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Warenankauf ohne Rechnung


| 18.01.2007 20:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Sehr geehrte Damen und Herren.

Ich habe vor kurzem ein Gewerbe angemeldet.Ziel ist natürlich eine dauerhafte Gewinnabsicht.Da ich zum Erwerb von Waren eine UISt.nr. benötige habe ich mich nicht als Kleinunternehmer angemeldet.Ich stelle also Rechnungen mit Mehrwertsteuer aus.

Nun kommt es vor, das ich Waren zB. auf Elektroflohmärkten erwerbe ( auch Neuware ) und dafür keine Rechnung bzw. Quitung erhalte.Wie verbuche ich dies gegenüber dem Finanzamt ???
Kann ich mir einen Eigenbeleg selbst ausstellen ( und wenn ja,wie häufig) ????
Mein Jahresumsatz wird bei ca.22000 Euro liegen.

Wie sieht es aus , wenn ich selbsterzeugte, künstlerische Skulpturen über das selbe Gewerbe verkaufen will.
Muß ich hierfür eine seperates Gewerbe anmelden???
Stichwort freiberufliche Tätigkeit.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrter Herr,

im Rahmen einer Erstberatung beantworte ich Ihre Frage wie folgt:
Prinzipiell ist die Erstellung von Eigenbelegen in gewissem Umfang zulässig, für den Fall, dass Sie zB keine Quittung erhalten haben. Ein korrekter Eigenbeleg sollte mindestens folgende Angaben enthalten:
Zahlungsempfänger mit vollständiger Anschrift (Straße, Ort) und ggf. mit Rechtsform
Art der Aufwendung, z.B.: Kauf einer Farbpatrone XY, 3 Stück Datum der Aufwendung (im Zweifelsfall schätzen, aber immer angeben)
Kosten: Nennen Sie den Bruttopreis (je Stück und insgesamt sowie Umsatzsteuersatz)
Belegen Sie (soweit möglich) die Höhe des Preises (etwa durch die Preisliste des Händlers)
Nennen Sie einen Grund für den Eigenbeleg (z.B. Verlust, Diebstahl)
Datum und Unterschrift – nicht des Verkäufers (die auf einer Rechnung entbehrlich ist), sondern die eigene Unterschrift.

Um die Vorsteuer aus den Eigenbelegen beim Finanzamt geltend zu machen, sollte der leistende Unternehmer auf seine Umsatzsteuerpflicht geprüft werden. Darüber hinaus sollte auch diesbezüglich beim Finanzamt eine Umsatzsteuerabfrage vorgenommen werden, in welcher ebenfalls diese Steuerverpflichtung des leistenden Unternehmers bestätigt werden muss.
Steuerrechtlich liegt eine klarere Vorstellung von dem Begriff des Künstlers vor. So muss insbesondere eine gewisse Gestaltungshöhe der Kunst gegeben sein. Fachliche Ausbildungen in der entsprechenden Kunstrichtung und natürlich die öffentliche Beachtung des Künstlers durch Ausstellungen oder öffentliche Kritik sind klare Indizien für die Künstlereigenschaft. Die Mitgliedschaft in einem Berufsverband reicht für die Anerkennung einer künstlerischen Tätigkeit alleine nicht aus.

Der Künstler kann nur freiberuflich tätig sein, sofern er sich selbständig, nachhaltig und mit Gewinnabsicht am wirtschaftlichen Verkehr beteiligt. Die Beteiligung am wirtschaftlichen Verkehr äußert sich darin, dass der freiberufliche Künstler im Gegensatz zum Abnehmer auch als Anbieter von Leistungen nach außen am Markt klar erkenntlich auftritt. Weitere Bedingung für den freiberuflich tätigen Künstler ist die Gewinnerzielungsabsicht, die ihn klar von der Liebhaberei (s.u.) abgrenzt.

Eine gewerbliche Betätigung liegt vor, wenn die Tätigkeit nicht mehr als künstlerisch eingestuft wird. Konkretes Beispiel wäre also der Künstler, der sein Bild in tausendfertiger Ausfertigung druckt und verkauft.

Insbesondere in der Kunst erscheint die Abgrenzung zwischen Beruf und Hobby als schwierig, da manche Künstler wohl ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben und Künstler oftmals erst nach längerer Anlaufzeit positive Einkünfte erzielen. Verluste in der Anfangszeit bedeuten somit auch nicht direkt, dass es sich um Liebhaberei handelt. Die fehlende Gewinnerzielung ist ein Indiz für die Liebhaberei, weitere Prüfungspunkte sind die künstlerische Berufsausbildung, eine professionelle Vermarktung durch Teilnahme an Ausstellungen, eine öffentliche Beachtung durch Erwähnung in einschlägiger Literatur sowie die Frage, ob die künstlerische Tätigkeit die alleinige Existenzgrundlage darstellt.

Der letzte Punkt dürfte für all diejenigen relevant sein, für die die Kunst nur eine nebenberufliche Tätigkeit darstellt. Da die Kunst für sie nicht die alleinige Existenzgrundlage ist, läuft ihre künstlerische Tätigkeit schnell Gefahr, zumindest langfristig als Liebhaberei eingestuft zu werden, sofern keine Gewinne erwirtschaftet werden.
Welche Fallgestaltung bei Ihnen vorliegt, vermag ich nicht abschließend beurteilen zu können.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung oder auch im Rahmen einer Mandatserteilung; am besten per mail: phermes1@gmx.de

Mit besten Grüßen

RA Hermes

Nachfrage vom Fragesteller 18.01.2007 | 21:29

Noch einmal nachgefragt:
In einem konkreten Fall habe ich 3 elektronische Bauteile für 1500 Euro auf einem Elektrobasar erworben. Da ich den Wiederverkaufswert kenne, ca. doppelt so hoch möchte ich Sie natürlich gewerblich verkaufen( mit Garantie usw.- wie ich verplichtet bin )
Für diesen Kauf habe ich aber keine Rechnung o.ä. erhalten.
Genügt hier ein Eigenbeleg mit Kaufsumme und Kaufort?
Name und Anschrift des Händlers sind mir nicht bekannt.

Ich bin nicht Vorsteuerabzugsberechtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.01.2007 | 22:06

In Zweifelsfällen muss der Erwerb natürlich nachgewiesen werden hier zB durch ein Foto von den Maschinen; im Zweifel liegt es im Ermessen des Sachbearbeiters, ob der Eigenbeleg anerkannt wird.
Da Sie die Adresse des Verkäufers bzw. Zahlungsempfängers nicht mehr haben, würde ich dies aber verneinen.
Mit besten Grüßen

RA Hermes

Ergänzung vom Anwalt 18.01.2007 | 22:28

Zur Klarstellung: Ein Vorsteuerabzug mit einem Eigenbeleg ist grundsätzlich im Hinblick auf § 15 UstG nicht möglich. Es ist nichtsdestotrotz ein Versuch mit Angabe der Gründe zu empfehlen und unter Offenlegung der Umstände.
Bewertung des Fragestellers |


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