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Was tun bei Kindesentzug?


08.03.2007 04:46 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrter Herr, Sehr geehrte Dame,

Mittlerweile habe ich ein schwerwiegendes Problem, an dem ich nicht ganz schuldlos bin. Ich werde versuchen in cronologischer Reihenfolge der geschehenen Ereignisse vorzugehen:

Am 30.01.2007 kam meine Frau Nachts von der Arbeit nach Hause (Sie arbeitet Spätschicht bei einer bekannten Fast-Food Kette). Sie sagte zu mir, dass sie nicht wisse ob das mit uns so weitergehen kann. Nach langer Diskusion kam heraus, dass sie mich nicht mehr liebt. Sie wäre im letzten Jahr nur noch bei mir geblieben wegen der Kinder (5 und 6 Jahre alt). Ich hätte sie die letzten 2 Jahre zu sehr verletzt. Zuerst kamen wir überein, daß wir uns noch eine Chance geben wollten, es stellte sich aber heraus, dass das von ihrer Seite aus nicht klappt. Immer wieder gerieten wir aneinander. Nachdem sie dann 2 Wochen später mit einer Freundin telefoniert hatte, rief sie mich auf der Arbeit an und meinte wir sollten ersteinmal für 2 bis 3 Monate getrennt leben. Da die fehlende Liebe nur ihrerseits war, hätte ich natürlich ein starkes emotionales Problem damit. Am abend des gleichen Tages kam noch ihr Vater zu uns und sprach mit ihr. Als sie in der nächsten Nacht nach hause kam sagte sie, das sie nicht mehr mit mir zusammen leben möchte, da sie nichts mehr für mich empfinde. Meine emotionale Anspannung ging in den nächsten 3 Tagen soweit, das ich meinen eigenen Tod als letzten Ausweg plante und sie darüber auch informierte. Da ich selbst erkannte, das ich hilfe brauchte, habe ich mich freiwillig stationär einweisen lassen. Nach einigen Gesprächen und 4 Tagen Aufenthalt war ich außerhalb jeglicher suicidaler Gefahr. Das Verhältnis (wenn man es überhaupt noch so bezeichnen kann) meiner Frau wurde mir gegenüber immer reservierter. Gleich nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus habe ich bei meiner Schwester unterkommen können, da meine Frau nicht mehr mit mir unter einem Dach leben konnte. Soweit zur Vorgeschichte.
Jetzt zum eigentlichen Problem: Das ich jetzt bei meiner Schwester wohne resultiert alleine daraus, das ich unsere Kinder nicht aus ihrer vertrauten Umgebung reißen wollte. Meine Frau und die Kinder sollen weiter in unserem Haus(Eigentum) leben. Ich könne jederzeit die Kinder sehen wenn ich wollte. Sie verlangt oder erwartet von mir, dass sie mit den Kindern zusammen wohnt. Ich tauche in ihrer Vorstellung nur als Besucher auf. Habe ich nicht die gleichen Rechte? Kann ich nicht auch verlangen die Kinder abends ins Bett zu bringen und morgens mit ihnen zu frühstücken? Wieso kann nicht auch ich für die Kinder dasein, wenn einer von beiden ein Problem hat? Diese "Vorwürfe" wenn man das so benennen kann habe ich auch meiner Frau gemacht. Die Kinder wollen Mama und Papa und nicht nur einen von beiden. Nach Aussage meiner Frau kann sie allerdings nicht in meiner Nähe sein. Nachdem meine Frau am Dienstag mit ihrer Freundin (20 Jahre alt und übernachtet schon seit einer Woche dort) zur Familienberatung gewesen ist, weigert sie sich mir zu sagen, was dort besprochen wurde. Natürlich war ich sehr verärgert. Schließlich sind die Kinder daran mit beteiligt und ich meine ein Recht darauf zu haben zu erfahren was los ist. Am Mittwoch Haben meine Frau und ich telefoniert. Da sie mir nicht sagen wollte was los ist und dauernd wieder aufgelegt hat, bin ich zu ihr gefahren um vernünftig mit ihr zu reden. Im Haus waren ihre Freundin und deren Freund. Nach vielem hin und her bin ich dann doch etwas laut geworden und die Emotionen haben überhand genommen. Ich habe ihr gesagt, dass sie ja nur darauf gewartet hat, dass ich die Fassung verliere, damit sie wenigstens einen Vorwand hat mich "abzusägen". Heute habe ich sie den ganzen Tag nicht angerufen. Nachdem ich sie abends zuhause nicht erreichen konnte (ich rufe immer um 20:00 Uhr an um den Kindern gute nacht zu sagen) rief ich sie mobil an. Jetzt mußte ich erfahren, dass Sie und die Kinder garnicht zu hause schlafen. Sie wollte mir auch nicht sagen wo sie übernachtet und meinte sie hätte nur die Möglichkeit gehabt in Frauenhaus zu gehen oder halt dorthin, weil sie Angst vor mir hätte. In den ganze 12 Jahren unserer Beziehung bin ich noch nicht einmal andeutungsweise handgreiflich geworden. Ich verstehe die Welt nicht mehr... Habe ich nicht das Recht zu wissen wo sich meine Kinder aufhalten? Wie soll ich weiter vorgehen? Ich befürchte meine Frau hat sich eine Scheinwelt aufgebaut und findet nicht mehr heraus. Sie sagt sie denkt an die Kinder. Aber was tut sie ihnen an? Läßt ihre Freundin bei sich mit im Bett schlafen. Lädt deren Freund (kennen sich erst seit 3 Wochen) ein. Ich muss mit ansehen, wie meine Kinder zusammen mit ihm in eine Decke gekuschelt auf unserem Sofa sitzen. Jetzt ist meine Frau bei für die Kinder wildfremdem Leuten. Mittlerweile habe ich wirklich Angst um meine beiden. Was kann ich tun? Welche rechtlichen Mittel stehen mir zur Verfügung?
Bitte geben sie mir eine Empfehlung was ich tun kann und wie Sie die Situation einschätzen. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben natürlich ein Recht zu erfahren, wo sich die Kinder aufhalten und ob die Kinder gut aufgehoben sind.

