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WEG-Verwaltung

03.05.2013 08:48 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Alexander Nadiraschwili, LL.M.


Zusammenfassung: Möglichkeiten zur Amtsniederlegung eines WEG-Verwalters ohne Nachfolger.

Vor mehr als 25 Jahren übernahm ich als Miteigentümer die Verwaltung einer kleineren WEG. Im März 2010 verkaufte ich meine Wohnung und ersuchte die Gemeinschaft einen anderen Verwalter zu bestellen oder wieder einen Miteigentümer damit zu betrauen. Seit dem versuche ich die Verwaltung vergeblich loszuwerden und ließ mich immer wieder überreden weiter zu verwalten.
In der WEG-Versammlung Juni 2012 zeigte sich, dass der inzwischen stattgefundene Generationswechsel der Eigentümer sich negativ auswirkte, die neuen Eigentümer waren sich in fast nichts einig und stritten teilweise heftig. Aus diesem Anlass und weil ich selbst gesundheitlich angeschlagen war, erklärte ich in einem Rundbrief an alle Eigentümer, dass ich die Verwaltung niederlege und die WEG jemand benennen soll dem ich die Verwaltung übergeben kann.
Leider erfolgte keinerlei offizielle Nachricht der Gemeinschaft. Einige riefen mich zwar an und bedauerten die Lage, einige ersuchten auch, dass ich die Verwaltung wenigstens bis Ende 2012 weiter führen solle. Meine Antwort dazu war: "Es bleibt mir nichts anderes übrig als die Verwaltung fortzusetzen, da sonst Schaden an der WEG entstehen kann(unbezahlte Rechnungen, Behörden Anfragen, etc.) wofür ich dann haftbar wäre. Ich verwaltete also weiter und kümmerte mich um Hausmeister, Gebäudeschäden etc.
Im Dezember erreichte mich dann ein Mail des neuen Verwalters, dass er ab 1.1.2013 bestellt sei. Ich solle noch die Heizungsabrechnung durchführen und ihm behilflich bei der Übergabe etc. sein, was ich soweit auch tat
Danach war wieder großes Schweigen und ich musste den neuen Verwalter ultimativ auffordern die Verwaltung zu übernehmen, was daraufhin am 15.2.2013 geschah. Allerdings ohne Finanzen, da weder eine Vollmacht vorlag, noch ein neues Konto der WEG eröffnet war. Dieser Zustand herrscht bis heute und ich verwalte weiter Finanzen, Buchhaltung etc.

Am 13.4. 2013 fand offenbar eine WEG Versammlung statt. Der neue Verwalter hatte festgestellt, dass ich weiterhin nach Juni 2012 mein Honorar für die Verwaltung abgebucht hatte. Die WEG ist nun der Meinung, dass ich zu unrecht das Honorar abgebucht hätte und will alles Geld zurück.

Meine Fragen:
- muss ich das Honorar (Streitwert 1.400 Euro) zurückzahlen, was ich nicht einsehen würde, da ich schließlich die Verwalterarbeit geleistet habe.
- darf ich auf Kosten der WEG die Finanzen etc.einem Notar treuhänderisch übergeben?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Rückzahlung des Honorars
Ob Ihnen das Verwalterhonorar nach Juni 2012 noch zusteht ist abhängig von der Frage, ob Sie Ihr Verwaltungsamt vorher bereits wirksam niedergelegt haben. Wichtig ist überhaupt die Klärung der Frage, wann die Amtsniederlegung wirksam wird.
Mit anderen Worten: Wem gegenüber ist die Erklärung der Amtsniederlegung abzugeben? Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen auch in der Rechtsprechung. Ihrem Vortrag entnehme ich, dass Sie die Amtsniederlegung gegenüber allen WEG-Parteien erklärt haben, damit ist diese jedenfalls wirksam, da die Amtsniederlegung jederzeit ohne Grund erklärt werden kann. Es wäre also zu klären zu wann Sie Ihr Amt niedergelegt haben. Ab dem nachfolgenden Tag stand Ihnen das Honorar nicht mehr zu, es sei denn Sie wurden erneut zum Verwalter bestellt. Dass Sie die Verwaltertätigkeit danach trotzdem weiterführten begründet jedenfalls keinen Anspruch auf das Honorar aus dem Verwaltervertrag, höchsten könnten Ansprüche aus der sogenannten Geschäftsführung ohne Auftrag erwachsen, diese wären jedoch im Zweifel gerichtlich zu prüfen.

2. Übergabe der Finanzen an einen Notar
Was die Übergabe der Finanzen an einen Notar angeht ist dies hier wohl unzulässig. Schließlich wurde ein neuer Verwalter durch die WEG bestellt. Ihre Pflicht ist es, die Verwalterunterlagen nebst Rechnungslegung / Jahresabschlussrechnung dem Nachfolger zu übergeben, ggf. auch zu übersenden. Wenn Sie alle Unterlagen ordnungsgemäß übergeben haben und Ihr Amt niedergelegt haben, besteht Ihrerseits keine Haftung mehr für die Verwaltung. Das der neue Verwalter sich evtl. "nicht kümmert" ist dann eine Frage seiner Haftung gegenüber der WEG.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Nadiraschwili, Rechtsanwaltt

Nachfrage vom Fragesteller 06.05.2013 | 11:07

Ihrer Meinung nach, habe ich ohne Auftrag weiterhin die WEG verwaltet. Dies war auch jedem Eigentümer klar gewesen, dies wird ja auch deutlich, indem die Gemeinschaft bei Ihrer Versammlung am 17.11.2012 mir den Auftrag zur Heizungsabrechnung etc. erteilt hat. Ich werde daher die Hälfte des Honorars zurückzahlen. Entspricht dies Ihrer Erfahrung nach als außergerichtliche Vereinbarung?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.05.2013 | 11:18

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Sofern Sie tatsächlich nach Amtsniederlegung im Juni 2012 nochmals im November von der WEG wirksam mit der Übernahme von Verwalteraufgaben betraut wurden, steht Ihnen dafür natürlich auch eine verkehrsübliche Vergütung zu (wenn nichts anderes vereinbart wurde). Wie hoch diese im Einzelfall wäre ist ohne konkrete Kenntnisse der Umstände schwer zu beurteilen.
Ein Verzicht auf 50% des Honorars wäre sicher angemessen, wenn Sie tatsächlich im Vergleich zu der früheren Tätigkeit nur etwa 50% des Aufwands getätigt haben. Sollte Ihre Tätigkeit aber tatsächlich umfangreicher gewesen sein, sollten Sie auch auf die entsprechende Vergütung bestehen und nichts zurückzahlen. Sollten seitens der WEG gegen Sie gerichtlich vorgegangen werden, sollten Sie sich dann entsprechend rechtsanwaltlich beraten lassen.

Ich hoffe Ihre Nachfrage soweit ausreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Nadiraschwili
Rechtsanwalt

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