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Was kann ich gegen diese Kündigung unternehmen?

29.06.2005 12:02 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Tochter ist am 29.05.04 geboren, hatte bei meinem AG für 1 Jahr Elternzeit bis 31.05.05 beantragt. Seit 01.06.05 arbeite ich Teilzeit bei meinem AG, 4 Std./tägl., 20 Std./Woche. Heute hat er mir eröffnet, daß ich zu "teuer" bin und er mich nicht weiter beschäftigen kann. Er hat mir zum 31.07.05 gekündigt. Wir sind ein Betrieb mit insgesamt 6 MA (einschl. mir). Was kann ich gegen diese Kündigung unternehmen? Er hat mir angeboten ab dem 01.08.05 auf 400,00 EUR-Basis bei ihm zu arbeiten und dann am 01.01.06 die Stelle einer dann ausscheidenden MA (Vollzeit!) zu übernehmen. Wie wird denn mein Arbeitslosengeld bis Ende diesen Jahres berechnet? Werden dann die 400,00 EUR angerechnet? Wird das Gehalt meines Lebensgefährten mitangerechnet? (Wir sind nicht verheiratet.) Vielen Dank

29.06.2005 | 13:59

Antwort

von


(99)
Köbelinger Str.1
30159 Hannover
Tel: 0511 330893 80
Web: http://www.pi-kanzlei.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Fragen, die ich auf Basis der gegebenen Informationen beantworten möchte.

1. Sie können gegen diese Kündigung Kündigschutzklage binnen einer Frist von 3 Wochen erheben, so dass der Arbeitgeber im Prozess das Vorliegen eines betriebs-, personen-, oder verhaltensbedingten Kündigungsgrundes darlegen und beweisen muss. Dafür müssen aber die 5 Mitarbeiter außer Ihnen sämtlich in Vollzeit beschäftigt sein. Das Kündigungsschutzgesetz ist nämlich in Ihrem Fall nur anwendbar, wenn der Betrieb mehr als 5 Beschäftigte hat, wobei Teilzeitbeschäftigte wie Sie mit 0,5 gezählt werden. Sind die anderen 5 Mitarbeiter also vollzeitbeschäftigt, dann sind als 6 Mitarbeiter zu zählen. Sind dagegen 4 Mitarbeiter vollzeitbeschäftigt und Sie und ein weiterer MA teilzeitbeschäftigt, ist das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar. Sie können dann die Kündigung nur auf Verstoß gegen die guten Sitten überprüfen lassen. Nach dem, was Sie mitteilen, ist ein solcher Verstoß jedoch nicht ersichtlich.

2. Das Arbeitslosengeld berechnet sich grundsätzlich nach den letzten 52 Wochen vor Entstehung des ALG - Anspruches. Von diesem Bemssungszeitraum auszugehen würde eine unbillige Härte bedeuten. Deswegen beträgt bei Ihnen der Bemessungsraum 2 Jahre ( dies folgt aus § 131 I SGB ), wobei der Zeitraum der Elternzeit abgezogen wird.

3. Wenn Sie mehr als 15 Stunden in dem 400 Euro Job arbeiten, erlischt Ihr ALG - Anspruch ganz. Arbeiten Sie weniger als 15 Stunden, und verdienen weniger als 325 Euro, dann findet eine Anrechung nicht statt. Verdienen Sie jedoch mehr als 325 Euro, dann findet eine Anrechnung statt.

4. Das Gehalt Ihres Lebensgefährten wird nicht mit angerechnet.

Ich hoffe, dass Ihre Fragen geklärt sind und dass ich Ihnen durch meine Antwort geholfen habe.

Mit freundlichen Grüssen

Patrick Inhestern


ANTWORT VON

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