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Wahl der Steuerklassen in Deutschland/USA während einer Entsendung/Steuererklärungen


18.12.2011 06:43 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht



Hallo,

im Juni 2010 bin ich (verheiratet seit Mai 2010) aus D in die USA entsendet worden zu unserer Tochtergesellschaft. Meine Frau machte zu der Zeit in D noch ihr Referendariat. Unseren Wohnsitz in D haben wir beide noch, mein Jahreseinkommen insgesamt beträgt ca. 80000.-€ (Brutto).

2010 wählten wir ab Juni die Steuerklasse 4/4. Aufgrund der 183 Tage-Regelung habe ich bereits eine Lohnsteuererklärung in den USA für dieses Jahr machen müssen. Die Steuererklärung in Deutschland für 2010 steht noch aus. Wir gehen davon aus, wir hier noch relativ viel Steuern zurückbekommen, da ich von Jan-Mai im Verhältnis ja zu viel gezahlt habe (Single und 5 nur Monate in D) und meine Frau in dem Jahr noch Referendarin mit niedrigem Einkommen war.

Für 2011 haben wir auf den damaligen Ratschlag seitens „Frag-einen-Anwalt" im Januar in die Steuerklasse 3/5 gewechselt, wobei ich 5 gewählt habe, da ich 2011 in Deutschland nicht einkommensteuerpflichtig war. Somit überwogen die Vorteile für meine Frau in der Klasse 3, auch später in Bezug z.B. auf Elterngeld.

Wir erwarten im kommenden Frühjahr nun Nachwuchs in Deutschland, danach planen wir (ca. Anfang Juni 2012) für den Rest meiner Entsendung gemeinsam in die USA zu gehen (voraussichtlich bis Dez. 2012). Dies ist aber noch nicht sicher.
Meine Frau ist ab kommenden Februar in Mutterschutz, sie bezog von Sept. 2011- Jan.2012 als Gymnasiallehrer ca. 2500€ im Monat.
Da wir nicht genau wissen, wie das kommende Jahr verlaufen wird, denke ich darüber nach, noch diesen Monat in die Steuerklasse 4/4 für das kommende Jahr zu wechseln.
Wenn ich 2012 nicht mehr als 183 Tage in den Staaten anwesend bin, würde ja zudem die Besteuerung auf D zurückfallen, was mit Steuerklasse 5 sehr ungünstig für mich wäre.
Bei der Steuerklasse 4/4 wären wir weiterhin auch nicht gezwungen, überhaupt eine Lohnsteuererklärung abzugeben.

Konkret stellen sich für mich folgende Fragen bgl. der Steuerklassen in D sowie der kommenden Steuererklärungen in D / den USA:

1. Für 2010 steht noch eine gemeinsame Lohnsteuererklärung in D aus.
-Gibt es hier eine Abgabefrist für meine Steuererklärung (ab Juni 2010 Steuerklasse 4/4)?
-Empfehlen Sie mir hier den Gang zu einem Steuerberater oder kann die Steuererklärung mit „herkömmlicher" Steuersoftware (Steuerpflicht Klasse 1 nur bis Mai 2010, Entsendung usw.) erstellt werden?
- Kann ich hier mit einer höheren Steuererstattung rechnen?

2. Für 2011 muss ich in den USA und in D (wg. St. Klasse 3/5) eine Steuererklärung abgeben. Mir wurde seitens meines Steuerberaters in US (H&R Block) gesagt, dass wir Aufgrund meines „dual status" nicht für 2010, aber dann in 2011 zusammen veranlagt werden könnten („filing jointly"), was für mich eine deutlich geringere prozentuale Besteuerung bedeuten würde. In diesem Falle muss aber dann auch anscheinend das Einkommen meiner Frau (gemeinsames „Welteinkommen") mit einbezogen werden. Meine Frau verdiente 2012 allerdings nur ca. 18000€, ich meine dass unsere Steuerlast zusammen veranlagt in US günstiger wäre.
- Würde so aber der Gehalt meiner Frau nicht im Prinzip doppelt besteuert?
- Muss meine Frau in den USA wirklich anwesend sein, um in die Steuerklasse zusammenveranlagt (filing jointly") zu wechseln?
Ich gehe für 2011 davon, aus, dass ich auch für die Steuererklärung in D einen Steuerberater brauche.
- Kann ich hier die Abgabefrist in D aufschieben?

3. Für 2012 frage ich mich, wie erläutert, ob es nicht sinnvoll ist in D die Steuerklasse zu wechseln (zurück in 4/4). Meine Frau ist ab Februar dann in Mutterschutz.
-Würde die gewählte Steuerklasse z.B. das Elterngeld stark beeinflussen?
Mir ist klar, dass wir z.B. für unsere Riesterrente (ich ca. 2000 € pro Jahr) dann auch keine Förderung bekämen. Da wir aber neben Riester nichts geltend machen könnten, wäre dies wohl nicht so ausschlaggebend. Da ich zur Zeit zudem mehr verdiene und so keine 4% meines Verdienstes einzahle, wäre dies wohl zu verkraften. Meine Frau zahlt nur einen sehr kleinen Betrag ein, im Moment ca. 40 € / Monat.

