hilfreiche erste Orientierung gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Petry-Berger
Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 26.12.2007 | 17:02

Sehr geehrte Frau Petry-Berger ,
herzlichen Dank für ihre kurzfristige Rückantwort.
Ich vestehe die Möglichkeit dass ein Dritter in den Besitz unseres Schlüssels gelangt ist als eine plausible Erklärung und dass uns dies nicht als Fahrlässigkeit ausgelegt werden kann(eher von Vorteil wäre).Der Schlüssel lag zur Aufbewahrung im Brief-Umschlag bei meinen Schwiegereltern in einer Kommode im Schlafzimmer (wo m.E. die Schwachstelle liegt).Zusätzlich haben wir die Original-Hausschlüssel von der Gebäude-Errichterfirma erhalten (mit der es diverse Streitigkeiten während der Hauserrichtung 2001 gab).Unser Ferien-Haus wird gelegentlich von unseren Kindern (19 und 21) und Anhang benutzt.Sollten wir dies so darstellen oder gibt es Nachteile?
Wir warten auf die Entscheidung der Versicherung und würden dann auf Sie zurückkommen.
Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 27.12.2007 | 01:35

Sehr geehrter Fragesteller,

falls das Ferienhaus von einem Dritten mit einem Originalschlüssel geöffnet wurde, muss eine sogenannte Schlüsselvortat zu bejahen sein. Denn nach § 5 Ziffer 1 f) VHB 92 liegt ein Einbruch im Sinne der Versicherungsbedingungen dann vor, wenn jemand in einen Raum eines Gebäudes mittels richtiger Schlüssel eindringt, die er auch außerhalb der Wohnung durch RAUB oder ohne fahrlässiges Verhalten des berechtigten Besitzers durch DIEBSTAHL an sich gebracht hat. Weiterhin ist ein Schlüssel falsch, wenn seine Anfertigung für das Schloss nicht von einer dazu berechtigten Person veranlasst oder gebilligt worden ist (§ 5 Ziffer 1 a) VHB 92. - Es reicht daher nicht aus, dass eine Person nur vorübergehend den Schlüssel – wenn auch unbefugt - an sich genommen hat in der Absicht, diesen nach dem Gebrauch wieder zurück zu legen. Die Versicherungsbedingungen nehmen dem Versicherungsnehmer grds. nicht das Risiko, das sich durch den unachtsamen Umgang mit echten Schlüsseln verwirklicht.

Haben Sie Ihren Schwiegereltern einen Ferienhausschlüssel überlassen und haben diese ihn in deren Schlafzimmerkommode abgelegt, aus welcher der Schlüssel sodann gestohlen wurde, wird es für den Vorwurf des fahrlässig ermöglichten Diebstahls voraussichtlich auf weitere Umstände – wie etwa, ob die Kommode abgeschlossen war – ankommen. Sollten sich Ihre Kinder oder deren Anhang den Ferienhausschlüssel lediglich „ausgeliehen“ haben, werden kaum die Voraussetzungen des Diebstahls vorliegen, so dass bei einer entsprechenden Sachverhaltsschilderung eher Nachteile zu befürchten sein werden. – Es wird daher ratsam sein, zunächst die abschließende Stellungnahme der Versicherung abzuwarten und den Sachverhalt erst hiernach ggf. zu ergänzen.

Falls Sie eine weitergehende anwaltliche Beratung wünschen, können Sie gerne erneut mit mir Kontakt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
RA Petry-Berger
Tel.: 069 / 523140
email: petry-berger@t-online.de

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