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Was muss ich beim Erbrecht beachten? EILT SEHR!

| 26.11.2012 21:32 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Mutter ist jetzt verstorben. Ein Lebensgefährte lebte mit ihr 30 Jahre im Haus meiner Mutter in Bochum.
Ich bin die alleinige Tochter und wohne 500 km entfernt, habe kein gutes Verhältnis und kein Vertrauen zu dem Lebensgefährten. Nach den Vorstellungen des Lebensgefährten soll ich das Haus meiner Mutter erst nach der Beerdigung meiner Mutter betreten dürfen. Offensichtlich benötigt er Zeit um vollendete Tatsachen zu schaffen. Ich kenne meine Rechte nicht und weiß nicht ob er mir den Zugang zum Haus und zu den Sachen meiner Mutter verwehren kann.
Ich habe keinen Totenschein vom Krankenhaus und mir ist kein Testament bekannt.
Wie sichere ich meine Rechte und wie verhalte ich mich rechtskonform?
Ich bitte um Rat
Hedda

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für die Anfrage.

Zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid zum Tod Ihrer Mutter aussprechen.

Sodann möchte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhalts und Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Sollte Ihre Mutter tatsächlich kein Testament hinterlassen haben, wären Sie als einziges Kind Alleinerbin nach § 1924 BGB. Dann wäre mit dem Tod Ihrer Mutter (Erbfall)das gesamte Vermögen als Ganzes (Erbschaft)auf Sie allein übergegangen. Um dies auch im Rechtsverkehr beweisen und nutzen zu können (z.B. Grundbuch umschreiben, über Konto Ihrer Mutter verfügen etc.), müssten Sie beim Nachlassgericht einen sog. Erbschein beantragen.

Örtlich zuständig für die Beantragung eines Erbscheins ist nach § 343 FamFG das Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zur Zeit des Erbfalles seinen Wohnsitz hatte. Dies wäre das Amtsgericht - Nachlassgericht - Bochum. Den Antrag können sie gegenüber dem zuständigen Gericht schriftlich oder zur Niederschrift der Geschäftsstelle stellen. Zur Niederschrift der Geschäfsstelle bedeutet, dass Sie einfach zum Gericht gehen und den Mitarbeitern Ihr Anliegen mitteilen. Diese werden den Antrag dann entsprechend für Sie aufnehmen.

Nach § 2365 BGB wird vermutet, dass die Person, die im Erbschein bezeichnet ist, wirklich Erbe ist und dass keine anderen Verfügungsbeschränkungen bestehen. Der Erbschein ist somit unbedingt erforderlich, um Ihre Rechte durchsetzen zu können.

Des weiteren wären sie als Alleinerbin zuständig für die Beerdigung Ihrer Mutter und die Übernahme der Kosten der Beerdigung. Sie sollten sich daher mit einem Bestatter in Verbindung setzen.

Sie sollten also schnellstmöglich nach Bochum fahren und sich um die Beerdigung und den Erbschein kümmern.

Bei dieser Gelegenheit sollten Sie das Gespräch mit dem Lebensgefährten Ihrer Mutter suchen. Vielleicht hat der Lebensgefährte Kenntnis über ein Testament, wobei es für Sie natürlich besser wäre, wenn es kein Testament gäbe. Sollte der Lebensgefährte kein Testament kennen, sollten Sie ihm klar machen, dass Sie dann die Alleinerbin sind und als diese berechtigt, das Haus Ihrer Mutter zu betreten. Zudem sind Sie natürlich auch als einzige Tochter berechtigt, das Haus Ihrer Mutter zu betreten und Zugang zu ihren persönlichen Sachen zu erhalten. Sie sollten den Lebensgefährten daher, wenn nötig auch schriftlich unter Fristsetzung, auffordern, Ihnen Zugang zu gewähren. Sollte der Lebensgefährte Sie aber trotzdem nicht in das Haus lassen, müssten Sie beim Amtsgericht eine einstweilige Anordnung auf Zugang beantragen.

Sollte Ihre Mutter mit ihrem Lebensgefährten einen Mietvertrag oder irgend eine andere Vereinbarung bezüglich der Nutzung des Hauses gehabt haben, wären Sie als Alleinerbin kraft Gesetzes in diese Vereinbarung eingetreten, Sie müssten diese dann beachten.

Sollte Ihre Mutter verschuldet gewesen sein, müssten sie darüber nachdenken, das Erbe auszuschlagen. Die Frist hierfür beträgt nach § 1944 BGB 6 Wochen ab dem Zeitpunkt, in welchem der Erbe von dem Anfall und dem Grunde der Berufung Kenntnis erlangt.

Zudem sollten Sie die Krankenkasse und Rentenkasse Ihrer Mutter über deren Versterben informieren. Des weiteren eine Lebensversicherung, sofern eine solche besteht oder andere Versicherungen oder ähnliches.


Abschließend möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meiner Antwort ein wenig weiterhelfen. Sollte Ihnen noch etwas unklar sein, dürfen Sie gerne die Nachfragemöglichkeit nutzen. Wenn Sie zufrieden sind, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann
Rechtsanwältin


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