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Ware beschädigt - Käufer verlangt Geld zurück


| 17.08.2006 19:05 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andrej Wincierz



Hallo!

Ich habe am 19.07. bei Ebay eine Porzellanfigur versteigert. Am 21.07. habe ich sie orgfältig verpackt mit Hermes zur Käuferin geschickt.

Am 02. August erhielt ich per Post von der Käuferin einen Brief, in dem sie mir mitteilte, dass die Figur beschädigt sei und verlangt mit Bezug auf den versicherten Versand, ihr Geld zurück. Der Brief war auf den 23. Juli datiert, der Poststempel war allerdings vom 31. Juli. Hermes hat aber eine Frist, dass man Beschädigungen etc. spätestens innerhalb von 7 Tagen melden muss. Da ich den Brief erst am 2. August erhalten habe, war die Frist natürlich schon abgelaufen. Ich habe auch schon bei Hermes angerufen, aber die berufen sich auf ihre AGB und die Frist von 7 Tagen.

Ich habe der Käuferin daraufhin eine Email geschrieben und ihr die Situation mitgeteilt. Nachdem danach keine Reaktion mehr kam, dachte ich, die Sache hätte sich erledigt. Gestern habe ich dann eine Email von ihr erhalten, in der sie schrieb, ich solle doch endlich mal auf ihren Brief antworten. Ich habe ihr dann mitgeteilt, dass ich ihr schon am 2. August geantwortet habe und ihr die Email von damals weitergeleitet.

Heute schrieb sie mir Folgendes:
"komisch, dass Sie meinen Brief vom 23.7.06 erst am 2.8. erhalten haben. Da war die Post aber lange unterwegs...
Im übrigen war das Päckchen nicht beschädigt, sondern der Inhalt, dessen Zerbrechlichkeit Ihnen bekannt war, lediglich in einem Schuhkarton etwas zu sorglos verpackt. Das Päckchen inclusive Verpackungsmaterial habe ich natürlich aufgehoben.
Ich mache nun noch einen letzten Versuch, mich mit Ihnen zu einigen:
1. Wir machen den Kauf rückgängig oder
2. Sie zahlen mir die Hälfte des Ihnen überwiesenen Geldes zurück.

Sollten Sie beide Möglichkeiten nicht wollen und ich bis morgen keine zufriedenstellende Antwort haben, sehe ich mich leider veranlasst, mich in dieser Angelegenheit anwaltlich vertreten zu lassen."

Sie hat sich über eine Woche Zeit gelassen, um die Beschädigung bei mir zu melden (Poststempel 31.07.), so dass ich keine Möglichkeit habe, bei Hermes etwas zu erreichen. Außerdem habe ich die Porzellanfigur sehr sorgfältig verpackt, habe extra spezielles Verpackungsmaterial dafür gekauft. Kann sie von mir verlangen, dass ich ihr das Geld zurückbezahle?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich die Frage wie folgt:

Grundsätzlich ist zu unterscheiden, ob Sie die Puppe als gewerblicher Anbieter oder als privater Anbieter versteigert haben.

Bei einem privaten Anbieter geht die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über, wenn der Verkäufer die Ware an einen Transporteur übergeben hat (§ 447 BGB). Mit Gefahrübergang ist gemeint, dass der Verkäufer solange das Risiko einer Beschädigung trägt, wie noch in Besitz der Ware ist. Ist die Ware an den Transporteur abgegeben, trägt der Käufer das Risiko einer Beschädigung.

Diese Regel gilt nur wenn Sie mit dem Käufer nichts anderes vereinbart haben. Da Sie die Ware ordentlich verpackt haben, haben Sie allen Verkäuferpflichten genüge getan, als Sie das Paket beim Hermes-Versand abgegeben haben. Der Käufer muss nun beweisen, dass Sie die Ware beschädigt versendet haben.

Haben Sie die Puppe als gewerbliche Anbieter verkauft, sieht die Lage anders aus. Dann steht dem Käufer, der dann gleichzeitig Verbraucher ist, regelmäßig ein Widerrufsrecht zu. Der Verbraucher kann bei Bestellung mindestens bis zu zwei Wochen nach Erhalt der Ware seine Vertragserklärung widerrufen und sich damit vom Vertrag lösen. Der Widerruf führt dazu, dass Sie das Geld zurückerstatten müssen und der Käufer sodann die Ware zurückschicken muss.

In diesem Fall hat der Gesetzgeber eine Beweislastumkehr vorgenommen. § 476 BGB besagt, dass vermutet wird, die Ware sei bereits bei Gefahrübergang mangelhaft gewesen. Dann stehen Sie vor der Aufgabe, zu beweisen, dass Sie die Ware unbeschädigt versendet haben. Das dürfte jedoch sehr schwierig sein.

Als gewerblicher Anbieter handeln Sie bereits, wenn Sie nur ab und zu Puppen verkaufen und sich damit einen Nebenverdienst sichern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Beantwortung der Frage weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

Wilhelm-Kopp-Straße 2
65203 Wiesbaden

0611-60 919 757
Email: a.wincierz@strafverteidiger-rhein-main.de

Nachfrage vom Fragesteller 17.08.2006 | 20:11

Hallo Herr Wincierz,
danke für Ihre Antwort.

Ich bin privater Verkäufer. Mit der Käuferin vereinbart war der Versand der Ware mit Hermes, sonst nichts.

Die Käuferin bezweifelt auch nicht, dass die Porzellanfigur noch intakt war, als ich sie verschickt habe, sondern sie behauptet, ich hätte sie nicht sorgfältig genug verpackt.

Meiner Meinung nach ist das Päckchen von Hermes unsachgemäß behandelt worden und die Figur deshalb beschädigt worden. Da die Käuferin allerdings so spät erst geschrieben hat, konnte ich von Hermes keine Entschädigung verlangen.

Muss nun die Käuferin beweisen, dass ich die Ware nicht gut genug verpackt habe? Wenn ja, wie soll das gehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.08.2006 | 20:39

Vielen Dank für die Nachfrage,

anhand der mir zur Verfügung stehenden Informationen beantworte ich die Nachfrage wie folgt:

Die Käuferin steht vor Schwierigkeit, zu beweisen, dass Sie die Ware mangelhaft verpackt haben. Eventuell kann sie einen Zeugen benennen, der die noch verpackte Ware gesehen hat. Dieser Zeuge könnte sodann aussagen, dass die Ware nicht ordnungsgemäß verpackt war.

Im Gegenzug können Sie vielleicht einen Zeugen benennen, der gesehen hat, dass die Ware ordnungsgemäß verpackt war. Mit der Versendung der ordentlich verpackten Puppe haben Sie alles getan, wozu Sie als Verkäufer verpflichtet. Sie können die Käuferin ja auf § 447 BGB hinweisen.

Für Sie ist grundsätzlich die Annahme von Vorteil, dass die Käuferin die Ware unsachgemäß behandelt hat.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit der Auskunft weiterhelfen konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

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