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Waren im Internet bestellt und nicht bezahlt


18.12.2006 20:23 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht



Hallo,

ich bin 27 Jahre alt, habe zwei Kinder und bin nicht vorbestraft.
Ich habe innerhalb des letzten Jahres wegen psychischer Probleme viele Waren im Internet bei versch. Versandhäusern bestellt und nicht bezahlt.
Es handelt sich nicht um große Beträge, manchmal nur um 30 €, höchstens um 600 €, nur eben bei sehr vielen unterschiedlichen Versandhäusern.
Nun erhielt ich eine Anzeige von einem der Versandhäuser wegen Warenkreditbetruges.
Ich habe mich noch nicht dazu geäußert, habe aber am Dienstag einen Termin zur mündlichen Vernehmung bei der Kripo.
Eine eidesstattliche Versicherung habe ich vor ca. 1 Jahr auch abgegeben.
Nun weiß ich nicht weiter. Soll ich gleich erzählen, dass es sich nicht nur um den einen Fall handelt, oder lieber (noch) nicht?
Was für eine Strafe erwartet mich denn, wenn es zur Verhandlung kommt, denn es sind ja viele Fälle in einem?
Ich habe nun doch Angst, vor allem wegen meiner Kinder, dass ich ins Gefängnis muss... Oder wird es in jedem Fall eine Bewährungsstrafe?
Bitte helfen Sie mir... Vielen herzlichen Dank.

Bitte verzeihen Sie , dass ich nur 20 € einsetzen kann. Ich beziehe Hartz 4 und weiß schon jett nicht mehr, was ich wo als erstes bezahlen soll... Danke.

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Sehr geehrter Fragestellerin,

anhand der von Ihnen gemachten Informationen und des ausgelobten Einsatzes kann ich Ihre Fragen wie folgt beantworten:

So wie Sie den Sachverhalt beschreiben, handelt es sich hierbei um einen sog. Eingehungsbetrug. Dieser liegt (grob skizziert) dann vor, wenn Sie Ihren Vertragspartner wissentlich über Ihre Zahlungsfähigkeit getäuscht haben und dieser dadurch einen Schaden erlitten hat. Dieses Verhalten wird unter dem allgemeinem Betrugstatbestand § 263 Strafgesetzbuch subsumiert.
Ich unterstelle einfach mal, dass dieser tatbestandlich vorliegt.

Da § 263 StGB einen großen Bereich an Straftaten abdeckt, ist auch der Strafrahmen weit gefasst, er reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Ich entnehme Ihren Angaben, dass Sie Ersttäterin sind. Eine Freiheitsstrafe kommt dort bei einfach gelagerten Fällen normalerweise nicht in Betracht, schon gar nicht, wenn nur der eine Fall angeklagt werden würde. Hier ist an eine Geldstrafe zu denken.
So schwierig es ist, hier eine aussagekräftige Prognose abzugeben, so würde ich bei einem einzelnem Fall die Straferwartung bei 30 bis 50 Tagessätzen ansetzen.
Dies könnte im Strafbefehlsverfahren erfolgen, d.h. ohne Gerichtsverhandlung, man würde Ihnen die Strafe ähnlich wie bei einem "Knöllchen" einfach per Brief mitteilen.

Sollten jedoch wie von Ihnen beschrieben, eine Vielzahl von Fällen vorliegen, (wieviele genau, wäre natürlich für eine fundierte Einschätzung wichtig!) besteht schon die Möglichkeit, dass der Strafausspruch eine Freiheitsstrafe enthält, allerdings dürfte diese zur Bewährung ausfallen.

Was die Einlassung bei der Polizei angeht, sie müssen sich nicht selbst belasten - und sollten dies nach Möglichkeit auch nicht tun. Ohne den Sachverhalt genau zu kennen, ist es leider schwierig eine genaue Aussage zu treffen.

Grundsätzlich empfehlen wir Beschuldigten in einem Strafverfahren, bei der Polizei keine Aussage zu machen, sondern zunächst durch einen Anwalt Akteneinsicht zu nehmen und dann erst eine schriftliche Einlassung zum Sachverhalt durch den Anwalt abzugeben. Dies ist auch kurzfristig möglich.
Hier könnten dann auch entsprechende Anträge an die Staatsanwaltschaft, z.B. hinsichtlich einer Einstellung des Verfahrens, gestellt werden.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Angaben eine erste Orientierung ermöglicht zu haben.
Bitte beachten Sie, dass eine genauere Einschätzung des Sachverhalts erst nach Einsicht in alle erforderlichen Unterlagen möglich ist.

Für Rückfragen und eine eventuelle Interessenvertretung stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen

Oliver Aretz
-Rechtsanwalt-

ra-aretz@arcor.de



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