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Wann ist die Verjährungsfrist bei Erbschaft abgelaufen?


26.04.2006 14:03 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels



Guten Tag!
Es geht um folgende Sachlage:

Von meiner Freundin deren Schwiegermutter ( ich nenne diese hier Fr.M )ist im Nov. 2002 verstorben.
Fr.M hat eine Tochter und einen Sohn, der Sohn ist aber vor 9 Jahren verstorben, er hat aber eine Tochter ( Enkeltochter der Fr. M.).
Die Tochter der Fr.M hat es damals nicht für notwendig gefunden die Enkelin daüber zu informieren das die Großmutter gestorben ist (die Enkeltochter hatte allerdings auch keinen Kontakt zu der Großmutter), sie hat es erfahren durch den Großvater, Ex-Ehemann der von Fr. M, der seid über 20 J.von Fr.M geschieden ist.

Die Enkeltochter wusste bis vor ein paar Wochen überhaupt nicht, dass sie an Stelle ihres Vaters ja mit Erbberechtigt ist.

Die Enkeltochter hat nun die Tochter von der verstorbenen angeschrieben und nach einem Testamet gefragt, wo rauf geantwortet wurde das kein Testament vorhanden war und gleichzeitig eine Aufstellung der Beerdigungskosten mitgeschickt wurde.
Beim Nachlassgericht hatte die Enkeltochter auch zwischenzeitlich nachgefragt und dort war werde ein Testament noch wurde dort ein Erbschein für den Nachlass von der Tochter der Fr. M gestellt.

Nun meine Frage:

Kann die Enkeltochter nach so langer Zeit immer noch einen Anspruch auf ihr Erbanteil stellen oder gilt da diese 3 Jahres Frist?
Wenn, was für genau Möglichkeiten hat sie noch um ihr Erbanteil geltent zu machen.

MfG
Landy

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Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich aufgrund der von Ihnen mitgeteilten Informationen im Rahmen einer Erstberatung wie folgt beantworte:

Mit dem Tode der Erblasserin ist der Nachlass deren Erben gemeinsam angefallen. D.h. nach den von Ihnen mitgeteilten Tatsachen, hat die Tochter der Verstorbenen gemeinsam mit deren Enkeltochter eine Erbengemeinschaft gebildet. Dies bedeutet, dass jeder einzelne Nachlassgegenstand sowie jede einzelne zum Nachlass gehörende Forderung (und auch Schulden des Erblassers!) den beiden Miterben gemeinschaftlich gehört, mit der Konsequenz, dass bis zur Teilung des Nachlasses keiner der Miterben über einen einzelnen Nachlassgegenstand verfügen kann. Miterben können immer nur gemeinsam über Vermögenswerte aus dem Nachlass verfügen.

Ziel einer jeder Erbengemeinschaft ist deren Auflösung, mit dem Zweck den Nachlass unter den Erben zu verteilen. Dabei kann jeder Miterbe zu jeder Zeit die Auflösung von den anderen Miterben verlangen. Gelingt es den Erben nicht, eine einvernehmliche Lösung herbeizuführen, muss gerichtliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der von Ihnen geschilderte Fall, dass eine Erbin von ihrer Erbenstellung keine Kenntnis erlangt, ändert nichts an deren Erbenstellung und daran, dass sie seit dem Todeszeitpunkt der Erblasserin Mitglied der Erbengemeinschaft geworden ist. Insbesondere entfällt diese Rechtsstellung nicht durch Zeitablauf, unterliegt also nicht der Verjährung. Auch das Recht, die Auflösung der Erbengemeinschaft zu verlangen, unterliegt nicht der Verjährung. Eine Erbengemeinschaft besteht grds. auf unbestimmte Zeit.

Zur Durchsetzung Ihrer Rechte aus der Erbengemeinschaft muss die Erbin zunächst wissen, woraus der Nachlass bestanden hat (Geld, Kontoguthaben, Sachwerte, evtl. auch Schulden). Diese Kenntnis kann Sie z.B. durch ein Inventarverzeichnis erlangen, zu dessen Aufstellung sie die Miterbin unter angemessenen Fristsetzung (2 Wochen) auffordern sollte. Anhand des Inventarverzeichnisses können die Miterbinnen dann über die Auseinandersetzung des Nachlasses entscheiden, bzw. über eine einvernehmliche Regelung, wenn zwischenzeitlich Verfügungen der anderen Miterbin über Nachlassgegenstände vorgenommen worden sind.

Sollte die Miterbin zur Erstellung des Inventarverzeichnisses nicht in der Lage sein und auch eine einvernehmliche Auflösung der Erbengemeinschaft scheitern, dann bleibt nur die gerichtliche Durchsetzung der Erbansprüche. Ggf. kann zunächst auf Erteilung eines Inventarverzeichnisses geklagt werden. Die Hinzuziehung eines Rechtsanwalts vor Ort ist in jedem Fall zu empfehlen.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Prüfung der Rechtslage eine erste rechtliche Orientierung vermittelt zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Stephan Bartels
Rechtsanwalt




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