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Was passiert bei Vorversterben eines Erben?

21.06.2013 19:11 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,
Die Tante meiner Lebensgefährtin ist verstorben. Nun wurde das Testament eröffnet. Darin wurden alle ihre Neffen und Nichten begünstigt, einschließlich sie selbst. Außerdem wurde auch der einzige Bruder der Verstorbenen als Erbe eingesetzt. Dieser Bruder ist aber leider verstorben.
Meine Frage wäre nun:
Wenn dieser Bruder nicht mehr lebt erben dann automatisch dessen Kinder, die ja ohnehin als Neffen und Nichten im Testament berücksichtigt wurden. Oder wird der Erbteil des Bruders an alle am Testament beteiligten verteilt.?

Sehr geehrter Rechtsratsuchender,

vielen Dank für die von Ihnen gestellte Anfrage, welche ich basierend auf den von Ihnen geschilderten Sachverhalt und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Zunächst muss ich darauf hinweisen, dass ich keine rechtsverbindliche Auskunft erteilen kann, sondern zu Ihrer Frage nur allgemeine Ausführungen machen kann, da mir die letztwillige Verfügung der Erblasserin nicht vorliegt.

Die von Ihnen gestellte Frage fasse ich so auf, dass der Bruder zum Zeitpunkt des Erbfalls der Tante Ihrer Lebensgefährtin vorverstorben ist. Sollte dies nicht so sein, so teilen Sie mir dies bitte im Rahmen der Nachfragefunktion mit.

Sind in einem Testament mehrere Erben eingesetzt und fällt einer von ihnen durch Vorversterben weg, kommt es zunächst auf den Willen des Erblasser an, wie dieser Fall geregelt wird. Sollte diesbezüglich keine Regelung des Erblassers vorliegen, kann es zu einer Anwachsung nach § 2094 BGB kommen. Durch die Anwachsung wächst der Erbteil des Vorverstorbenen den übrigen Erben im Verhältnis ihrer Erbteile an, wenn der Erblasser die bedachten Erben derart eingesetzt hat, dass ihre Erbteile den Nachlass erschöpfen.

Weiter ist zu beachten, dass die Auslegungsregel des § 2069 BGB in diesem Fall nicht zur Anwendung kommt. Die Auslegungsregel des § 2069 BGB sieht vor, dass wenn der Erblasser einen seiner Abkömmlinge bedacht hat und dieser nach Errichtung des Testaments wegfällt, so ist im Zweifel anzunehmen, dass dessen Abkömmlinge insoweit bedacht sind, als sie bei der gesetzlichen Erbfolge an dessen Stellen treten würden. Jedoch ist diese Norm nicht, und auch nicht in einer entsprechenden Anwendung anwendbar, wenn der Erblasser keine Abkömmlinge eingesetzt hat, sondern andere nahestehende Personen, wie z.B. Geschwister.

Der Erbteil des weggefallenen Bruders der Erblasserin würde demnach den übrigen Erben nach dem Verhältnis Ihrer Erbteile anwachsen.

Ich hoffe, dass meine Antwort Ihnen eine erste rechtliche Orientierung ermöglicht hat und Ihnen weiterhelfen wird.

Ohne genaue Kenntnis vom Wortlaut der letztwilligen Verfügung ist eine abschließende Antwort im Rahmen einer Erstberatung aus der Ferne leider nicht möglich.
Ich empfehle Ihnen, einen Anwalt vor Ort mit der Prüfung der letztwilligen Verfügung zu beauftragen. Gerne können Sie sich deswegen auch mit mir in Verbindung setzen.


Bitte berücksichtigen Sie, dass diese Plattform eine erste rechtliche Orientierung bietet, aber eine persönliche und ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann, da eine abschließende Beurteilung der konkreten Rechtsangelegenheit nur nach einer umfassenden Sachverhaltsermittlung, insbesondere durch die Einsichtnahme in sämtliche Unterlagen, möglich ist. Zudem kann das Hinzufügen und Weglassen von Informationen zu einer anderen rechtlichen Beurteilung führen.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen.

Robert Baginski
- Rechtsanwalt –

Rechtsanwaltskanzlei Baginski
Hildburghauser Str. 43b
12279 Berlin
Tel.: 030 – 303 56 075
E-Mail: Kanzlei.Baginski@gmail.com

Ergänzung vom Anwalt 24.06.2013 | 00:58

Ergänzend noch die folgende Hinweise:

Dass § 2069 BGB weder in direkter noch analoger Anwendung für Geschwister gilt, können Sie im Palandt BGB-Kommentar (§ 2069 BGB Rd. 8 – mit weiteren Hinweisen auf Gerichtsurteile) entnehmen.

Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass sich bei der angegebenen Telefonnummer ein Fehler eingeschlichen hat. Die richtige Telefonnummer lautet: 030 – 303 46 075.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen

Robert Baginski
- Rechtsanwalt -

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