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Wann kann Arbeitnehmer in Krankheit gekündigt werden?

18.07.2011 08:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Guten Tag,

Es handelt sich um eine Arbeitnehmerin, die wegen psychischer Erkrankung derzeit in einer Klinkik (seit März) behandelt wird. Der Arbeitgeber weiß nicht über die Krankheit bescheid und hat sich nun per Brief mit der Frage wann sie wiederkommt gemeldet. Muss hierauf eine ehrliche Antwort gegeben werden?

Problematisch ist, dass sie sich gar nicht mehr am Arbeitsplatz wohlfühlt und eigentlich nicht zurückkehren möchte.

Es ist nun die Frage: Ist es besser gleich zu kündigen (Auch zwecks Arbeitszeugnis) oder ist es besser nach Rückkehr zu kündigen? Die Arbeitnehmerin möchte als Kündigungsgrund nicht ihre Krankheit nennen, sondern würde einen anderen Grund aufführen. Ist dies wirklich der bessere Weg oder sollte hier mit offenen Karten gespielt werden?

Kann aufgrund der Fehlzeiten / Krankheit das Arbeitszeugnis negativ ausfallen? (Es fanden Lohnfortzahlungen statt)

Wäre es besser nochmal für 2-6 Monate zu arbeiten? Würde sich das dann im Arbeitszeugnis niederschlagen? Ich würde mich über einen Rat sehr freuen.

Wann kann eigentlich einer Arbeitnehmerin in Krankkeit gekündigt werden?

Vielen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

xxx

Sehr geehrte Ratsuchende,


der Arbeitgeber hat einen Anspruch auf eine wahrheitsgemäße Antwort hinsichtlich der Wiederherstellung Ihrer Arbeitskraft.


Denn auch er muss ja planen, wobei eine Trennung vom Arbeitnehmer wegen Krankheit dann zulässig wäre, wenn absehbar ist, dass der Arbeitnehmer lang andauerndert erkrankt ist oder eine erhebliche krankheitsbedingte Leistungsminderung bestehen wird. Eine Kündigung wegen einer Krankheit ist also - entgegen eines weitverbreitetem Rechtsirrtums - durchaus möglich.


Da eine solche Krankheit nicht verschuldet ist, sollten Sie hier wirklich mit "offenen Karten spielen" und ggfs. einen Aufhebungsvertrag mit dem Arbeitgeber schließen. Sofern die Krankheit ärztlich bescheinigt wird, wird es dann auch keine Sperrzeit seitens der Agentur für Arbeit geben können.


Diese Sperrzeit würde aber bei einer Eigenkündigung ohne Bekanntgabe des Grundes sicherlich folgen, so dass eine Eigenkündigung nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung nicht zu empfehlen ist.


Aussagen über den Gesundheitszustand des Arbeitnehmers gehören nur dann in ein Zeugnis, wenn dieser Zustand den Arbeitseinsatz des Arbeitnehmers grundsätzlich beeinflußt hat und auch künftige Arbeitgeber an diesen Angaben ein berechtigtes und verständiges Interesse hat. Dieses ergibt sich aus der Wahrheitspflicht des Zeugnisses (ArbG Hagen, Ur.v. 17.04.1969, Az.: 2 Ca 1160/68)

Allerdings sind krankheitsbedingte Fehlzeiten nicht in das Zeugnis aufnehmen, was auch bei längerer Arbeitsunfähigkeit gilt (ArbG Frankfurt/Main, Urt.v. 19.03.1991, Az.: 8 Ca 509/90)


Wenn Sie sich dort nicht mehr wohlfühlen, würde daher der Aufhebungsvertrag sicherlich die beste Alternative zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses sein, wobei Sie aber diesen Vertrag vor Unterzeichnung unbedingt immer prüfen lassen sollten. Im Rahmen der Vertragsverhandlungen kann und sollte dann auch die Zeugnisabfassung besprochen werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

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