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Wareneinkauf mit Überstunden entgelten?

19.10.2016 08:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Doreen Prochnow


Zusammenfassung: Geldwerte Leistungen wie Sachwerte oder Gutscheine als Vergütung für Überstunden unterfallen der Einkommenssteuer soweit die Freigrenzen überschritten werden. Sie sind in eine geordnete Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung als Nachweis für das Finanzamt und Sozialträger aufzunehmen.

Hallo,
ich arbeite seit fast 3 Monaten in einem Einzelhandelgeschäft. Dort bekomme ich 20% Rabatt auf Wareneinkäufe. Allerdings werden diese nicht gleich bar bezahlt, sondern schriftlich notiert. Dannnwerden Überstunden mit dem Netto-Stundenlohn multipliziert und der Wareneinkauf davon abgezogen. Der Restbetrag bleibt offen. Das alles ohne Ansprache mit mir und ohne dass es auf der Lohnabrechnung erscheint, sondern als Extra-Blatt über ein Excel-Sheet aufgezeichnet.
Wie sieht es da rechtlich aus? Muss das nicht über die Lohnabrechnung laufen?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Natürlich muss das Ganze über die Lohnabrechnung erfolgen, denn auch die Vergütung für Überstunden ist Einkommen, auch wenn die Vergütung in Form von Sachwerten (= Einkäufen) und geldwerten Vorteilen (20% Rabatt) erfolgt, vgl. § 8 EStG. Für verschiedene Geldwerte Vorteile gelten Freigrenzen, bei Warengutscheinen bis zu 44 € pro Monat, bei Rabatten bis zu 1080 € im Jahr. Allerdings muss dennoch für das Finanzamt nachvollziehbar abgerechnet und belegt werden, dass heißt sowohl Überstunden als auch deren Vergütung sind in der Lohnabrechnung anzugeben.

Die Vergütung für Überstunden, gleich in welcher Form sie gewährt wird, ist also Einkommen ( § 2 Abs. 1 Nr. 4 EStG)

Einzig das Abbummeln von Überstunden ist steuerfrei. Steuerfrei sind in gewissem Umfang auch Zuschläge für Nacht- und Sonntags- sowie Feiertagsarbeit, vgl § 3b EStG.

Das ganze nicht offiziell über die Lohnabrechnung laufen zu lassen, kann Konsequenzen bezüglich einer Steuerverkürzung bis hin zur Steuerhinterziehung haben und kann auch eine Straftat hinsichtlich nicht abgeführter Sozialabgaben für den Arbeitgeber darstellen, da diese sich prozentual aus ihrem Gehalt errechnen.

Hierüber sollten sie ihren Arbeitgeber aufklären und - am besten nachweisbar und schriftlich- zu einer ordnungsgemäßen Lohn- bzw. Gehaltsabrechnung auffordern, um selbst keinen strafrechtlichen Konsequenzen ausgeliefert zu sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


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