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Was passiert mit dem Haus und dem Abtrag bei einer Trennung, Unterhalt?

| 27.08.2013 15:07 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Wir sind jetzt seit 11 Jahren verheiratet und hatten bei der Eheschließung beide kein Grundvermögen was mit in die Ehe gebracht wurde. Im Jahre 2010 wurde mir als alleinige Tochter das Haus meiner Eltern überschrieben. Ich stehe alleine im Grundbuch, die Kreditverträge für Hausumbau und Ausbau wurden von uns beiden unterschrieben. Wir hatten die ganze Zeit ein gemeinsames Konto wodurch die Kreditverträge von beiden beglichen wurden. Bei einer Trennung werde ich mit den beiden Kindern im Haus wohnen bleiben. Wie sieht hier eine Kostenverteiligung bei einer Trennung aus? Die Schulden belaufen sich auf 100.000,00 € bei einem Einkommen meines Mannes von 2.000,00 € und bei mir von 950,00 € ohne Kindergeld. Es wurden bereits ca. 18.000,00 € gezahlt als Abtrag und Ansparung in Bausparverträge die zur Ablösung dienen.
Muss ich meinem Mann die Hälfte des bisher gezahlten Abtrages ausbezahlen und er ist raus aus den Verträgen oder muss er weiterhin die Abträge mit tragen?

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich die von Ihnen gestellte Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes und des Gebühreneinsatzes wie folgt:

Es gibt unterschiedlich Ansprüche die nach einer Trennung/Scheidung zu berücksichtigen sind. Da wäre zunächst der Zugewinnausgleich.

Beim Zugewinnausgleich geht es darum, den Vermögenszuwachs während der Ehe bei einer Trennung aufzuteilen.

Das Gesetz geht grundsätzlich davon aus, dass beide Eheleute je zur Hälfte an einem Vermögenszuwachs während der Ehe teilhaben sollen. Hierbei wird das Anfangsvermögen und das Endvermögen der jeweiligen Ehepartner gegenüber gestellt.

Sie haben mitgeteilt, dass Sie kein Anfangsvermögen mit in die Ehe eingebracht haben. Das Endvermögen berechnet sich danach, was nach Abzug der Verbindlichkeiten noch vorhanden ist. Ein Endvermögen kann jedoch nicht negativ sein.

Ich gehe vorliegend davon aus, dass es sich bei den Verbindlichkeiten um eine gesamtschuldnerische Haftung handelt. Ist im Rahmen des Zugewinnausgleichs eine Gesamtschuld der Ehegatten zu berücksichtigen, für die sie im Innenverhältnis anteilig haften, so kommt es für die Ermittlung der Berücksichtigung der Summe im jeweiligen Endvermögen darauf an, ob die Ausgleichsforderung nach § 426 BGB realisierbar ist. Das ist auch dann der Fall, wenn ein Ehegatte erst aufgrund des Zugewinnausgleichs im Stande ist, die interne Ausgleichsforderung zu erfüllen.

Wäre Ihr Ehegatte mithin nicht im Stande die Ausgleichsforderung in Höhe der hälftigen Schulden (50.000€) zu zahlen. Insofern wären diese auch im Endvermögen nicht anzurechnen sondern würde Ihnen in voller Höhe angerechnet werden. Wäre er im Stande diese zu zahlen, würden Ihnen die Verbindlichkeiten jeweils hälftig angerechnet werden. Da ich keine näheren Kenntnisse vom Vermögen Ihres Ehegatten habe, gehe ich vorliegend zunächst von der hälftigen Aufteilung der Verbindlichkeiten aus.


Ihr Endvermögen ist mithin der Wert des Grundstückes abzüglich der hälftigen Verbindlichkeiten (50.000 €).

Da Ihr Ehemann keine Vermögenswerte, sondern lediglich Verbindlichkeiten hat, das Endvermögen aber kein negativer Wert sein kann, ist sein Endvermögen 0.

Die Differenz zwischen Anfangs- und Endvermögen bei Ihrem Ehegatten ist mithin ebenfalls 0.

Vermögen, das ein Ehegatte nach Eintritt des Güterstands durch Schenkung oder als Ausstattung erwirbt, wird nach Abzug der Verbindlichkeiten dem Anfangsvermögen hinzugerechnet, soweit es nicht den Umständen nach zu den Einkünften zu rechnen ist. Diese Vermögenszuwächse werden als privilegierter Erwerb bezeichnet und werden nicht dem Zugewinn und damit beim Zugewinnausgleich hinzugerechnet. In Ihrem Fall wird mithin der Wert des Grundstückes nicht nur dem Endvermögen sondern auch dem Anfangsvermögen hinzugerechnet.

Zudem wird die Wertsteigerung des Anfangsvermögens auf Basis des vom Statistischen Bundesamts ermittelten Verbraucherpreisindex berücksichtigt (Indexierung).

Zur Verdeutlichung folgende Beispielrechnung in welchem für das Grundstück ein Wert von 200.000€ veranschlagt wurde:

Anfangsvermögen Ehemann: 0
Endvermögen Ehemann:-50.000,- (=0)
Zugewinn Ehemann:0

Anfangsvermögen Ehefrau:0
Indizierte Zuwendung zzgl. Verbraucherindex ca: 206.953,97
Endvermögen Ehefrau: 150.000 € (Grundstückswert abzgl. Verbindlichkeiten)
Ergibt einen Zugewinn in Höhe von -50.000,-

Da lediglich Vermögenswerte die während der Ehezeit erzielt wurden hälftig geteilt werden sollen, keiner von Ihnen jedoch Vermögenswerte erzielt hat, steht keinem von Ihnen ein Anspruch auf Zugewinnausgleich zu. Insofern hat Ihr Ehemann im Fall einer Scheidung keinen Anspruch auf Zahlung von Zugewinn.

Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass eine pauschale Beantwortung Ihrer Frage nicht die ausführliche Beratung eines Rechtsanwaltes ersetzt, bei welchem Einsicht in sämtliche Unterlagen und Tatsachen genommen wird.

Für etwaige Rückfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfrageoption oder kontaktieren mich direkt per Email.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Schütz
Rechtsanwältin

Rückfrage vom Fragesteller 28.08.2013 | 07:56

Hallo,

das heißt, meinem Mann steht keinerlei Geld zu, er muss nur die Hälfte der Schulden mit tragen? Verstehe ich das richtig?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.08.2013 | 09:12

Ihrem Mann steht keinerlei Geld zu, das sehen Sie richtig. Gegenüber der Bank bleibt er zwar was die Verbindlichkeiten angeht mit Schuldner, jedoch müssten Sie (sollten Sie das Haus alleine nutzen) im Innenverhältnis die Verbindlichkeiten für das Haus alleine begleichen. Dies würde bei der Berechnung etwaiger Unterhaltsansprüche berücksichtigt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Schütz
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 27.08.2013 | 16:43


Sie können dann die Verbindlichkeiten auf sich überschreiben, müssen die Bezahlung derselben ab dem Zeitpunkt jedoch selbst bestreiten. Insofern würde ich Ihnen dringend raten sich bzgl. des Ihnen dann zustehenden Unterhaltsanspruches ausführlich anwaltlich beraten zu lassen.

Bewertung des Fragestellers 30.08.2013 | 08:02

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