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WAS BEKOMME ICH ?


30.03.2005 17:45 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

ÜBERSICHT: MEINE ELTERN HABEN LETZTES JAHR IM MÄRZ/APRIL UNSER ELTERNHAUS (ZWEIFAMILIENHAUS) UND DAS DAZUGEHÖRIGE GRUNDSTÜCK ( 2500 m2 DARAUF BEFINDEN SICH 2 ERSCHLOSSENE BAUGRUNDSTÜCKE) MEINEM BRUDER ÜBERSCHRIEBEN (SCHENKUNG) ALLERDINGS MUSS ER UNSERER ÄLTESTEN SCHWESTER 500 m2 ÜBERGEBEN.
NUN IST UNSER VATER IM DEZEMBER VERSTORBEN
UNSERE MUTTER LEBT NOCH UND HAT LEBENSLANGES WOHNRECHT.
WIR SIND 4 GESCHWISTER
ÜBERBLICK: MUTTER HAT LEBENSL. WOHNRECHT
BRUDER - HAUS & GRUNDSTÜCK
SCHWESTER 1 - GRUNDSTÜCK
SCHWESTER 2 - WILL NICHTS HAT ABER NICHT NOTR.
VERZICHTET

ES GIBT KEIN TESTAMENT ODER ÄHNLICHES!

NUN MEINE FRAGE: "WAS STEHT MIR ZU?"










30.03.2005 | 19:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

da kein Testament existiert, richtet sich die Höhe Ihres Anteils vorliegend nach der gesetzlichen Erbquote.

Bei der Ermittlung des Erbteils sind hierbei alle potentiellen gesetzlichen Erben zu berücksichtigen.

Im Rahmen gesetzlicher Erbfolge würden daher zunächst alle vier Geschwister als lebende sog. "gesetzliche Erben erster Ordnung" nach § 1924 I BGB zu gleichen Teilen erben.

Daneben steht Ihrer Mutter nach § 1931 I BGB als Ehefrau aber von Gesetzeswegen 1/4 der Erbmasse zu. Sollten Ihre Eltern - wie dies üblich ist -in Zugewinngemeinschaft gelebt haben (insoweit kann ich natürlich nur mutmaßen), erhöht sich der gesetzliche Erbteil Ihrer Mutter sogar auf 1/2 der Erbmasse.

Bei gesetzlicher Erbfolge und Zugewinngemeinschaft würde damit Ihrer Mutter 1/2 der Erbmasse, den vier Kindern (also auch Ihnen selbst) der Rest zu gleichen Teilen, also jeweils 1/8 der Erbmasse zustehen.

Soviel zur Quote.

Natürlich dürfte Sie hinsichtlich der Auseinandersetzung vorliegend interessieren, ob die im letzten Jahr im Wege der Schenkung an die Geschwister übertragenen Werte im Rahmen der Höhe Ihres Anteils eine Rolle spielen.

Insoweit bestimmt zunächst § 2050 III BGB, dass Zuwendungen unter Lebenden bei der späteren Erbauseinandersetzung nur dann zum Ausgleich zu bringen sind, wenn der Erblasser bei der Zuwendung diese Ausgleichung angeordnet hat. Dies dürfte in Ihrem Falle wohl nicht erfolgt sein.(insoweit liegen jedenfalls keine Angaben vor.) Die durch die Geschwister erlangten Vorteile wären nach dieser Vorschrift also nicht anzurechnen.Es bliebe bei der genannten Verteilung, ohne dass eine Anrechnung erfolgt.

Jedoch sind die erfolgten Schenkungen im Rahmen des gesetzlichen Pflichtteils von Relevanz:Dies wäre für Sie dann interessant, wenn die Grundstücke das hauptsächliche Vermögen Ihres Vaters bildeten, daneben kein nennenswertes Vermögen existiert hat.

Der gesetzliche Pflichtteil umfasst die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils. In Ihrem Falle also die Hälfte von 1/8 = 1/16 des Nachlasses.

Die Pflichtteilsberechnung orientiert sich dabei zwar ebenfalls am Zeitwert des Nachlasses im Todesfall. Nach § 2325 BGB kann ein Pflichtteilsberechtigter als Ergänzung seines Pflichtteilsanspruches aber die Hinzurechnung des Wertes der Schenkungen verlangen, die der Erblasser innerhalb eines Zeitraumes von zehn Jahren vor dem Zeitpunkt des Erbfalls einem Dritten gemacht hat.

Diese Regelung soll verhindern, dass der Erblasser zu Lebzeiten durch Schenkungen an Dritte die Pflichtteilsansprüche naher Angehöriger oder seines Ehegatten mindert.

Der Wert der Grundstücke Ihres Vaters wäre hierbei also auf den Wert des Vermögens im Zeitpunkt des Todes anzurechnen. Hieraus würde Ihnen dann 1/16 zustehen.

Ob dies mehr ist, als 1/8 aus dem Nachlass ohneHinzurechnung des Wertes der Grundstücke, vermag ich anhand Ihrer Angaben freilich nicht zu beurteilen.


Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben.

F.Sachse
Rechtsanwalt


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