Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

WEG - Gemeinschaftseigentum - ausgewähltem Handwerker Kostenvoranschläge

19.08.2010 19:27 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


20:54

Guten Abend,
wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns bei folgendem Sachverhalt aufklären könnten:

Fenster gehören zum Gemeinschaftseigentum der WEG. Die WEG beschließt, den jwlg. Eigentümern die Fenster auf eigene Kosten, nach Absprache mit der Hausverwaltung, den Wechsel zu gestatten. Es werden 2 Farben: A und B (es geht um 2 Häuser - ebenfalls A und B) im WEG-Beschluss festgelegt.
Der Hausverwalter (Eigentümer in Haus A) erklärt sich bereit, Angebote für alle willigen Eigentümer einzuholen, um durch einen Gesamtauftrag Kosten zu sparen. Mündlich wurde abgesprochen, eine Handwerker-Internetplattform zur Angebotseinholung zu nutzen. Nachdem der Verwalter sich für ein Angebot entschieden hatte und seine Entscheidung den Eigentümern nachvollziehbar begründete, wurden von ihm Termine mit dem Handwerker zwecks Ausmessung, Farbvergleich usw. wahrgenommen. Danach wurden von ihm für die jwlg. Wohnungen vom ausgewähltem Handwerker Kostenvoranschläge eingefordert. In den Kostenvoranschlägen wurden für die Fensterfarben Fachbegriffe verwendet. Die Vorschläge wurden von den Eigentümern eingesehen - nur der eigene Kostenvoranschlag, nicht der der anderen Eigentümer - und genehmigt. Der Hausverwalter erteilt Auftrag an Handwerker und sichert den Eigentümern eine Koordination vor Ort zu, da einige Eigentümer Vermieter sind, und aus einer anderen Stadt kommen. Der Betrag lt. Kostenvoranschlag wird von jedem Eigentümer auf ein gemeinsames Treuhandkonto überwiesen.
Nachdem die Fenster eingebaut sind, merkt jmd., dass in der Wohnung im Haus B die Fensterfarbe von Haus A eingebaut wurde. In Haus A ist alles richtig.

Es stellte sich später heraus, dass die Angebote nicht über den vereinbarten Weg (Handwerkerplattform) eingeholt wurden, sondern aus einem "alten" Kontakt entstanden sind. Lt. Verwalter wurden die richtigen Farben vor Ort besprochen, der Handwerker streitet das ab und beruft sich auf die genannte Farbe im Kostenvoranschlag. Außer dem schriftlichen Kostenvoranschlag gibt es keine schriftlichen Angebote/Verträge o.ä., dass war zw. Hausverwalter und Eigentümern ebenfalls anders besprochen.

Nun die Fragen:
- Sind Eigentümer B der WEG gegenüber verpflichtet, die Fenster aufgrund Farbabweichung austauschen zu lassen? Wäre es sonst ein Sachschaden am Gemeinschaftseigentum? Und wäre der Eigentümer dann schadensersatzpflichtig?
- wenn ja, wer hat die zusätzlichen Kosten zu tragen? (Eigentümer Haus B hat nur seinen Kostenvoranschlag eingesehen und hatte keine Möglichkeit festzustellen, dass in allen Kostenvoranschlägen die gleiche Farbe genannt wurde). Außerdem hat B unter dem Fachbegriff die richtige Farbe B vermutet, da Farbe A nur etwas heller als B ist).

Gerne hätten wir eine Fachmeinung aus der Region Dortmund, um ggf. auch gerichtliche Unterstützung zu bekommen. Vielen Dank!

19.08.2010 | 20:10

Antwort

von


(944)
Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in)

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

- Sind Eigentümer B der WEG gegenüber verpflichtet, die Fenster aufgrund Farbabweichung austauschen zu lassen? Wäre es sonst ein Sachschaden am Gemeinschaftseigentum? Und wäre der Eigentümer dann schadensersatzpflichtig?

