Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Voyeurismus/Spannen

| 30.08.2016 18:03 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle


Guten Tag,


vor 2 Tagen ist mir am Ende meines Freibad Besuches aus meiner Sicht ein dummes Missverständnis passiert.
Ich suchte eine Umkleidekabine auf und ging hinein um mich Umzuziehen. Nach kurzer Zeit bemerkte ich 2 ca. 1 cm Durchmesser große Löcher in beiden Kabinenwänden. Ich steckte jeweils 1 Taschentuch Stück in die Löcher, da mich vor ein paar Jahren schon mal ein Mann beim Umziehen beobachtet hat. Damals rief ich allerdings keine Polizei sondern Meldete das ganze den Bademeister, der daraufhin den Mann des Schwimmbades verwies. Ich zog mich also um und nach kurzer Zeit betrat jemand die Umkleidekabine neben mir und ich bemerkte außerdem, dass das Taschentuch Stück am Boden liegt. Ich hob es auf und dachte das es jemand von der anderen Seite rausgedrückt hat um mich zu beobachten. Also schaute ich einen kurzen Moment (ca. 3 Sekunden) durch das Loch um sicherzugehen das niemand schaut und steckte daraufhin das Taschentuch wieder rein und zog mich weiter um. Blöderweise bemerkte das die Frau neben mir und schrie "Eh" und holte daraufhin den Bademeister. Ich versuchte zu erklären, dass das ganze ein Missverständnis seih und entschuldigte mich bei der Dame. Diese behauptet aber weiterhin das ich sie bespannt hätte und länger als einen kurzen Moment durch das Loch geschaut hätte. Daraufhin wurde die Polizei durch den Bademeister gerufen und ich wurde wie ein Spanner behandelt. Die Polizei nahm mich mit zur Dienststelle fertigte Fotos und Fingerabdrücke an, was meiner Meinung nach total übertrieben war. Ich machte natürlich auch wenn ich nicht musste eine Aussage und erklärte das ganze genauso den Beamten. Dieser wirkte auf mich auch so als würde er die ganze Geschichte mir als Mann nicht glauben.

Ich möchte nun wissen ob das ganze eine strafrechtliche Konsequenz für mich hat? Wenn ja was im schlimmsten Falle auf mich zukommt auch wenn die Dame eine Zivilklage einleitet? (Ich habe keinerlei Vorstrafen und bin männlich 29 Jahre alt)

Das ganze ist für mich natürlich eine komische Situation da ich noch nie eine Anzeige bekommen habe und in diesem Ausmaß noch nie mit der Polizei zu tun hatte. Außerdem fand ich es in diesem Moment völlig normal nachzuschauen und sicher zu gehen nicht beobachtet zu werden. Ich wurde auch nicht wegen Voyeurismus, sondern wegen einer sexuellen Beleidigung Angezeigt.

Vielen Dank im Voraus für die Beratung.

Sehr geehrter Ratsuchender,

zunächst einmal ist es nicht erheblich, warum Sie angezeigt wurden.

Eine sexuelle Beleidung düfte nach meinem Dafürhalten auch nicht vorliegen.

Eine solche ist nur dann gegeben, wenn man davon ausgehen würde, dass mit dem Beobachten grundsätzlich eine Ehrverletzung gegeben ist. Bei dem reinen Beabachten, dürfte dieses nicht der Fall sein, da ein Täter eine Frau in der Regel zur Befriedigung beobachtet.

Ein andere Straftbestand kommt auch nicht in Betracht.

Das Ergebnis mag zunächst erstaunen, aber es bleibt bei der Beobachtung z.B. in einer Umkleidekabine nur die sexuelle Beleidung und diese dürfte nach meinen obigen Ausführungen nicht vorliegen.

Das Verfahren müsste eingestellt werden.

Aber die Frau könnte Ansprüche wegen Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts geltend machen. Es kann dann, wenn die Frau dieses beweisen könnte, zu einer Verurteilung kommen. Denkbar sind dann Schmerzensgeld- und oder Schadensersatzzahlungen.

Werden Ansprüche geltend gemacht, sollten Sie unbedingt einen Anwalt beauftragen. Das gilt natürlich ebenso, wenn das Verfahren strafrechtlich nicht eingestellt werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 30.08.2016 | 19:08

Erst einmal vielen Dank für Ihre schnelle und aufschlussreiche Antwort.

Wie ich das Verstanden habe, müsste die Frau um Ansprüche zu erheben das ganze Beweisen das eine Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts vorliegt. Würde da der von mir bei der Polizei zugegebene kurzer Blick ausreichen oder würde sich das ganze auf Aussage gegen Aussage belaufen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.08.2016 | 20:32

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie haben es zutreffend verstanden. Die Frau muss die Verletztung ihres Persönlichkeitsrechts nachweisen.

Der kurze Blick wird sicher nicht ausreichen; die Frau müsste dann die von ihr behaupteten längere Zeit beweisen. Es wird voraussichtlich darauf hinauslaufen, dass die Frau dieses wohl nicht beweisen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle, Oldenburg

Bewertung des Fragestellers 30.08.2016 | 19:10

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Verständliche, freundliche und schnelle Antwort "
FRAGESTELLER 30.08.2016 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70557 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gute Beratung und sehr schnell. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alle Fragen zufriedenstellend beantwortet! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Top! Die Antwort mir sehr weitergeholfen! ...
FRAGESTELLER