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Was ist steuerrechtlich eine Schenkung?


| 10.06.2005 10:00 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Ich weiß, dass die freibeträge für Schenkungen an Kinder bei 205.000 alle 10 Jahre liegen. Mein Frage ist nun, wo fängt Schenkung an, bzw. wo hört sie auf? Kann ich meinen Kindern z. B. ein mal im Jahr (oder mehr?) einen teuren Urlaub bezahlen ? Darf ich ihnen zusätzlich zum Geburtstag (oder auch einfach nur so..) teure Geschenke machen ? Darf ich ihnen Möbel für ihre Wohnung schenken ? Darf ich ihre Autoversicherung und ähnliches übernehmen, ihren Beitag zum ADAC oder ähnliches ? Usw.usw. Wenn ich das alles heute mache , wird das dann zusammengerechnet und ich kann nicht mehr die große Summe schenken ?
10.06.2005 | 11:18

Antwort

von


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63450 Hanau
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Sehr geehrter Rechtssuchender,

Sie sprechen auf den grundsätzlichen Begriff der Schenkung im Steuerrecht an.

Nach den Richtlinien der Finanzverwaltung zu § 7 Erbschaftssteuergesetz, dass auch für Schenkungen gilt, setzt eine Schenkung eine freigiebige Zuwendung voraus. Eine freigiebige Zuwendung wiederum setzt voraus, dass der Empfänger objektiv auf Kosten des Zuwendenden im Vermögen bereichert wird und keine Rechtspflicht für diese Zuwendung existiert.

Auf die Rechtspflicht spricht der § 13 Abs.1 Nr.12 ErbStG an. Diese Bestimmung dürfte sehr interessant für Sie sein, da ich,ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen, die Vermutung anstellen darf, dass Sie eher über ein überdurchschnittliches Einkommen verfügen.
Sind ihre Kinder aber noch nicht 18 Jahre alt oder befinden sich noch in der Ausbildung, dann sogar bis zum 21 Lebensjahr, sind Sie gegenüber Ihren Kindern unterhaltspflichtig.
Beziehen Sie hohe Einkünfte, fällt auch die Unterhaltspflicht in der Regel sehr hoch aus. So kann es unterhaltsrechtlich durchaus sein, dass Sie verpflichtet sind, Ihren Kindern ein Auto während der Ausbildungszeit zu finanzieren, vielleicht sogar zu kaufen. Auch kann es unter den angemessenen Unterhaltsanspruch fallen, Ihnen einmal im Jahr einen teuren Urlaub zu finanzieren.
Wie hoch die Unterhaltspflicht konkret ist, ist sehr schwierig bestimmbar. Bei höheren Einkommensgruppen gilt nämlich nicht mehr die Düsseldorfer Tabelle, vielmehr bestimmen sich die Unterhaltsansprüche jeweils nach dem Einzelfall.

So habe ich kürzlich mit einem Richter am Oberlandesgericht über den angemessenen Unterhalt für höhere Einkommensgruppen gesprochen. Hierbei schilderte mir der Richter einen Fall, in dem der Vater nach der Scheidung dazu verurteil wurde, seiner Tochter einen sehr teuren Schlittschuhkurs weiter zu finanzieren, da ihr dieser auch schon während der bestehenden Ehe der Eltern bezahlt wurde. Was ich damit illustrieren will ist, dass der Unterhaltsanspruch von den tatsächlichen Lebensverhältnissen der Familie geprägt wird.

Für Sie bedeutet dass nun steuerrechtlich, dass alle Zuwendungen, die Sie Ihren Kindern im Rahmen Ihrer angemessenen Unterhaltspflicht geleistet haben, keine steuerrechtliche Schenkungen darstellen und damit auch nicht auf die Schenkungsfreibeträge angerechnet werden. So können auch teure Geschenke unter den angemessenen Unterhaltsbedarf fallen.

