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Wasserrohrbruch in Nachbarwohnung - Mietminderung? Versicherungsschaden?


| 20.09.2006 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

es ereignete sich im April dieses Jahres in der Nachbarwohnung im Stockwerk unter uns ein Wasserrohrbruch, auf Grund dessen folgende Mängel für unsere Mietpartei entstanden:

- Nässe im Keller
- Lärm durch Trockengeräte in der Nachbarwohnung und im Keller, die in unserer Wohnung zu hören waren.

Der Vermieter wurde am Tag des Wasserrohrbruchs informiert. Wir wollten für die folgenden vier Monate (bis August einschließlich - so lange dauerte es, bis Arbeiten zur Trockenlegung aufgenommen wurden bzw. abgeschlossen waren) 10% der Miete einbehalten; aus eigener Unaufmerksamkeit haben wir dies jedoch nachträglich machen müssen (im Juli 10% gemindert, im August (dies war der letzte Monat, in dem Trockenlegungsarbeiten stattfanden) 30%, leider jeweils von der Bruttomiete.

Der Vermieter ist nun der Meinung, wir seien zu spät dran, seine Versicherung bzw. die des Mieters, der den Schaden verursacht hat (ja, es war seine Schuld) habe die Abrechnung bereits fertig. Die Schreiben der anderen Mieter, in denen diese die Mietminderung ankündigen, seien bereits vor Monaten an die Versicherung weitergereicht worden und die habe ihm das auch ersetzt, aber wir könnten die Miete nun nicht mehr mindern.

Ich denke, es ist unabhängig davon, ob die Versicherung ihm den "Mietausfall" erstattet oder nicht, möchte mich aber gerne auf diesem Wege rückversichern:

a) wie hoch dürfte die Miete in einem solchen Fall gemindert werden?
b) ist eine "summierte / rückwirkende" Mietminderung wie im August geschehen zulässig? Wenn nein, für wie viele Monate darf gemindert werden?

Eine weitere Frage hätte ich noch: Die Möbel, die wir im Keller gelagert haben, sind durch Schimmel beschädigt. Wie gehe ich vor / wer ersetzt ggf. den Schaden? Zur Erinnerung: Der Wasserrohrbruch wurde schuldhaft durch den Mieter, in dessen Wohnung er entstand, verursacht.
Sehr geehrter Fragesteller,
die von Ihnen aufgeworfene Fragen beantworte ich - in der gebotenen Kürze - wie folgt:

Zunächst ergibt sich ein Anspruch auf Mietminderung aus dem § 536 BGB. Was viele nicht wissen: Der Anspruch auf Mietminderung ist nicht abhängig von einer Geltendmachung, sondern entsteht kraft Gesetz bei Aufhebung bzw. Minderung der Tauglichkeit der Wohnung zu Wohnzwecken. Der § 536c BGB regelt lediglich eine Anzeigepflicht. Sie haben daher einen Anspruch auf Mietminderung ab dem Zeitpunkt des Auftretens von Minderungsgründen in Ihren Bereichen. Das Einstehen irgendeiner Versicherung ist unerheblich für Ihren Schadensersatzanspruch. Die Versicherung müsste im Übrigen auch jetzt noch zahlen, wenn in diesem Zusammenhang kein Vergleich geschlossen wurde. Wie gesagt: Das ist aber nicht Ihr Problem.

Abhängig von Lautstärke und Ausmaß der Schädigungen ist die Mietminderung zu ermitteln. 10 Prozent würde ich aber auch als guten Richtwert ansehen.

Für die Möbel können Sie auch Schadensersatz fordern. Ich gehe davon aus, dass diese nicht zu reparieren sind, sonst hätten Sie nur Anspruch auf die Reparatur. Machen Sie eine Liste mit Neupreisen und Anschaffungszeitpunkt, ein kurzes Anschreiben mit Fristsetzung (bitte ein Datum, nicht z. B. "binnen zwei Wochen") und schicken Sie dieses Ihrem Vermieter. Der Vermieter muss Ihnen dann den Zeitwert ersetzten. Ihr Ansprechpartner ist im Übrigen immer der Vermieter, nicht der Mieter, der die Schäden verschuldet hat oder eine Versicherung.

Ich hoffe, ich habe Ihnen mit der Auskunft geholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Pilgermann, Rechtsanwalt
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