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Was passiert mit meinem Haus nach einer Scheidung ??

| 25.08.2014 16:42 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


19:17
Hallo Community!

Ich werde wahrscheinlich bald meinen Kampf um die Ehe verlieren und neben den Herzschmerzen, die ich verspüre, muss man trotzdem stark sein und nach vorne schauen.

Deswegen schildere ich meine Situation:

Meine Frau (ganztägig berufstätig) und Ich wohnen in meinem Haus, das unter meinem Namen läuft und auch noch knapp 18 Jahre unter meinem Namen abbezahlt wird (Restschuld 83000 Euro). Weil sie ohne Ehe keine Kinder wollte, haben wir geheiratet. Und auch nach drei Jahren Kinderwunsch ist niemals etwas passiert in Sachen Schwangerschaft, was mir nun zu Gute kommt.

So weit, so gut.
Ich war immer so großzügig und meine Frau gab mir nie etwas zum monatlichen Tilgungsbeitrag oder den Nebenkosten gegeben. Lediglich Essen hat sie gekauft und den ganzen Haushalt geschmissen.

ALLERDINGS, und hier kommt nun der Knackpunkt, hat sie zwei Mal die Jahressondertilgung übernommen ( insgesamt 9000 Euro) und den dritten KFW-Kredit abbezahlt (10.000 Euro), was mich natürlich gefreut hat und ich als "gerecht" empfunden habe. Schließlich war ja mein Ziel, mit dieser Frau alt zu werden - und da sie mir nie etwas monatlich abgab (ich hab das nie verlangt und es war auch nie ein Thema in unserer Ehe) habe ich es wie gesagt gerecht gefunden.

Nun will ich natürlich nicht noch einmal als Verlierer rausgehen ( da ich ja schon der Verlierer der Ehe bin - sie hat eben keine Gefühle mehr für mich) und will natürlich mein Haus behalten. Sie hat noch 25.000 Euro von ihrer Oma geerbt, falls das hilfreich sein sollte für mich, aber das Geld soll natürlich ihr gehören und ich bin trotz der Gehörntheit nicht nachtragend und will hier gar kein Kapital schlagen. Ich will einfach nur mein Recht, mein Haus zu behalten, ohne das ich sie auszahlen muss.

Mit was muss ich im schlimmsten Fall rechnen? Also, wenn sie mich jetzt komplett ausschröpfen will?

LG Ein Hilfesuchender
25.08.2014 | 17:42

Antwort

von


(1210)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Vorab sei darauf hingewiesen, dass Sie ich hier das sehr komplexe und umfangreiche sowie schwierige Gebiet des Zugewinnausgleichs im Fall der Ehescheidung ansprechen. Im Rahmen einer Anfrage, wie Sie sie hier stellen, kann die Thematik nicht ansatzweise erschöpfend abgehandelt werden. Das gilt unter anderem auch im Hinblick auf Ihren Einsatz, mit dem Sie zum Ausdruck bringen, dass Sie nur eine kurze Stellungnahme wünschen.


2.

Aufgrund Ihrer Sachverhaltsschilderung gehe ich davon aus, dass Sie allein im Grundbuch als Eigentümer des Hauses eingetragen sind. Ferner unterstellte ich, dass kein Ehevertrag geschlossen worden ist, so dass Sie im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft leben. Sollten Sie einen Ehevertrag geschlossen und Gütertrennung vereinbart haben, gelten die nachfolgenden Ausführungen nicht.

Unterstellt, Sie leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft und weiterhin unterstellt, Sie sind als alleiniger Eigentümer des Hausgrundstücks im Grundbuch eingetragen, kann Ihnen das Haus niemand nehmen. Die Frage wird allerdings sein, ob und welchen Geldbetrag Sie im Rahmen des Zugewinnausgleichs an Ihre Ehefrau im Fall der Scheidung bezahlen müssen.

Um Ihnen eine Vorstellung zu vermitteln, wie vom Grundsatz her beim Zugewinnausgleich gerechnet werden muss, gebe ich Ihnen eine kleine Übersicht an die Hand.

Man muss zwei Stichtage beim Zugewinnausgleich unterscheiden: den Stichtag für das Anfangsvermögen und den Stichtag für das Endvermögen. Stichtag für das Anfangsvermögen ist der Tag der Eheschließung. Stichtag für das Endvermögen ist der Tag, an dem der Scheidungsantrag dem anderen Ehegatten vom Gericht zugestellt worden ist.

Im Regelfall haben die Eheleute während der Ehezeit Vermögen erworben und Vermögen geschaffen. Deshalb wird im Regelfall das Endvermögen höherer als das Anfangsvermögen sein.

Man muss nun für jeden Ehegatten feststellen, welches Anfangsvermögen und welches Endvermögen besteht. Ein Ehegatte wird ein höheres Vermögen während der Ehezeit erwirtschaftet haben und ist dadurch dem anderen Ehegatten ausgleichspflichtig.


3.

Ein (sehr vereinfachtes) Beispiel kann diese Problematik verdeutlichen:

Nehmen wir an, Sie haben während der Ehezeit (nur) das Hausgrundstück erworben. Das Hausgrundstück hat, wiederum angenommen, einen Wert von 300.000 €.

Sodann nehme ich an, natürlich rein fiktiv, Ihre Ehefrau habe Vermögen in Höhe von 50.000 € gebildet. Die Differenz zwischen dem Vermögen, dass Sie während der Ehezeit erworben haben, also 300.000 €, und dem Vermögen des von Ihrer Ehefrau während der Ehezeit erworbenen Betrags von 50.000 € beträgt 250.000 €. D.h., Sie haben während der Ehezeit ein höheres Vermögen erworben und sind folglich ausgleichspflichtig gegenüber Ihrer Ehefrau. Damit müssten Sie an Ihre Ehefrau die Hälfte des vorgenannten Differenzbetrages von 250.000 €, also 122.000 € zahlen.

Das ist in ganz groben Zügen die Funktionsweise des Zugewinnausgleichs. Im Detail ist die Berechnung weitaus komplizierter.

Dieses Beispiel kann Ihnen aber schon einen ersten Anhaltspunkt bieten, worauf Ihre Frage ja auch abzielt.

Dass es daneben noch weitere Problemkreise gibt, die im Rahmen einer Trennung auftreten, sei nur am Rande erwähnt.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 25.08.2014 | 18:04

Vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Ich verstehe im Großen und Ganzen ihr Rechenbeispiel und hätte nur eine Ergänzung übrig:

Das Haus hab ich VOR der Ehe gekauft. Spielt das denn eine Rolle?

MfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.08.2014 | 19:17

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Die Tatsache, daß Sie das Haus vor der Eheschließung gekauft haben, bedeutet, daß das Haus Ihrem Anfangsvermögen zuzurechnen ist.

An dem Wert des Hauses partizipiert Ihre Ehefrau also nur insoweit, als daß die Immobilie ggf. während der Ehezeit eine Wertsteigerung erfahren hat.

Beispiel: Angenommen, daß Hausgrundstück hatte zum Zeitpunkt der Heirat einen Wert von 300.000 €. Während der Ehezeit hat das Haus eine Wertsteigerung von 50.000 € erfahren. Dann wäre Ihr Zugewinn nur 50.000 €.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 25.08.2014 | 19:25

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