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Was ist zu tun, um das Erbe auszuschlagen?

| 05.01.2015 20:24 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Gesetzliche Erbfolge, Ausschlagung, Bestattungskosten

Meine Schwester ist am 04.01.15 verstorben. Sie war verwitwet. Die Beerdigungskosten, Ihr laufender Kredit, Renovierungskosten der Wohnung etc. übersteigen ihr Privatvermögen um ca. 5000 €.
Ein Testament ist nicht vorhanden.
Wir sind 3 Geschwister und die Mutter. Wer müsste für die Schulden aufkommen nach dem Erbrecht? Wir alle zusammen oder als Erstes nur die Mutter?

Was ist zu tun, um das Erbe auszuschlagen und wie tritt es offiziell in Kraft?

Danke für Hilfe.

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst möchte ich Ihnen mein Beileid aussprechen und Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft für die kommende Zeit wünschen!

Ihre Anfrage beantworte ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt:

1. Ohne Testament tritt die gesetzliche Erbfolge in Kraft.
Ich gehe nach Ihrer Schilderung davon aus, dass Ihr Vater bereits vorverstorben ist, also nur Ihre Mutter, Geschwister und Sie noch leben. Würden beide Eltern noch leben, würden allein diese erben. In Ihrem Fall treten Sie und Ihre Geschwister aber an die Stelle des Vaters und erben damit seinen Anteil am Nachlass Ihrer Schwester. Dies ist geregelt in § 1925 Abs. 3 BGB.

Damit sind Sie neben Ihren Geschwistern und Ihrer Mutter zunächst Erben, wenn sich nicht doch noch ein Testament anfindet. Alle Erben haften für die Nachlassverbindlichkeiten gemeinsam. Jedoch erben Sie und Ihre Geschwister gemeinsam lediglich eine Hälfte des Nachlasses und Ihre Mutter die andere Hälfte, denn Sie sind mit Ihren Geschwistern an die Stelle des Vaters getreten. Entsprechend wären intern auch die Haftungsquoten so verteilt.

2. Wollen Sie das Erbe aufgrund der Überschuldung ausschlagen, können Sie dies innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis vom Erbe und Ihrer Berufung zum Erben tun, § 1944 BGB. Die Frist ist länger, sofern Ihrer Schwester ihren letzten Wohnsitz im Ausland hatte.
Die Ausschlagung erklären Sie zur Niederschrift gegenüber dem Nachlassgericht oder lassen die Erklärung öffentlich beglaubigen. Die Erklärung muss innerhalb der 6 Wochen ab Kenntnis vom Erbfall und Ihrer Berufung zum Erben erfolgen. Die Frist dient dazu, dass zunächst der Nachlass gesichtet und informiert entschieden werden kann, ab das Erbe angetreten wird oder nicht. Sie können aber selbstverständlich auch bereits jetzt das Erbe ausschlagen.

3. Sie sollten jedoch unbedingt wissen, dass nächste Angehörige (insbesondere Ehegatten, Eltern, Kinder, Geschwister) dennoch bestattungspflichtig sind und für die hier entstehenden Kosten herangezogen werden. Dies gilt auch bei Ausschlagung des Erbes. Nimmt jedoch zumindest eine Person das Erbe an, werden die Bestattungskosten vom Erben getragen, § 1968 BGB.

4. Wenn Ihnen noch nicht ganz klar ist, ob der Nachlass tatsächlich überschuldet ist, gibt es auch die Möglichkeit, eine Nachlassverwaltung oder Nachlassinsolvenz zu beantragen. In diesem Fall wird der Nachlass durch einen Nachlassinsolvenzverwalter der Nachlass verwertet, um die Schulden zu begleichen. Überschüsse werden schließlich an die Erben ausgekehrt. Dies jedoch nur als weitere Möglichkeit, die Sie gemeinsam bedenken können.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit den obigen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung geben. Bitte beachten Sie, dass dieses Forum keine persönliche Rechtsberatung ersetzen kann und dass durch Hinzufügen oder Weglassen wichtiger Informationen die rechtliche Bewertung anders ausfallen kann.

Bei Verständnisfragen nutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Nele Trenner
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 06.01.2015 | 18:04

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