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Wassereinbruch durch Baumaßnahme


11.08.2005 14:24 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Im Jahr 2000 bauten wir unser neues Eigenheim, inkl. einem Carport, welcher komplett unterkellert ist.
Der Carport steht in einer Hanglage, wovon der Stellplatz auf Straßenniveau ist, der Unterbau (Unterkellerung) diagonal aus dem Erdreich heraustritt.
(Also im hinteren Bereich zur Straße komplett im Erdreich, vorne nicht mehr im Erdreich)
Das Mauerwerk ist aus Betonstein gemauert.
Sämtliche Bereiche die im Erdreich sind, wurden mit einer schwarzen Dickschicht sowie einer schwarzen Wellenplatte geschützt.
Bis dato war der Unterbau wasserdicht und trocken.
Nun wurde auf dem Nachbargrundstück gebaut und das Erdreich welches an den Unterbau angrenzte abgetragen.
Dabei wurden mit dem Bagger teilweise die Wellenplatten abgerissen und die Dickschicht abgekratzt.
Fotos können das belegen.
Seit dieser Zeit dringt Wasser von der Außenseite durch die Wände und zwar dermaßen, dass sich im Raum richtige Pfützen bilden.
Der ausführende Architekt ist der Meinung, der Unterbau wäre falsch isoliert und das Wasser käme vom Carport selber (dieser ist ohne Dach) wenn es an der Seite herunterläuft.

Wie ist diese Situation einzuschätzen, da wir Bedenken haben, dass im Herbst/Winter weitere Schäden durch Frost etc. hinzukommen könnten.
Über eine Beratung wäre ich dankbar.

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Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,


vielen Dank für Ihre Anfrage. Auf Grundlage Ihrer Angaben möchte ich Ihr Anliegen gerne wie folgt beantworten:


Hier scheint es mir weniger um eine rechtliche, sondern um eine Tatfrage zu handeln.


1.

Denn entweder trifft Ihre sachliche Einschätzung, die bereits entstandenen wie auch die Winter zu gewärtigenden Schäden seien auf die baulichen Aktivitäten des Nachbarn zurückzuführen, zu. Dafür spricht immerhin, dass es bis dato keine Schäden gab, bis der Nachbar oder genauer der Bagger ins Geschehen eingriff. In diesem Fall haben Sie zivilrechtliche Ansprüche auf Schadensersatz und auf Unterlassung (§§ 823, 1004 BGB). Auch Ihre Aufwendungen für schadensabwehrende /- mindernde Massnahmen vor dem nächsten Frost könnten evt. dem Nachbarn auferlegt werden.


2.

Oder der Architekt hat Recht. Hieran zweifle ich zwar, da der Bagger immerhin die Wellenplatten abriss und die Dickschicht ankratze, ohne Ortskenntnis dies aber unter Vorbehalt. Wenn Sie mit dieser Sachverhaltsalternative den Unterbau falsch isoliert hätten, wäre das eintretende Wasser „hausgemacht“. Das heisst, nicht der Nachbar, sondern Sie hätten die Ursache gesetzt. Da die obig genannten Anspruchsgrundlagen Verschulden des Nachbarn voraussetzen, liefen die Anspruchsgrundlagen mangels Verschulden ins Leere. Dasselbe würde gelten, wenn der Baggerführer zwar ein bisschen offensiv ans Werk gegangen wäre, aber letztendlich die falsche Bauausführung Ihrerseits ganz oder teilweise die Ursache setzt. Dann gelten die Grundsätze des § 254 BGB (Mitverschulden). Der Schaden könnte dann im Rahmen der Verschuldensquote, in eindeutigen Fällen bis zu 100%, von Ihnen zu tragen sein.


3.

Da Ihnen diese beiden Alternativantworten wohl nicht recht weiterhelfen, rege ich an, dass Sie im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ hier vielleicht vom Tatsächlichen her noch ergänzende Informationen mitteilen, um Ihr Anliegen genauer in die eine oder andere Richtung zu beantworten.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

Tel.: +49 (0)39 483 97825
Fax: +49 (0)39 483 97828
E-Mail: ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2005 | 15:40

Sehr geehrter Herr Dr. Schimpf,

ich habe Ihnen 3 Bilder zugemailt auf denen Sie die Situation sehen können.
Bild 1 zeigt den Baubereich kurz nach dem Abtragen des Erdreichs. Sie sehen darauf auch, dass tatsächlich etwas Wasser an der Seite herablaufen kann (vom Boden).
Dies war jedoch schon vorher so und trotzdem trat niemals Wasser durch die Wand ein.
Bild 2 zeigt eine Nahaufnahme der jetzigen Situation. Es wurde eine Garage neben unseren Carport gestellt. (Links ist die Regenrinne zu sehen) Sehr deutlich zu sehen die beschädigte Dickschicht sowie die abgerissenen Wellplatten.
Bild 3 zeigt nochmals die Gesamtsituation.
Aufgrund der Vermoosung erkennt man auch, dass das Wasser schon längere Zeit etwas an der Wand heruntergelaufen ist.
Dies hatte jedoch nie eine Auswirkung.
Die Wände innen waren immer trocken.

Mit freundlichen Grüßen

Jochen K.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2005 | 15:51

Guten Tag nochmal,
Frau und Herr K.,

danke für die drei Bilder. Nun, diese sprechen eine deutliche Sprache. Der Vortrag des Achitekten scheint mir nicht mehr nachvollziehbar, es gilt mE Antwortalternative 1.

Frage ist nur, was jetzt der nächste Schritt ist. Da derartige Schäden häufig stark ins Geld gehen, rate ich Ihnen, umgehend mit einem Kollegen vor Ort ein Beweissicherungsverfahren einzuleiten (falls den der Nachbar uneinsichtig bleibt). Das kostet zwar etwas Geld, da ein in solchen Dingen versierter Sachverständiger beauftragt werden muss. Sie können das Gutachten aber dann leicht in einen evt. Prozess einbringen; falls Sie gewinnen, trägt die Kosten des Beweissicherungsverfahrens letztlich der Nachbar.

MfG RA Schimpf

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