Nein, die Eigentümer trifft keine Schuld an der Verwechslung. Daher müssen die Eigentümer auch gegenüber der Gemeinschaft sich nicht verpflichtet sehen, die Fenster austauschen zu lassen.

Vielmehr besteht ein Anspruch gegen die Verwaltung, die diesen Fehler zu verantworten hat.

Der Verwalter haftet immer dann, wenn er schuldhaft seine Pflichten verletzt hat. Im vorliegenden Fall hat der Verwalter sich nicht an die Absprachen gehalten und daher seine Pflichten gegenüber der Gemeinschaft verletzt.

Ggf. kann der Verwalter aber einen Anspruch gegen den Handwerker haben, wenn der Fehler bei diesem liegt.

Die Verwaltung kann sich aber direkt bei dem Verwalter schadlos halten.

Da hier der Verwalter nicht den vereinbarten Weg, sondern den über die alten Kontakte gewählt hat, hat er eine Pflichtverletzung begangen.

Für diese hat er auch einzustehen und haftet daher.


- wenn ja, wer hat die zusätzlichen Kosten zu tragen? (Eigentümer Haus B hat nur seinen Kostenvoranschlag eingesehen und hatte keine Möglichkeit festzustellen, dass in allen Kostenvoranschlägen die gleiche Farbe genannt wurde). Außerdem hat B unter dem Fachbegriff die richtige Farbe B vermutet, da Farbe A nur etwas heller als B ist).

Wie gesagt, es trifft nur die Verwaltung eine Schuld an diesem Fehler, sodass allein die Verwaltung – ohne Mehrkosten für die Gemeinschaft – die Farben in B austauschen muss.



Rechtsanwalt Steffan Schwerin

Rückfrage vom Fragesteller 19.08.2010 | 20:48

Guten Abend Herr Schwerin,
vielen Dank für Ihre Antwort,
wie verhält es sich, wenn der Verwalter nun behauptet, er hat als Privatperson gehandelt - aus "gutem Willen"- und nicht als Verwalter? Die Absprachen sind mündlich getroffen worden, jedoch mit Zeugen.

Er hält sich jetzt aus allem Weiteren raus und empfielt eine direkte Problemlösung zw. Eigentümer und Handwerker. Sollen sich die Eigentümer darauf einlassen und weitere Verhandlungen direkt mit dem Handwerker führen? Oder soll erstmal nichts unternommen werden, die Fenster so belassen werden, wie sie im Moment sind, und abwarten, was passiert?

Und diesen Satz verstehen wir leider nicht: "Die Verwaltung kann sich aber direkt bei dem Verwalter schadlos halten"

Danke!



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 19.08.2010 | 20:54

Sehr geehrter Fragesteller,

gern beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Hier liegt ein Fehler meinerseits vor. Der Satz "Die Verwaltung kann sich aber direkt bei dem Verwalter schadlos halten" ist natürlich falsch, es muss heißen: "Die Gemeinschaft kann sich aber direkt bei dem Verwalter schadlos halten".

Der Verwalter hat für die Gemeinschaft gehandelt und kann sich daher nicht herausreden. Er haftet also auch gegenüber der Gemeinschaft, da er einen Fehler gemacht hat. Die von Ihnen erwähnten Zeugen können dann - fals erforderlich - bestätigen, dass der Verwalter für die Gemeinschaft gehandelt hat.

Die Eigentümer sollten sich an den Verwalter wenden. Dieser haftet gegenüber den Eigentümern. Er kann sich dann an die Handwerker halten, da ist aber nicht Aufgabe der Gemeinschaft.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Steffan Schwerin
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(944)

Golmsdorfer Str. 11
07749 Jena
Tel: 036412692037
Web: http://www.jena-rechtsberatung.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Zivilrecht, Miet und Pachtrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Internet und Computerrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 90223 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Eine sehr sehr schnelle (<2h) und ausführliche sowie passende Antwort. Super Service vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Sehr freundlich und hilfreich. Würde ich bei einem nächsten Fall, gern wieder Fragen. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnell und kompetent. Danke ...
FRAGESTELLER