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03.02.2019 13:13 |
Preis: 60,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Mein Vater ist vor kurzem verstorben und war mit meiner Stiefmutter 45 Jahre verheiratet.
Beide haben einen Berliner Testament abgeschlossen.
Sie besaßen ein Haus in Spanien und eine Eigentumswohnung in Berlin. Die zwei Immobillien gehören jetzt meiner Stiefmutter.
Frage: Wenn jetzt meine Stiefmutter stirbt, bin ich dann der rechtmäßige Erbe?
Wenn nicht, sollte meine Stiefmutter zusätzlich ein Testament abschließen?

Mein Vater hat noch 2 Töchter aus erster Ehe, mit denen er seid über 35 Jahren kein Kontakt mehr hatte. Ich bin das einzige Kind aus der zweiten Ehe. Meine Stiefmutter hat keine Kinder und keine Geschwister.

Vielen Dank für die Hilfe


Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Wenn ich die Sachverhaltsschilderung richtig verstehe, war Ihr Vater dreimal verheiratet:

- Aus der ersten Ehe sind zwei Töchter hervorgegangen.
- Sie sind das einzige Kind aus der zweiten Ehe.
- Die dritte Ehe ist kinderlos geblieben.


2.

Da Ihr Vater und Ihre Stiefmutter ein Berliner Testament verfasst haben, haben sie sich wechselseitig zu alleinigen Erben eingesetzt. Ob das Berliner Testament noch weitergehende Bestimmungen enthält, z. B. was nach dem Tod des Letztversterbenden geschehen soll, ergibt sich aus dem Sachverhalt nicht.


3.

Aufgrund des wechselseitigen Ehegattentestaments ist die letzte Ehefrau (Ihre Stiefmutter) Alleinerbin geworden.

Das heißt aber auch, dass die Abkömmlinge Ihres Vaters, also Sie und die beiden Töchter aus erster Ehe, enterbt worden sind und folglich Pflichtteilsansprüche gegen die Erbin, nämlich die Stiefmutter, geltend machen können.

Das jedoch nur am Rande.


4.

Verstirbt nun die Stiefmutter, werden Sie nicht deren Erbe, vielmehr müsste die Stiefmutter Sie durch eine letztwillige Verfügung (Testament oder Erbvertrag) zum Erben einsetzen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

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