Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wasserschaden, einfach Flecken überstreichen?

25.03.2010 12:02 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Vogt


Vor einem halben Jahr haben wir eine Wohnung angemietet und frisch renoviert. Nach einiger Zeit entdeckten wir an der Schlafzimmerwand (Innenwand) große Flecken. Nach Auskunft eines Malers handelt es sich um typische - getrocknete - Wasserflecken. Darauf hin haben wir die Hausverwaltung informiert. Diese hat den Schaden vor Ort im Januar 10 in Augenschein genommen. Auch diese war zunächst der Ansicht, dass es sich um Wasserflecken handelt. Die Ränder des Flecks wurden markiert. Es wurde vereinbart, dass wir beobachten, ob der Fleck größer wird und wir uns nach der Schneeperiode wieder melden. Der Fleck ist nicht größer geworden. Darum haben wir uns wieder bei der Hausverwaltung wieder gemeldet und gebeten, dass der Schaden beseitigt wird.

Nun erhalten wir eine Rückantwort von der Verwaltung, es würden angeblich keine Frisch- und Abwasserleitungsrohre in der Wand verlaufen. Die Behauptung, es würde sich um Wasserflecken handeln sei reine Spekulation. Der Vermieter müsse für die Beseitigung der Flecken nicht haften. Wir sollen den Fleck selbst überstreichen.

Die Wand trennt unsere Wohnung von der Nachbarwohnung. In der Nachbarwohnung befindet sich dort die Küche. Es wurde vor einiger Zeit dort gearbeitet. Wir vermuten, dass hierbei ein Rohr beschädigt wurde, wodurch die Flecken verursacht worden. Nach Schließung des Lecks sind diese wieder abgetrocknet.

Wer ist schadensersatzspflichtig? Der Vermieter oder müssen wir und an den Nachbarn werden?

Wen müssen wir ggf. verklagen? Den Vermieter unmittelbar oder die Hausverwaltung? Ist die Hausverwaltung überhaupt für das weitere Vorgehen unser richtiger Ansprechpartner?

Wer ist beweispflichtig dafür, ob es sich um Wasserflecken handelt oder nicht? Müssen wir ein Sachverständigengutachten einholen bzw. ein Beweissicherungsverfahren einleiten?


Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen darf ich auf der Basis des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes gerne wie folgt beantworten:

Zur Beantwortung Ihrer Fragen muss zunächst einmal zwischen einem eventuellen Schadensersatzanspruch gegen den Verursacher des Wasserschadens und dem Anspruch auf Beseitigung des Schadens unterschieden werden.

So steht Ihnen als Mieter zunächst einmal der Anspruch auf Beseitigung des Mangels aus § 535 Abs. 1 BGB gegen Ihren Vertragspartner, also dem Vermieter, zu. Dieser haftet verschuldensunabhängig für die Beseitigung des Mangels und hat als Eigentümer der Wohnung möglicherweise dann selbst einen Schadensersatzanspruch gegen den Verursacher des Wasserschadens.

Hierbei tritt die Hausverwaltung als Vertreter des Vermieters auf, d.h. Sie können Ihren Anspruch auf Beseitigung des Wasserflecks, in dem es sich unzweifelhaft um einen Mangel der Mietsache handelt, auch gegenüber der Hausverwaltung geltend zu machen. Ein eventuelles Klageverfahren wäre dann gegen den Vermieter als Ihrem Vertragspartner zu führen.

Den Mangel der Mietsache hat grundsätzlich der Mieter zu beweisen. Nicht darzulegen hat der Mieter allerdings die Ursache des Mangels, die Möglichkeiten seiner Beseitigung oder das Maß einer Gebrauchsbeeinträchtigung.

Bei Feuchtigkeitsschäden muss vielmehr zunächst der Vermieter darlegen und beweisen, dass die Schadensursache nicht in seinem Einfluss- und Verantwortungsbereich liegt. Erst wenn dieses feststeht, muss der Mieter den Beweis führen, dass die Feuchtigkeitsschäden nicht seinem Wirkungsbereich unterliegen würden

Nachdem der Wasserfleck sich ferner nicht mehr vergrößert, halte ich die Einholung eines Sachverständigengutachtens oder die Einleitung eines Beweissicherungsverfahrens derzeit für nicht angebracht. Sie sollten den Vermieter über die Hausverwaltung vielmehr schriftlich nochmals unter Fristsetzung zur Beseitigung des Mangels auffordern und in dem Fall, dass auch diese Frist wieder fruchtlos verstreicht, anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben.

Hierbei möchte ich Sie darauf hinweisen, dass es sich bei dieser Antwort, basierend auf Ihren Angaben, lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen kann die rechtliche Beurteilung völlig anders ausfallen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Für eine über diese Erstberatung hinausgehende Interessenvertretung steht Ihnen meine Kanzlei selbstverständlich ebenfalls gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.03.2010 | 20:03

Sehr geehrter Herr Vogt,

vielen Dank für Ihre Antwort. Diese hat mir bereits sehr geholfen.

Eine Nachfrage. Eine Freundin wies mich jetzt darauf hin, dass man im Mietrecht wohl zwischen anfänglichen und nachträglichen Mängel unterscheidet. Nur für erstere haftet der Vermieter angeblich ohne Verschulden.

Kann man in unserem Fall noch von einem anfänglichen Mangel ausgehen, auch wenn sich der Wasserschaden erst ca. 3 Monate nach dem Einzug + Renovierung gezeigt hat?

Beste Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2010 | 16:48

Sehr geehrte Ratsuchende,

leider komme ich terminlich bedingt erst jetzt zur Beantwortung Ihrer Nachfrage. Ich bitte dies höflich zu entschuldigen.

In der Sache selbst hat Ihre Freundin nur teilweise Recht.

Hinsichtlich der Beseitigung des Mangels, also der Wiederherstellung des vertragsgemässen Zustandes der Mietsache, haftet der Vermieter ohne Verschulden.

Was Ihre Freundin meint, ist der darüber hinaus gehende Schadensersatzanspruch des § 536a BGB. Hier haftet der Vermieter in der Tat nur bei Verschulden oder wenn der Mangel schon bei Vertragsschluss vorhanden war.

In Ihrem Fall geht es jedoch nicht um Schadensersatz, da Ihnen durch den Wasserfleck offenbar kein weitergehender Schaden entstanden ist, sondern um Beseitigung des Mangels. Hier haftet der Vermieter - wie bereits ausgeführt - ohne Verschulden.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Nachmittag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


RA Michael Vogt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70521 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Vielen Dank für die schnelle und sehr kompetente Hilfe. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Der Anwalt hat meine Fragen sehr gut verständlich und ausführlich beantwortet und war sehr freundlich. Ich kann den Anwalt weiterempfehlen und werde mir überlegen, ob ich ihn für den noch zu bearbeitenden Rest dieser Klage engagiere, ... ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Kurz, verständlich und zügig ...
FRAGESTELLER