Für mich daher für nächstes Jahr die wichtigste Frage:
- Macht es Sinn, überhaupt eine Steuererklärung für 2012 in D zu machen, auch unter dem Aspekt, dass ich mich aufgrund der Geburt in D eine Weile nicht in den USA aufhalten werde (-> Steuerlicher Anteil an D)?
-Sollte ich es gar vermeiden, für 2012 eine Erklärung in D abgeben zu müssen (und schon deswegen 4/4 wählen)? Gilt dies nicht insbesondere dann, wenn wir doch nicht zusammen in die Staaten gehen würden oder wir keine 183 Tage in US anwesend wären?
-Müsste ich für 2012 auch eine Steuererklärung in D abgeben, wenn wir z.B. nur für Januar die Klasse 3/5 hätten und erst ab Feb. dann 4/4?

Alles in allem bin ich gerade verunsichert. Vor allem die Frage, wie wir für 2012 die Steuerklasse wechseln sollten um möglichst flexibel zu sein kann ich mir nicht selber beantworten.

Eine detaillierte Stellungnahme zum Sachverhalt/ Beantwortung meiner Fragen würde uns im Moment sehr weiterhelfen.

Vielen Dank im Voraus,

Grüße,
W.
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

1.Sowohl für die Abgabe der Steuererklärung nach § 25 EStG als auch für die sog. Pflichtveranlagungsfälle des § 46 EStG (alle Tatbestände außer § 46 Abs. 2 Nr. 8 EStG) gelten die gesetzlichen Abgabefristen. Nach § 46 EStG unterliegen Sie der Veranlagungspflicht, da Sie in 2010 u.a. Auskünfte aus dem Ausland bezogen haben. Maßgebend ist hier mangels einzelgesetzlicher Regelung im EStG bzw. der EStDV die in § 149 Abs. 2 AO geregelte Frist. Danach ist die Einkommensteuererklärung grundsätzlich bis zum 31.05. des Folgejahres abzugeben. Hier können Sie insbesondere, wenn Sie einen Fachanwalt für Steuerrecht beauftragen, eine Fristverlängerung bis 31.12.2011 in Anspruch nehmen. Wenn Sie über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, können Sie auch über ein Steuerprogramm die Erklärung selbst anfertigen.
2. Wenn Sie als resident und nicht als resident alien behandelt werden, zb weil Sie eine Green card haben,können Sie den Status "married filing jointly" wählen. (http://www.irs.gov/businesses/small/international/article/0,,id=96467,00.html)
Das Einkommen Ihrer Frau wird aufgrund eines DBA nicht doppelt besteuert, sondern insoweit wird die in den USA bezahlte Steuer in Deutschland freigestellt oder angerechnet.
Wie oben gesagt, können Sie durch eine STB die Frist für 2011 bis 31.12.2012 verlängern lassen, für die Abgabe der Steuererklärung.
3. Ihre Ehefrau unterliegt sowieso der Pflicht zur Abgabe der Steuerpflicht nach § 46 Estg wenn Sie Elterngeld bezieht, da dieses zwar steuerfrei ist aber dem Progressionsvorbehalt unterliegt. Ob ein Wechsel in die Steuerklasse 4/4 förderlich ist, hängt von Ihrem (gemeinsamen ) Einkommen ab. Dies bedarf der individuellen Berechnung unter Einschluss auch der maßgeblichen Leistungen wie Elterngeld etc.

Wenn bei Ehegatten beide Arbeitslohn bezogen haben und der Lohn ganz oder teilweise bei einem Ehegatten nach Steuerklasse V oder VI besteuert wurde (§ 46 Abs. 2 Nr. 3a EStG), besteht eine Pflicht zur Veranlagung.
Wird denn der Lohn in den USA von der deutschen Betriebsstätte oder der Betriebsstätte in den USA bezahlt. Eventuell können Sie nämlich Ihren Lohn dann anders besteuern lassen.




Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 18.12.2011 | 20:08

Sehr geehrter Herr H.,

vielen Dank für die Antworten. Zum Verständnis möchte ich folgende 2 Antworten nachfragen:

Zu 1: Sie schreiben, dass ich für die Steuererklärung 2010 eine Fristverlängerung bis 31.12.2011 in Anspruch nehmen könne. Heisst das, dass ich bis zum 31.12. meine Abgabefrist verlängern kann, oder dass ich bis 31.12.2011 meine Steuererklärung für 2010 def. einzureichen habe?

Zu 3: Sie sagen also, dass wir auch mit 4/4 in jedem Fall eine Steuererklärung machen müssen in D, weil meine Frau Elterngeld beziehen wird? Ich war so informiert, dass man mit 4/4 nie eine Erklärung abgeben muss. In unserem Fall wäre der Verzicht auf eine Steuererklärung in 2012 sicher die einfachste Lösung.

Freundiche Grüße,
W.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.12.2011 | 15:40

1. Sie müssen dann bis 31.12.2011 die Steuererklärung des VZ 2010 abgeben. Im Einzelfall können Sie auch eine Verlängerung bis 28.02.2012 beantragen.
2. Sie müssen ja keine Steuerklärung abgeben, nur Ihre Ehefrau wegen dem Elterngeld.

Ergänzung vom Anwalt 18.12.2011 | 13:10

Noch ergänzend möchte ich anführen, dass die Steuer in den USA unabhängig von der Lohnsteuer und Lohnsteuerklase in Deutschland berechnet wird.
Ein Steuerklassenwechsel macht auch nur Sinn, wenn Sie eine Steuererklärung in D abgeben und auch in D ansässig sind. Etwas anderes gilt zb auch dann, wenn Sie den Lohn von der amerikanischen Betriebsstätte beziehen.
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