Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
478.182
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Wann beginnt die 30jährige Verjährungsfrist zu laufen, mit der Titulierung oder dem letzten nicht ge


| 12.11.2008 11:47 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Hallo,
mir wurde von meinen Kindern gedroht, dass sie eine titulierte forderung des Jugendamtes gegen mich geltend machen, die sie zu ihrem 18 Geburtstag erhalten haben.
Frage: Wer hat die Titulierung veranlasst?
Frage: Mussten meine Kinder den Rückstand zahlen?
Frage: Wann beginnt die 30jährige Verjährungsfrist zu laufen, mit der Titulierung oder dem letzten nicht gezahlten Unterhalt?
Frage: Bei einer Pfändung, wer erhält das Geld?
hagioss

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragsteller,

unter Berücksichtigung der von Ihnen gegebenen Sachverhaltsangaben und des Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

1. Titulierung
Die titulierte Forderung ist wahrscheinlich ein alter Unterhaltstitel gegen Sie (Urteil oder vollstreckbare Jugendamtsurkunde, etc.). Sie müssten in dem Verfahren, in dem der Titel verfasst wurde beteiligt gewesen sein. Gab es mal gerichtliche Verfahren oder Ähnliches in dem Unterhalt gegen Sie geltend gemacht wurden?
Ich kann hier nur Vermutung anstellen. Sie sollten sich den Titel von Ihren Kindern vorlegen lassen und dann durch einen Anwalt vor Ort überprüfen lassen, welche Pflichten sich daraus ergeben.

2. Zahlung Rückstand
Wenn es sich hier um einen Unterhaltstitel handelt sind Ihre Kinder die Berechtigten und Sie selbst sind wenn der Titel gegen Sie erlassen wurde (also nicht Ihre Kinder) sind verpflichtet den Rückstand zu zahlen

3. Verjährungsfrist
Bei titulierten Ansprüchen über rückständigen Unterhalt beginnt die Verjährungsfrist mit der Rechtskraft der Entscheidung. (§ 197 Nr.3 und § 201 BGB). Bei rückständigem Unterhalt sind das 30 Jahre.

Bei titulierten Ansprüchen über zukünftige Unterhaltszahlungen (ab Titulierung) verjähren diese in 3 Jahren (§ 197 Absatz 2). Bei diesen ist die Verjährungsfrist dagegen nur 3 Jahre. (§ 197 Absatz 2 BGB) und der Beginn ist am Ende des Jahres in dem der Anspruch entstanden ist und Sie von der Entstehung Kenntnis hatten (beim Unterhalt also immer am Ende des Jahres in dem er gezahlt hätte werden müssen- bei mehreren Jahren gibt es also mehrere Verjährungsbeginne). das sollten Sie auch von einem Anwalt vor Ort genau überprüfen lassen.

4. Pfändung
Das kommt darauf an, wer der Gläubiger ist. Das muss man anhand des Titels überprüfen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Eine abschließende Beratung kann im Rahmen dieses Forums nicht praktiziert werden, weil diese die Kenntnis des vollständigen Sachverhalts erfordert. Hier konnte ich mich nur auf Ihre Schilderungen stützen und somit nur eine erste Einschätzung der Lage abgeben. Eine persönliche Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Durch das hinzufügen oder Weglassen relevanter Tatsachen kann sich die Beurteilung des Falles maßgeblich ändern.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Im Falle der Beauftragung eines Rechtsanwalts ist zu beachten, dass weitere Kosten anfallen.

Mit freundlichen Grüßen



Christina Knur-Schmitt
- Rechtsanwältin –

§ 197 BGB Dreißigjährige Verjährungsfrist
(1) In 30 Jahren verjähren, soweit nicht ein anderes bestimmt ist,
1. Herausgabeansprüche aus Eigentum und anderen dinglichen Rechten,
2. familien- und erbrechtliche Ansprüche,
3. rechtskräftig festgestellte Ansprüche,
4. Ansprüche aus vollstreckbaren Vergleichen oder vollstreckbaren Urkunden,
5. Ansprüche, die durch die im Insolvenzverfahren erfolgte Feststellung vollstreckbar geworden sind und
6. Ansprüche auf Erstattung der Kosten der Zwangsvollstreckung.
(2) Soweit Ansprüche nach Absatz 1 Nr. 2 regelmäßig wiederkehrende Leistungen oder Unterhaltsleistungen und Ansprüche nach Absatz 1 Nr. 3 bis 5 künftig fällig werdende regelmäßig wiederkehrende Leistungen zum Inhalt haben, tritt an die Stelle der Verjährungsfrist von 30 Jahren die regelmäßige Verjährungsfrist.

§ 201 BGB Beginn der Verjährungsfrist von festgestellten Ansprüchen
1Die Verjährung von Ansprüchen der in § 197 Abs. 1 Nr. 3 bis 6 bezeichneten Art beginnt mit der Rechtskraft der Entscheidung, der Errichtung des vollstreckbaren Titels oder der Feststellung im Insolvenzverfahren, nicht jedoch vor der Entstehung des Anspruchs. 2§ 199 Abs. 5 findet entsprechende Anwendung.



Bewertung des Fragestellers 14.11.2008 | 13:16


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen Dank für die fundierte Antwort"
FRAGESTELLER 14.11.2008 4,6/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 59645 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Bisher TOP Antwort. Sehr schnell mit Kündigungstext usw. geliefert! Besser geht nicht! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ich bedanke mich für die ausführliche und kompetente Antwort. Es hat mir sehr weitergeholfen. Sollte es notwendig werden, wenden wir uns gerne direkt an Herrn Schröter. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr Eichhorn hat schnell und unkompliziert geholfen. ...
FRAGESTELLER