Eine weitere sehr interessanter Punkt ist, dass auch Zuwendungen, die Sie Ihren Kindern zu Ausbildungszwecken machen, steuerfrei sind. Was ich Ihnen jetzt allerdings nicht sagen kann ist, ob dies auch für Kinder über das 21 Lebenjahr hinaus gilt. In den Richtlinien der Finanzverwaltung findet sich hierzu leider keine Kommentierung. Ich könnte mir aber gut vorstellen, dass dies der Fall ist. Sie sollten hierzu einen Steuerberater fragen.
Schenkungssteuerfrei wären damit aber die Bezahlung von Studiengebühren, Lehrbüchern, wahrscheinlich auch die Miete für eine Studentenwohnung, wenn das Kind in einer anderen Stadt studiert.

Wenn Sie Ihren Kindern Hausrat und Möbel schenken, so ist dies nach § 13 Abs.1 Nr.1 a Erbschaftssteuergesetz gem. 13 Abs.1 Nr.1 a Erbschaftssteuergesetz wenn dies nicht den Wert von 41.000 EUR übersteigt. Dieser Wert gilt aber für jedes Kind, so dass Sie zB zwei Kindern Hausrat usw in Höhe von 82.000 EUR zuwenden können, ohne dass dies unter unter die Schenkungssteuer fallen würde.

Alles was darüber hinausgeht, wird dann natürlich auf die Freibeträge angerechnet und fällt unter die 10 Jahresfrist.

Sollten Ihre Kinder noch im unterhaltsberechtigten Alter sein, empfehle ich Ihnen von einem Fachanwalt für Familienrecht Ihre Unterhalspflichten berechnen zu lassen. Wenn dann später das Finanzamt diese Zuwendungen in diesem Rahmen als steuerpflichtig anrechnet, können Ihre Kinder hiergegen Einspruch einlegen.

Ich hoffe dass ich Ihnen mit meiner Antwort helfen konnte

Mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

Nachfrage vom Fragesteller 11.06.2005 | 10:23

Vielen Dank für die ausführliche Antwort, die mir auch sehr weitergeholfen hat. Da ich noch den Anspruch auf eine Zusatzfrage habe möchte ich folgendes nochmal ansprechen. Es geht in meinem Fall nicht darum wieviel ich zahlen "muß", sondern wieviel ich zahlen "darf". Meine Tochter z.B. ist über 21, arbeitet in ihrem erlernten Wunschberuf. Leider verdient sie dort nicht sehr viel und ich freue mich mich sie möglichst viel unterstützen zu können. Könnte ich bespielsweise auch ihr problemlos die Miete und Nebenkosten zahlen ? Auch oder erst recht wenn sie in einem Haus wohnt das mir gehört ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.06.2005 | 10:47

Sehr geehrter Rechtssuchender,

ich werde diese Frage anhand eines Kommentars noch einmal vertieft prüfen. Dies wird mir vor Montag oder Dienstag allerdings nicht möglich sein. Da ich Ihre e-mail Adresse habe, werde ich Ihnen dann Nachricht geben.

Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüssen

Marcus Glatzel
Rechtsanwalt

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"Ich möchte mich hier ganz herzlich für die sehr ausführliche und verständlichen Erklärungen und Recherchen bedanken. Sie haben mir wirklich sehr geholfen. Zudem finde ich diese Möglichkeit der Beratung besonders gut, weil man alle Informationen auch gleich schriftlich vorliegen hat. Geht man zu einem Beratungsgespräch , hat man in der Regel hinterher wieder die Hälfte vergessen oder falsch verstanden und merkt es nicht, weil man sich ja nicht vergewissern kann wie hier, in dem man einfach erneut nachliest.
Von Ihrer Mühe auch wirklich ins Detail zu gehen war ich sehr beeindruckt. Vielen Dank. "
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Ich möchte mich hier ganz herzlich für die sehr ausführliche und verständlichen Erklärungen und Recherchen bedanken. Sie haben mir wirklich sehr geholfen. Zudem finde ich diese Möglichkeit der Beratung besonders gut, weil man alle Informationen auch gleich schriftlich vorliegen hat. Geht man zu einem Beratungsgespräch , hat man in der Regel hinterher wieder die Hälfte vergessen oder falsch verstanden und merkt es nicht, weil man sich ja nicht vergewissern kann wie hier, in dem man einfach erneut nachliest.
Von Ihrer Mühe auch wirklich ins Detail zu gehen war ich sehr beeindruckt. Vielen Dank.


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