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Wasser im Keller nach Abriss von Nachbargebäude

| 31.03.2014 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Pilarski


Zusammenfassung: Es geht um nachbarliche Ansprüche auf Unterlassung, Beseitigung sowie Schadenersatz wegen Undichtigkeiten im Bauwerk.

Hallo

Wir haben 2009 ein Haus gekauft.
Das angrenzende Nachbarhaus wurde einige Monate später auch verkauft.
Der Neue Nachbar hat in seinem Hinterhof einige Überdachte Schuppen selber zurückgebaut um einen größeren Bereich hinter dem Haus als Terrasse oder Hinterhof zu nutzen (Zugang nur durch Haus möglich) .
Da beide Häuser mal einer Familie gehörten (Winzer) haben wir bei uns einen Winzerkeller der einen Treppenaufgang zu den Nachbar Schuppen besitzt, dieser wurde von unserem Vorbesitzer schon 08/15 geschlossen.
Da der Nachbar jedoch die Schuppen abgerissen hat haben wir nun einen Dauer feuchten Keller wo sich Wasser sammelt da der Treppenausgang auf Nachbarsseite nur mit Rissigem Beton verschlossen wurde durch den das Wasser in unseren ca 1,50m tiefer liegenden Keller gelangt.
Zu dem steht auf Nachbars Grundstück eine ca. 70 cm dicke Schieferwand wo seine ehemaligen Schuppendächer angebaut waren welche auch nicht im Erdreich isoliert ist so das von dort aus auch Wasser auf seinen Rissigen Betonboden regnet und in unseren Keller versickert.
Nun ist die Frage wer für die Abdichtung zuständig ist damit das Regenwasser welches auf Nachbars Hinterhof regnet (er hat auch noch einen grün streifen von 4 m länge 1m breite und 0,40 m höhe an dieser Wand angelegt) nicht in unseren Keller fliest da mittlerweile meine Kellersteine sich langsam Auflösen und wenn das so weiter geht unser Anbau (Neubau2011) droht (in ein paar Jahren wegzubrechen weil die Kellersteine nur noch Sand ist durch dieses ständige ausspülen des Wassers.
Da wir ja wie schon beschrieben einen Anbau auf die Grenze gestellt haben kommt noch folgendes Problem .
In dem Bereich wo Nachbars 70 cm Dicke und ca 8m lange Wand steht wo seine ehemaligen Dächer der Schuppen auflagen läuft nun Wasser an unsere neu verputzte Wand welche auch schon nach 3 Jahren Wasserschäden hat da der Nachbar auf seine Alte Wand keine neue Abdeckung anbaut. Auf unsere Wand, 13 cm dick,haben wir eine Abdeckung aufgebracht.
Vor 3 Jahren wollte er dort noch eine Abdeckung machen da wir Angebaut haben doch seit dem passiert nichts.
Habe Ihn schon öfter darauf angesprochen jedoch hat er keine Zeit dafür.

Fragen Keller:
1.Was können wir machen wegen dem Keller Problem?
2.Wer ist verantwortlich für die Behebung / Dichtigkeit?
3.Sonstige Ratschläge?

Fragen Mauerabdeckung:
1.Wer ist für die Mauerabdichtung verantwortlich?
2.Was können wir machen?
3.Sonstige Ratschläge?


Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eingangs teile ich Ihnen mit, dass eine Beurteilung der Rechtslage ohne die Kenntnis des Grundbuchs bzw. der genauen Eigentumsverhältnis abschließend nicht möglich ist. Ich gehe davon aus, dass das Grundstück, das einer einzigen Familie gehörte, nunmehr im Rahmen einer Teilungserklärung aufgeteilt wurde, so dass der eine Teil in Ihrem Eigentum und der andere im Eigentum des Nachbarn steht.

Wie oben erwähnt kommt es bei der Beantwortung der Frage auf die Eigentumsverhältnisse an den betroffenen Grundstücksteilen an, von denen die Ursache für die Eigentumsbeeinträchtigungen herrühren.

