Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

WEG Teilungserklärung bei Ausbau Dachgeschoss

| 14.04.2015 11:21 |
Preis: ***,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Hallo,

wir beabischtigen eine Maissonette-Wohnung zu kaufen. Der Verkäufer hat das Dachgeschoss zu dieser Maissonette-Wohnung ausgebaut, indem auf das vorherige Dachgeschoss nunmehr das zweite Geschoss der Maissonette-Wohung draufgesetzt wurde. Die WEG hat hierdurch auf Kosten des Verkäufers ein komplett neues Dach erlangt. Baugenehmigung und Genehmigungsbeschluss der WEG hierzu liegen vor. Was nicht gemacht wurd ist, die Teilungserklärung anzupassen. Im Grundbuch ist das Haus also nach wie vor ohne das nunmehr neue Geschoss eingetragen.

Fragen nun:

Können wir, wenn wir die Wohnung erwerben, (Sonder)Eigentum an dem neuen Obergeschoss der Maissonette-Wohnung erlangen oder befindet sich dieses möglicherweise in Gemeinschaftseigentum?

Was kann man machen, wenn ale WEG-Eigentümer einer Änderung der Teilungserklärung zustimmen, sich aber einer davon ohne ersichtlichen Grund weigert, obwohl er im Rahmen der WEG-Beschlussfassung mit der Baumaßnahme einverstanden war?
14.04.2015 | 13:12

Antwort

von


(2253)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Ratsuchender,


leider kommt es im Rahmen von WEG-Gemeinschaften immer wieder zu solchen faktischen Umbauten, ohne dass die Teilungserklärung und die Grundbuchblätter entsprechend angepasst und korrigiert werden.

Und dieses kann dann in der Tat fatale Auswirkungen haben, auch für Sie als Rechtsnachfolger.


Denn solange Teilungserklärung und Grundbuchblätter nicht geändert worden sind, verbleibt es beim bisherigen Rechtszustand.

Sollte danach der Dachboden als Gemeinschaftseigentum ausgewiesen worden sein, verbleibt es also dabei. Der tatsächliche Umbau ändert an dieser Rechtslage nichts und im schlimmsten Fall müssten Sie sogar damit rechnen, einen Rückbau durchführen zu müssen.

Auch eine mögliche Beschlussfassung ändert daran nichts, denn grundsätzlich ist eine geänderte Teilungserklärung ohne Eintragung nicht wirksam.



Bei einer Änderung der Teilungserklärung ist die die Zustimmung der dinglichen Berechtigten erforderlich, deren Rechtsstellung durch die Änderung beeinträchtigt werden könnte (LG München, Urt.v. 29.04.1985, Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=1%20T%204809/85" target="_blank" class="djo_link" title="LG München I, 29.04.1985 - 1 T 4809/85">1 T 4809/85</a> ) - und bei Verlust eines Teils des offenbar ehemaligen Gemeinschaftseigentums (Dachboden) werden das alle Miteigentümer sein, zumal auch die Kostenverteilung dann neu geregelt werden müsste.


Weigert sich ein Miteigentümer, werden Sie nur den Gerichtsweg beschreiten können.

Insoweit wird das Gericht dann natürlich auch den Beschluss berücksichtigen müssen und ggfs. die fehlende Zustimmung dieses Miteigentümers dann durch Gerichtsentscheid ersetzen können.



Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg



<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 14.04.2015 | 13:25

Guten Tag Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre Antwort. Soweit war uns das im Prinzip bereits klar. Nun ist es aber so, dass unserer Ansicht niemandes Rechtsstellung durch den Umbau verschlechtert wurde. Es gab keinen Dachboden, der Gemeinschaftseigentum war. Es gab die Dachgeschosswohnung, keinen Dachboden. Auf diese Dachgeschosswohnung wurde ein weiteres Geschoss drauf gesetzt. Insofern ging kein Gemeinschaftseigentum verloren, es kam nur neue Fläche hinzu. Unser Fall dürfte sich daher von dem Urteil des LG München unterscheiden. Im übrigen hat die WEG die Kostenverteilung bzgl. Hausgeld bereits der tatsächlichen Lage, sprich der vergrößerten Wohnfläche in unerer Wohnung, angepasst.
Ändert sich hierdurch etwas an Ihrer Einschätzung?

Herzlichen Dank und viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.04.2015 | 13:39

Sehr geehrter Ratsucehnder,


vielen Dank für die ergänzenden Angaben, wonach sich das Ergebnis leider nicht ändert, wohl die Begründung etwas anders ist:


Wenn der Zusatzbau nicht eingetragen ist, wird der Verkäufer daran kein Sondereigentum haben, welches er Ihnen verkaufen könnte. Baut z.B. der Miteigentümer im Erdgeschoss nur auf Gemeinschaftseigentum etwas an, erwirbt er ohne Eintragungsänderung auch kein Sondereigentum am Anbau.


Es bedarf für Ihre Rechtssicherheit also der Änderung der Grundbuchblätter und der Teilungserklärung, da das (vormals vorhandene) Dach sonst nach wie vor Gemeinschaftseigentum bleibt, egal, ob darauf noch etwas gebaut worden ist oder nicht. Insoweit ging Gemeinschaftseigentum (ehemals vorhandene Dachfläche) verloren. Auch eine "Ersetzung" dieser verlorenen Fläche durch die neu geschaffene Dachfläche (eben ein Stockwerk höher) ändert daran nichts.

Ohne diese Eintragungsänderung verbleibt es bei Ihrer Unsicherheit.

Bedenken Sie, dass vielleicht andere Miteigentümer auch verkaufen/vererben und dann jeder Neueigentümer sich auf die nicht eingetragene Abweichung "stürzen" könnte.

Daher sollte die Änderung eingetragen werden.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 14.04.2015 | 14:18

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Die Antwort war umfangreich und kompetent. Die Lösung des Problems ist daher aber leider - was jedoch zu erwarten war - nicht einfacher geworden. Trotzdem ganz herzlichen Dank!"
Stellungnahme vom Anwalt:
Vielen Dank für die Bewertung und viel Glück bei der Suche nach einer passenden Wohnung. ... MfG RA Thomas Bohle, Oldenburg
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Thomas Bohle »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 14.04.2015
5/5,0

Die Antwort war umfangreich und kompetent. Die Lösung des Problems ist daher aber leider - was jedoch zu erwarten war - nicht einfacher geworden. Trotzdem ganz herzlichen Dank!


ANTWORT VON

(2253)

Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26726
Web: http://www.rechtsanwalt-bohle.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Zivilrecht, Baurecht, Miet und Pachtrecht