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Was gilt : Erbvertrag oder Testament?


18.01.2006 10:02 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von



Guten Tag,
folgendes Problem:Mein Mann und ich haben mit seinem Großonkel einen Erbvertrag geschlossen, der besagt, daß wir, "die Erben" den Hof und die Ländereien bekommen im Fall seines Todes und uns"um die Beerdigung kümmern sollen".Das Barvermögen haben wir in einem Nachtrag vom Erbe ausgeschlossen(in beidseitigem Einvernehmen).Desweiteren hat er ein Testament gemacht, indem er 5 weitere Nichten/Neffen einsetzt, die sein Barvermögen erben.Nun ergibt sich folgende Situation:Das beauftragte Bestattungsunternehmen sagte uns, es sei üblich, da wir die Erben seien, die Kosten für die Bestattung dem Nachlass zu entnehmen,was wir auch taten(wir haben die Rechnung bei der Bank eingereicht und diese hat sie anstandslos beglichen).Nun behauptet einer der "Nachlassnehmer", das hätten wir nicht gedurft, wir seien verpflichtet die Kosten aus unserer eigenen Tasche zu zahlen.Andererseits behauptet er aber, die Rechtsabteilung der Bank habe entschieden, dass mit dem Nachtrag im Erbvertrag der vorherige Erbvertrag das Barvermögen betreffend nichtig sei und er auch Miterbe!Ich versteh die Welt nicht mehr und frage Sie:
1. Müssen wir die Beerdigungskosten selbst zahlen?
2. Ist er nun Erbe oder Nachlassnehmer(im ersten Fall muß er doch auch zahlen,oder?)
Mit freundlichen Grüßen
silkeb
18.01.2006 | 11:45

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte:

1.Aufgrund des Erbvertrags wurde Ihnen ein bestimmter Teil vererbt, nämlich der Hof und Ländereien. Im Gegenzug haben Sie sich verpflichtet, die Beerdigungskosten zu übernehmen. Kraft Gesetz sind Beerdigungskosten von den Erben und somit aus dem Nachlaß zu bezahlen, § 1968 BGB. In Ihrem Fall haben Sie aber die Kosten übernommen als Auflage dafür, dass Sie auf der anderen Seite den Hof und die Ländereien erhalten. Aus dem genauen Wortlaut kann sich natürlich etwas anderes ergeben. Nach Ihrer Schilderung gehe ich aber davon aus, dass Sie die Kosten im Erbvertrag übernommen haben und diese Kosten dann nicht aus dem Nachlaß gezahlt wird.

2.Wenn Sie mit „Nachlaßnehmer“ einen der Neffen meinen, so ist dieser Erbe geworden aufgrund des Testaments. Das Testament beinhaltet das Barvermögen, das vererbt wird. Insofern „kolliedieren“ der Erbvertrag und das Testament nicht. Denn anscheinend haben Sie mit dem Erblasser vereinbart kraft Nachtrag zum Erbvertrag (der Nachtrag muß notariell beurkundet sein, damit er wirksam ist), dass das Barvermögen ausgenommen sein soll. Insofern konnte der Erblasser darüber frei verfügen. Die Neffen sind dann ebenfalls Erben. Die Neffen müssen keine Kosten der Beerdigung übernehmen, weil Sie diese im Erbvertrag übernommen haben.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin

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Nachfrage vom Fragesteller 19.01.2006 | 08:43

Nur um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen.Wir haben den Vertrag nicht auf der Gegenleistung gemacht seine Beerdigung zu bezahlen, sondern uns im Falle einer Krankheit um ihn zu kümmern.Wir haben ihn auch bis zu seinem Tod zu Hause gepflegt.Unter anderem stand zum Ende des Erbvertrages eben dieser Satz mit der Beerdigung.Wir sind aber der Meinung, da er sonst niemanden hatte, dass wir die Totenfürsorge übernehmen sollten, aber nicht die Kosten, da ein nicht unbeträchtliches Barvermögen vorhanden ist...?Oder ist das jetzt "Auslegungssache"?Mit feundlichen Grüßen.Silkeb

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.01.2006 | 19:03

Es ist schwierig, ohne den vorliegenden Vertrag eine verbindliche Aussage zu treffen.
Es kann durchaus sein, dass die in dem Testament genannten Erben sind und die Verfügung im Erbvertrag nur die Pflege und Fürsorge des Erblassers umfasst hat. Dann müssen die anderen testamentarischen Erben die Beerdigungskosten anteilig mittragen.

Vielleicht sollten Sie mir den Vertag doch zunächst schicken, damit ich eine genauere Prüfung im Rahmen einer Beratung vornehmen kann.

Die Verbindungsdaten sind:

Nina Heussen
Weiler Rechtsanwälte
Sonnenstr. 2
80331 München
Telefon: 089 / 51 11 47 77
Telefax: 089 / 51 11 47 74

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
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