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Was steht mir zu?


| 19.12.2009 12:06 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,
Wir sind seit August 2008 verheiratet.
Er -53, geschieden (die Exfrau starb nach der Scheidung), hat 3 Töchter aus der 1-te Ehe.
Er hat ein Haus, hat noch Kredite bei der Bank zu bezahlen.
Ich-52, 1 Sohn aus der 1-te Ehe hat eigene Familie.
Beide berufstätig. Wir haben kein Ehevertrag..
Ich brach ins Haus mein Erspartes, wir haben viel im und um das Haus gemacht.
Tatsache: ich bin weder im Grundbuch eingetragen, noch im Testament. Der hat nur Testament vor der Ehe gemacht, wo nur seine Kinder gedacht sind (natürlich).
Meine Frage:1) im Falle des Todes meines Mannes oder Scheidung, was steht mir zu? Gesetzlich.
2) soll ich mich in Grundbuch eintragen lassen? Oder in Testament? oder beides? Oder habe ich gesetzlich die Rechte/Recht auf etwas?

Danke im Voraus
MfG
Rissa

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Im Falle des Todes Ihres Mannes würde Ihnen gesetzlich ein Viertel des Vermögens Ihres Mannes zustehen, § 1931 I 1 BGB. Da Sie keinen Ehevertrag haben, leben Sie im Güterstand der Zugewinngemeinschaft, sodass sich der Erbteil des Ehegatten um ein Viertel erhöht, § 1371 I BGB. Neben den 3 Töchtern würden Sie somit insgesamt das Vermögen zur Hälfte erben.

Anders ist die Rechtslage jedoch, wenn – wie bei Ihnen – ein Testament vorliegt. Durch das Testament kann der Testierende gesetzlich erbberechtigte Personen von der Erbfolge ausschließen. Sie erhalten dann nur den Pflichtteil, § 2303 II BGB, der in der Hälfte des gesetzlichen Erbteils besteht, somit gegenüber Abkömmlingen 1/8 (sogenannter kleiner Pflichtteil).

Nach § 1371 II BGB können Sie aber daneben den Zugewinnausgleich nach den Vorschriften der §§ 1373 ff BGB geltend machen. Voraussetzung ist, dass Sie weder gesetzliche noch testamentarische Erbin wurden und Ihnen auch kein oder nur ein geringfügiges Vermächtnis zugewendet wurde. Sollte Ihnen dennoch ein Vermächtnis zugewendet werden (wovon ich nach Ihren Angaben nicht ausgehe) könnten Sie den Pflichtteil nur verlangen, wenn Sie das Vermächtnis ausschlagen, § 1371 III BGB.

Im Falle einer Scheidung müsste der Zugewinn ausgeglichen werden. Dies erfolgt nach den Vorschriften der §§ 1373 ff. Anspruch auf Ausgleich des Zugewinns haben Sie dann, wenn Ihr Ehegatte einen höheren Zugewinn erzielt hat als Sie. Der Zugewinn wird durch den Vergleich zwischen Anfangsvermögen und Endvermögen ermittelt. Dabei ist Zugewinn der Betrag, um den das Endvermögen eines Ehegatten das Anfangsvermögen übersteigt, § 1373 BGB.

Ihre 2. Frage lässt sich nicht so pauschal beantworten. Ob Sie sich ins Grundbuch eintragen lassen sollten, hängt davon ab, wie viel Vermögen Sie jetzt haben, ob das Grundstück belastet ist und wie Sie dann die Erbfolge bzgl. Ihres Sohnes regeln wollen. Wenn Sie sich ins Grundbuch eintragen lassen, dann erhöht sich mit aller Wahrscheinlichkeit Ihr Endvermögen, was sich unter Umständen negativ auf Ihren Anspruch beim Zugewinnausgleich auswirken kann. Sie würden dann als Miteigentümerin des Grundstücks auch für alle Lasten des Grundstücks mithaften. Die Vorteile bestehen natürlich darin, dass Sie Miteigentümerin des Grundstücks sind, Sie einen Zuwachs in Ihrem Vermögen haben, der auch als Sicherheit für Darlehen etc. dienen kann.

Eine Eintragung in ein Testament ist nicht möglich, da Testierfreiheit herrscht. Der Erblasser ist somit frei, sein Vermögen entsprechend seinem eigenen Willen unter Personen seiner Wahl zu verteilen, § 1937 BGB. Es ist jedoch möglich, dass Ihr Ehegatte sein Testament widerruft und Sie in einem neuen Testament ebenfalls berücksichtigt. Der Widerruf kann durch die Errichtung eines neuen Testaments erfolgen, § 2254 BGB. Als Ehegatten können Sie auch ein gemeinschaftliches Testament nach den §§ 2265 ff BGB errichten. In diesem Falle rate ich Ihnen, sich bei der Errichtung des Testaments von einem Notar beraten zu lassen, um bei der Erbeinsetzung Ihrer nicht gemeinschaftlichen Kinder keine Fehler zu machen.

Zusammenfassend sind gerade in der Frage der Errichtung eines gemeinschaftlichen Testaments sowie der Eintragung ins Grundbuch viele einzelne Aspekte zu berücksichtigen, die sich aus Ihrer individuellen Situation ergeben. Es kann auch erforderlich sein, sich steuerlich beraten zu lassen. Ob bei Eintragung ins Grundbuch die finanziellen Vorteile für Sie insgesamt überwiegen, kann natürlich nur anhand Ihrer jetzigen Vermögenssituation beurteilt werden. Ggf. müssten Sie dies einmal „durchrechnen“.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort zunächst weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
(Rechtsanwältin)
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Bitte beachten Sie, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine andere rechtliche Bewertung ergeben.
Bewertung des Fragestellers 21.12.2009 | 07:47


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Rissa"
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