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WEG-Recht: Anpassung der Miteigentumsanteile erforderlich bzw. möglich?


19.12.2017 19:19 |
Preis: 52,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Es handelt sich um eine Objekt (Bauj. 1971) mit 49 EIgentumswohnungen, davon eine mit einem Laden-Anteil von über 50%.
In der TE wurde die Fläche des Ladens nur zur Hälfte berechnet, so dass der Miteigentumsanteil mit 41% für den Eigentümer sehr günstig ist. Der Eigentümer hat diese Wohn-/Ladeneinheit nach Erwerb aufwändig in Wohnraum umgebaut, d.h. es gibt keinen Laden mehr.
Abgesehen davon wurde die Wohnung um den früheren Terrassenanteil (halbe Flächengewichtung) in Wohnraum umgewandelt. Die anderen 48 Miteigentümer sind bereit, von einer Rückbauforderung abzusehen und geben sich, was den ehemaligen Terrassenanteil betrifft, mit einer Abschlagszahlung zufrieden.
Wenn man den Miteigentumsanteil der so entstandenen Wohnfläche dieser Einheit (ohne die reduzierte Gewichtung für Laden- bzw. Terrassenfläche) bezogen auf die Gesamtfläche des Sondereigentums berechnet ergibt sich ein Miteigentumsanteil von ca. 57%.
Wie kann erreicht werden, dass der Unterschied von ca. 16% auf alle Miteigentümer aufgeteilt wird? Kann dazu eine Anpassung der TE erzwungenwerden?
Dies spielt eine Rolle, weil größere Reparaturkosten am Gemeinschaftseigentum anstehen. Mit freundlichen Grüßen.
19.12.2017 | 20:06

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,


Teilungserklärung und Aufteilungsplan sind quasi das Herzstück im WEG-Recht, da es die Grundlage der Gemeinschaft darstellt. Die im Grundbuch einzutragene Teilungserklärung ist für die Wohnungseigentümer verbindlich und wirkt auch gegenüber späteren Rechtsnachfolgern.


Änderungen der Teilungserklärung sind zwar jederzeit möglich, bedürfen aber der Zustimmung aller Eigentümer und der grundbuchrechtlichen Eintragung.

Diese Zustimmung kann über § 10 II WEG dann gerichtlich erzwungen werden, wenn die bisherige Beibehaltung der Teilungserklärung (hier die Abweichung) unter Berücksichtigung aller Gesamtumstände als unbillig anzusehen werden - und das dürfte nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung der Fall sein, da die Abänderung der Miteigentumsanteile dann auch zur Verschiebung der Kostenanteile führt.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg


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