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Wann ist es Ladendiebstahl ?


| 11.08.2005 13:46 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren Anwälte,

mir ist in der letzen Woche eine Dummheit passiert und ich hoffe sehr, dass mir jemand bei meinen Fragen weiterhelfen können.

Sachverhalt :
Ich habe in einem Kaufhaus ein Päckchen Schokoriegel im Werte von unter 2 Euro gegessen und die Verpackung weggeworfen.
Eine Detektivin hat dies beobachtet und mir Ladendiebstahl vorgeworfen.
Die Detektivin und die Verwaltung des Kaufhauses liessen sich auf keinen Versuch der Wiedergutmachung ein und erstatten Anzeige.
Ich erkannte weder den Diebstahl noch die Zahlung der "Fangprämie" in Höhe von 50 € an, da ich im übrigen auch nicht genug Geld dabei hatte.

Meine Fragen sind nun :

Ich weiss, dass mein Verhalten nicht richtig war, aber ist das wirklich schon Ladendiebstahl ?

Wie wird der weitere Verfahrensablauf sein ?
Muss ich deswegen zur Polizei oder schreibt mir direkt der Staatsanwalt ?

Mit welchen Strafen muss ich schlimmstenfalls rechnen ?
Vorbestraft bin ich natürlich nicht !

Wann muss ich diese "Fangprämie" bezahlen ?
Auf jeden Fall oder nur im Falle einer Verurteilung ?
Wie werden diese Prämien erfahrungsgemäß eingetreiben ?
Man drohte mir ein weiteres Verfahren an, wenn ich nicht zahle.

Gibt es Möglichkeiten mich zu wehren ?

Ich hoffe sehr, dass mir irgendjemand weiterhelfen kann.
Im Voraus schon einmal ganz herzlichen Dank.


Mit freundlichen Grüßen
11.08.2005 | 14:00

Antwort

von


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August-Bebel-Straße 29
63225 Langen
Tel: 06103 - 2707599
Web: kanzlei-sachse.de
E-Mail:
Sehr geehrter Fragesteller,

Der Tatbestand des Diebstahls nach § 242 StGB ist verwirklicht, wenn der Täter eine fremde bewegliche Sache wegnimmt, um sie sich rechtswidrig zuzueignen.

Die Wegnahmehandlung ist erfüllt, wenn der Täter die Sache an sich gebracht hat. Auch der Verzehr von lebensmitteln stellt ein solches Ansichbringen dar. Insofern ist das "Insichbringen" die schärfste Form des Ansichbringens.

Sie haben den Tatbestand des Diebstahls damit zweifelsfrei erfüllt. Wurden Sie hierbei beobachtet, sehe ich kaum Chancen sich gegen den Vorwurf zu verteidigen. Sie könnten zwar behaupten, dass Sie die Schokolade an der Kasse bezahlen wollten, somit keine rechtswidrige Zueignung vorliegt, dann hätten Sie aaber wohl nicht die Verpackung weggeworfen. Ich möchte Ihnen daher raten, nach EInsicht in die Ermittlungsakte den Vorwurf einzugestehen, Reue zu zeigen. Dann stehen die Chancen gut, dass Sie mit einer Verwarnung davon kommen oder das Verfahren sogar wegen Geringfügigkeit eingestellt wird. Auch im Falle einer Verurteilung liegt die Tat am untersten Rand der Strafbarkeit. Es geht schließlich um einen Gegenstand im Wert von wenigen Euro, sodass ein Diebstahl geringwertiger Sachen vorliegt.Wenn Sie nicht vorbestraft sind, dürfte keine Strafe verhängt werden, welche in das Bundeszentralregister aufgenommen wird.

Was die Fangprämie angeht, so handelt es sich um eine zivilrechtliche Forderung. Im Grunde geht es um Schadensersatz.
Eine vor dem Diebstahl ausgesetzte Fangprämie ist vom Dieb in angemessenem Umfang zu erstatten; Dabei werden pauschalierte Prämien in Höhe von 50,- Euro anerkannt.So u.a. OLG Zweibrücken.
In Bagatellfällen kann die Erhebung der Pauschale unzulässig sein. (Vergleiche BGH, 1969-02-28, II ZR 154/67, NJW 1969, 1109)

Ich würde Ihnen empfehlen, den Schaden umgehend wieder gut zu machen, wenn dafür seitens des Marktes der Strafantrag zurückgezogen wird.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

F.Sachse
Rechtsanwalt

PS: Bitte Bewertung nicht vergessen


Nachfrage vom Fragesteller 11.08.2005 | 14:14

Sehr geehrter Herr Sachse,

haben Sie vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich stehe natürlich zu dem was ich getan habe, es war wie gesagt dumm.
Eine Wiedergutmachung ist zumindest mit dieser Kaufhausverwaltung unmöglich, da sie offensichtlich verärgert darüber war, dass ich kein Schuldeingeständnis unterschrieben habe.
Aber wie bekomme ich Einsicht in die Ermittlungsakte und wie soll ich mich im Falle dieser Fangprämie verhalten ?
Wann ist diese unzulässig bzw. wann kann ich mich dagegen wehren und wie ?

Haben Sie nochmals vielen Dank für Ihre Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.08.2005 | 15:23

Sehr geehrter Fragesteller,

Akteneinsicht können Sie über einen Rechtsanwalt nehmen. Dieser fordert für Sie die AKte bei der Staatsanwwaltschaft an und prüft mit Ihnen die erhobenen Vorwürfe.

Was die Prämie angeht, so kommt es entscheidend auf deren Höhe an.Wie bereits gesagt, ist die Fangprämie in Bagatellfällen unverhältnismäßig und damit unzulässig. Ein solcher Fall liegt vorliegend m.E. vor. Es liegt am Kaufhaus, diese Prämie im Klagewege (Zivilprozess) geltend zu machen. Im Rahmen dieser Klage können Sie sich mit Verweis auf die zitierte Rechtssprechung gegen den Anspruch zur Wehr setzen.

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