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Was soll ich nun als erstes tun, das Gespräch mit der ARGE suchen, warten bis mein Hausarzt wieder

05.08.2010 14:52 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Guten Tag,

Im Februar diesen Jahres wurde mein Bruder auf grausame Art und Weise ermordet. Zur selben Zeit begann ich gerade ein neues Arbeitsverhältnis, und habe diese Situation auch offen mit meinem Chef besprochen.
Hatte darauf hin eine Woche Urlaub.
Nach dem Urlaub arbeitete ich wieder normal bis zum 12.07.
An diesem Tag war die erste von insgesamt fünf Gerichtsverhandlungen, und auch dies wusste mein Chef. Mittlerweile hatte ich ein sehr gutes Verhältnis mit ihm, wir waren auch per Du. Ebenso war die Probezeit vorbei!

Während der Verhandlung musste ich alles genau schildern, bin dem Mörder stundenlang gegenüber gesessen. Das alles hat mich sehr mitgenommen, da ich den Verlust noch nicht verarbeiten konnte.
Darauf hin bin ich in die Firma gefahren und habe offen über mein Problem gesprochen, das ich im Moment nicht arbeitsfähig bin und dringend Zeit benötige das irgendwie verarbeiten zu können. Mein Chef zeigte viel Verständnis und meinte er melde sich bei mir, da er nicht weiß wie wir das machen können, entweder Krankmeldung oder unbezahlt. Auf jeden Fall solle ich mich erholen und mich dann wieder melden. Bin darauf hin zum Arzt und habe mir eine Krankmeldung von 12.07-16.07 geben lassen, der Arzt meinte ich solle am 19.07 wieder kommen und wir werden sie verlängern. Habe diese Meldung auch der Firma gesandt.

Habe darauf hin meine Sachen gepackt und bin in den Urlaub gefahren. Ein schwerer Fehler wie sich rausstellt. Da ich am 02.08 erst aus dem Urlaub zurück gefahren bin, habe ich auch die Krankmeldung nicht verlängert.

Ich fand einen Brief vor, mit der Kündigung. Poststempel am 21.07. Ausgestellt am 20.07, mit der fristlosen Kündigung zum 19.07. Grund hierzu: Es kam in mehreren Fällen vor, dass wir ein entschuldigtes Fernbleiben von der Arbeitsstelle registrierten, ohne, dass sie dabei für uns erreichbar waren, bzw. eine Meldung oder Ärztliche Bescheinigung zu spät eingereicht wurde. Sofern noch Urlaub zusteht ist dieser ab 19.07 zu nehmen.

Wie kann mir Urlaub zustehen wenn ich fristlos gekündigt wurde?
Muss nicht vorher eine Abmahnung erfolgen?

Dies ist nun nochmal ein herber Rückschlag für mich, und ich hab im Moment keine Ahnung wie ich weiter verfahren soll. Auch die ARGE weiss davon nichts. Nun kann ich wohl mit einer Sperrzeit von 3 Monaten wegen Eigenverschulden, plus einer Woche wegen Verspäteter Meldung rechnen? Das wäre mein sozialer Abstieg.

Mein Hausarzt befindet sich noch bis 13.08 im Urlaub. Er könnte bestätigen das ich im Moment immer noch arbeitsunfähig bin. Auch bis zum 19.07 zurück. Da in der Zeit noch drei Verhandlungen waren. Aber soweit ich weiss kann ja ein Arzt nur drei Tage rückwirkend krankschreiben. Trotzdem ist das ganze doch eine Ausnahmesituation?!

Was kann ich nun tun? Ich bin total ratlos. Habe immer sauber gearbeitet, acht Jahre. Wer konnte mit dem Tod rechnen. Es hat mich hart getroffen, und der "Urlaub" war mehr als notwendig. Ich konnte nicht anders handeln in dem Moment. Werde versuchen zum 01.09 eine neue Arbeitsstelle zu finden. Trotzdem kann ich bis zum 01.10 nicht ohne Lohn überstehen. Die Aussicht auf Arbeitslosengeld ist meiner Meinung nach aber leider gering.

Ich hoffe sie können mir helfen diesen Scherbenhaufen wieder einigermaßen zusammenzufegen. Vor allem, was ich nun als erstes tun kann. Das Gespräch mit der ARGE suchen? Zu warten bis mein Hausarzt wieder da ist? Oder versuchen mit der Firma zu verhandeln das die Kündigung zurückgezogen wird?

Dafür bedanke ich mich im Vorraus schon sehr herzlich.

freundliche Grüße

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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage Ihrer Schilderungen und angesichts der Notlage, in der Sie sich anscheinend befinden, auch unter Berücksichtigung des eigentlich etwas niedrig angesetzten Betrages wie folgt beantworten:

Grundsätzlich müssen neben der rein rechtlichen Seite auch die menschlichen Aspekte dieses Falles berücksichtigt werden.

Diese sind ein ehemals gutes, fast schon vertrauliches Verhältnis zum Arbeitgeber, dessen Kenntnisse vom Schicksalsschlag und den damit verbundenen seelischen und körperlichen Belastungen für Sie.

Schließlich haben Sie im Zusammenhang mit der Hauptverhandlung Ihren aktuellen schlechten Gesundheitszustand in der Firma bekannt gegeben. Der Chef hat Ihnen zu einer Auszeit geraten, die Sie dann auch genommen haben.

Wenn in dieser Situation ein Fehler geschieht, der rein rechtlich gesehen möglicherweise als unentschuldigtes Fehlen zu bewerten ist, so stellt er in diesem konkreten Fall ohne vorherige Abmahnung keinen solch wichtigen Grund dar, das darauf eine fristlose Kündigung gestützt werden könnte.
Hier greift nach meiner Überzeugung (die allerdings nicht zwangsläufig auch vom zuständigen Arbeitsgericht geteilt werden muss) eine Pflicht des Arbeitgebers, die genauen Umstände Ihres Fernbleibens zu erkunden.

Zumindest bestehen gute Gegenargumente, die eine gerichtliche Anfechtung auf jeden Fall sinnvoll erscheinen lassen.

Wichtig für Sie ist zunächst der Gang zur Arbeitsagentur und Bekanntgabe der erfolgten Kündigung.

Sofern Sie beabsichtigen, die Kündigung anzufechten, sollten Sie dies der AA mitteilen; möglicherweise wird dann die Verhängung einer Sperrfrist bis zur gerichtlichen Entscheidung ausgesetzt.

Schließlich ist dringend erforderlich, die Kündigung mit einer Klage beim zuständigen Arbeitsgericht anzufechten. Dies muss innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung erfolgen.

Ein Kostenrisiko gehen Sie letztlich nicht ein, weil in erster Instanz vor dem Arbeitsgericht jede Partei ihre Kosten selber trägt, gleich wie das Verfahren ausgeht. Sie brauchen daher keine Sorge zu haben, etwa Kosten der Gegenseite zahlen zu müssen, sofern Sie verlieren sollten.

Da der Brief am 21.07. abgestempelt ist, ist er Ihnen frühestens am 22.07.2010 zugegangen. Die Dreiwochenfrist läuft damit am 12.08.2010 ab. Bis dahin muss die Klage eingereicht sein.

Sie können dies selber tun, oder sich einen Anwalt nehmen. Sofern Sie wenig finanzielle Mittel haben, können Sie Prozesskostenhilfe beantragen.

Falls Sie meine weitergehende Unterstützung wünschen, setzen Sie sich bitte mit mir in Verbindung.


Mit freundlichen Grüßen




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