Aufgrund der Tatsache, dass Sie verheiratet sind, haben Sie mit Ihrer Frau das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder. Dieses bedeutet, dass Sie auch Auskunft von Ihrer Frau erhalten müssen, wo sich die Kinder befinden.

Diese Auskünft dürfte Ihnen die Frau nur verweigern, wenn diese befürchtet, dass Sie den Kindern Schaden zufügen. Davon ist nach Ihrer Schilderung aber auf keinen Fall auszugehen.

Leider hat die Trennungssituation, Ihre große Betroffenheit und der "Auszug" der Mutter mit den Kindern dazu geführt, dass zunächst die Basis für eine angemessene Gesprächsgrundlage entfallen ist.

Sie sollten daher das Jugendamt in Ihrer Stadt aufsuchen und dort um Vermittlung bitten. Dort sollten Sie die Sitution schildern. Das Jugendamt wird versuchen, Kontakt mit der Mutter zu bekommen und in einem gemeinsamen Gespräch zum Wohle der Kinder die Situation zu klären.

Das setzt natürlich voraus, dass die Mutter zu einem solchen Gespräch auch bereit ist. Unter Umständen finden erst getrennte Gepräche statt. Wichtig ist jedoch, so schnell wie möglich unter Zuhilfenahme Dritter den Kontakt zu den Kindern wieder herzustellen.

Im Rahmen der Gespräche beim Jugendamt wird auch Ihre Vorstellung des weiteren Aufenthaltes der Kinder besprochen werden können.

Offensichtlich hatten Sie und Ihre Frau sich zunächst darauf geeinigt, dass die Kinder bei dieser bleiben und alle im gemeinsamen Haus wohnen. Das ist zumindest für die Kinder die beste Lösung, damit diese im gewohnten Umfeld bleiben.

Diese Trennungssituation führt aber nun dazu, dass Sie gerade nicht jeder Zeit bei den Kindern sein können. Zwar ist es richtig, dass auch der Vater für die Kinder da sein muss. Bei einer Trennung ist dieses aber nicht den ganzen Tag möglich. Es ist nicht möglich, gegen den Willen der Mutter dort zu erscheinen, wie Sie es gerne möchten.

Ich gehe davon aus, dass diese Ausführungen nicht Ihren Vorstellungen entspricht. Die von Ihnen angestrebte Regelung würde voraussetzen, dass Sie und Ihre Frau die Trennungssitation bereits verarbeitet haben und vernünftig miteinander umgehen können. Dieses ist nach Ihrer Schilderung aber noch nicht der Fall.

Es wird daher zunächst bei den von Ihnen genannten "Besuchen" bleiben. Unter Umständen kann in Zukunft eine andere Regelung erzielt werden. Wenn es Ihnen beruflich möglich ist, könnte auch an das sogenannte Wechselmodell gedacht werden. Dabei halten sich die Kinder einen Teil der Woche bei dem einen Elternteil und den anderen Teil der Woche beim anderen Elternteil auf.

Mein Vorschlag, zunächst das Jugendamt um Mithilfe zu bitten, soll dazu dienen, die Angelegenheit einvernehmlich zu klären.

Daneben haben Sie aber auch die Möglichkeit sofort im Rahmen eines Gerichtsverfahrens ein Umgangsrecht durchzusetzen.

Sind Sie der Meinung, dass das Wohl der Kinder bei der Mutter erheblich gefährdet ist, können Sie auch die Übertragung des Sorgerechts, hilfsweise die Übertragung des Aufenthaltsbestimmungsrecht, beantragen. In solchen Vefahren würde dann ein Gericht entsprechende Regelungen treffen.

Ich würde aber zunächst versuchen, unter Mithilfe des Jugendamtes eine Regelung zu finden. Nur wenn das scheitert, sollten Sie die gerichtliche Auseinandersetzung in Betracht ziehen.

Sie sollten unverzüglich zum Jugendamt gehen, damit der Kontakt zu den Kindern schnell wieder hergestellt werden kann. Verweigtert das Jugendamt die Mithilfe oder wird nicht schnell genug tätig, suchen bitte einen Kollegen oder eine Kollegin auf.

Gerne können Sie sich auch telefonisch mit mir in Verbindung setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

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