Grundsätzlich kann jeder Eigentümer mit seinem Eigentum gemäß § 903 BGB nach Belieben verfahren, allerdings hat diese Freiheit dort Ihre Grenzen, wo Rechte eines anderen beeinträchtigt werden.

Hinsichtlich des beeinträchtigten Eigentums bestehen im Wesentlichen die Möglichkeiten des Schadenersatzes gemäß § 823 Abs. 1 Alt. 5 BGB sowie des Unterlassungs- und Beseitigungsanspruchs gemäß § 1004 Abs. 1 BGB und ein Ausgleichsanspruch gemäß § 906 Abs. 2 S. 2 BGB.

Wird Ihr Eigentum durch eine Handlung oder durch ein Unterlassen des Nachbarn zumindest fahrlässig beeinträchtigt und ergeben sich Schäden auf Ihrer Seite, dann ist der Nachbar gemäß § 823 Abs. 1 Alt. 5 BGB zum Schadenersatz verpflichtet.

Außerdem besteht gemäß § 1004 Abs. 1 BGB ein Anspruch Ihrerseits, dass der Nachbar die Beeinträchtigung unterlässt und die den schädigenden Zustand beseitigt.

Hinsichtlich Ihrer Fragen bezüglich des Kellers bedeutet das:

1. Um die Probleme im Keller zu lösen, stehen Ihnen die oben genannten Ansprüche zu, die Sie gegen den Nachbarn geltend machen können. Da es sich um ein nachbarliches Verhältnis handelt, würde ich eine einvernehmliche Lösung empfehlen, da das Verhältnis nach einem Rechtsstreit dauerhaft geschädigt sein könnte.
2. Aus der Beantwortung der ersten Frage ergibt sich die Antwort auf die zweite Frage. Sollten Teile, die im Eigentum des Nachbarn stehen die Ursache für die Beeinträchtigung Ihres Eigentums haben, so ist grundsätzlich der Nachbar für die Behebung verantwortlich.
3. Als sonstiger Ratschlag kommt die einvernehmliche Lösung in Betracht, die ich oben erwähnte, da das Verhältnis zu Ihrem Nachbarn nachhaltig gestört sein könnte.

Hinsichtlich der Fragen bezüglich der Mauerabdeckung bedeutet das:
1. Es gelten die gleichen Prinzipien wie für den Keller. Wenn die schädigenden Teile im Eigentum des Nachbarn stehen, dann ist dieser für die Behebung der Ursache und der Folgen verantwortlich.
2. Es können wiederum die Ansprüche, die ich oben erwähnte geltend gemacht werden.
3. Eine einvernehmliche Lösung wäre empfehlenswert, denn das Nachbarverhältnis besteht meist über Jahre. Diese wird durch die Rechtsstreitigkeit möglicherweise nachhaltig beeinträchtigt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei der Entscheidung hinsichtlich des weiteren Vorgehens behilflich sein. Nutzen Sie gerne die einmalige kostenlose Nachfragefunktion, falls Unklarheiten bestehen, damit ich diese gegebenenfalls ausräumen kann.

Ich kann Ihnen gerne anbieten, als neutraler Vermittler die Gegenseite zu kontaktieren und Ihr die Rechtslage klar zu machen und bei Scheitern Ihre Ansprüche geltend zu machen, wenn Sie mich direkt beauftragen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2014 | 18:59

Wie sag ich es meinem Nachbar ohne ihm auf die Füsse zu tretten?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2014 | 19:57

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Da werden Sie Ihren Nachbarn sicherlich besser kennen als ich und wissen, ab wann er sich auf die Füße getreten fühlt.

Ich selbst würde es diplomatisch angehen. Ich würde sachlich die Rechtslage und die sich hieraus ergebenden Folgen für beide Parteien schildern. Sollte Ihr Nachbar tatsächlich weiterhin abblocken, dann müsste man ihm letztendlich unter Fristsetzung mit Geltendmachung Ihrer Ansprüche konfrontieren. Wie gesagt kann ich die gesamte Angelegenheit bei direkter Beauftragung meiner Person gerne für Sie übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Pilarski
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 31.03.2014 | 19:01

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