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Was passiert, wenn nach gesetzlicher Erbfolge noch das Testament gefunden wird?

15.03.2008 05:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


1. Ein Testament wird nicht aufgefunden
2. Erbauseinandersetzung erfolgt nach gesetzlicher Erbfolge
3. Womit ist zu rechnen, wenn irgendwann (nach
abgeschlossener Erbauseinandersetzung und Verteilung der Erbschaft an die Erbberechtigten)doch noch ein Testament auftaucht mit abweichenden Vorgaben (Vermächtnisse etc) ?

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Wird erst nach Jahren und nach erfolgter Erbauseinandersetzung eine Verfügung von Todes wegen (Testament) aufgefunden, so hat die Verteilung des Nachlasses auf Grund des Testamentes zu erfolgen.

Sofern Erbscheine an die vermeintlich bisherigen Erben erteilt wurden, sind diese gemäß § 2361 Abs. 1 BGB vom Nachlassgericht einzuziehen, da die bisher erteilten Erbscheine unrichtig sind.

Kann ein Erbschein nicht sofort erlangt werden, hat ihn das Nachlassgericht gemäß § 2361 Abs. 2 BGB für kraftlos zu erklären.

Gemäß § 2362 Abs. 1 BGB kann der wirkliche Erbe aus dem Testament von dem Besitzer eines unrichtigen Erbscheins die Herausgabe an das Nachlassgericht verlangen. Gemäß § 2362 Abs. 2 BGB hat derjenige, welchem ein unrichtiger Erbschein erteilt wurde, dem wirklichen Erben über den Bestand der Erbschaft und über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände Auskunft zu erteilen.

Der Vermächtnisnehmer kann dementsprechend gemäß § 2174 BGB von dem Beschwerten die Leistung des vermachten Gegenstands fordern.

Der Erbschaftsbesitzer, also derjenige der auf Grund eines ihm nicht zustehenden Erbrechts etwas aus der Erbschaft erlangt hat, als auch jede Dritte Person, die eine Sache aus dem Nachlass erhalten hat, ist dem tatsächlichen Erben gemäß § 2027 BGB zur Auskunft verpflichtet, über den Verbleib der Erbschaftsgegenstände.

Der wirkliche Erbe hat ein Anspruch auf Herausgabe des aus dem Nachlass erlangten gegen den Erbschaftsbesitzer nach § 2018 BGB.

Ist der Erbschaftsbesitzer zur Herausgabe außerstande, so hat dieser dem wirklichen Erben gemäß § 2021 BGB Wertersatz zu leisten.

Für die nunmehr auf Grund des Testaments beeinträchtigten Personen und vermeintlich früheren Erben besteht unter Umständen die Möglichkeit der Anfechtung des Testaments. Hierzu kann auf Grund mangelnder Angaben diesseits jedoch keine Beurteilung erfolgen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage verschaffen und Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen sollten Sie einen Kollegen vor Ort beauftragen. Sofern Sie es wünschen können Sie auch mit dem Unterzeichnenden für eine weitere Vertretung Kontakt aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

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