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Vorzeitiges Ende des Mietvertrags

06.11.2018 13:48 |
Preis: 25,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


13:15
Hallo !

Mein Fall ist mit dem Vermieter leider sehr kompliziert.
Ich hatte fristgemäß per Fax meine Wohnung gekündigt. Diese Kündigung wurde dann zurückgewiesen mit dem Vermerk, dass eine Kündigung per Fax leider nicht möglich ist. (Habe ich nachgelesen und scheint zu stimmen)

Nun habe ich dann erneut gekündigt und der Vermieter hat dann anstatt zum 31.12.2018 aufgrund der Frist meine Kündigung erst zum 31.01.2019 akzeptiert. Er besteht darauf, dass ich nun bis dahin weiterzahle.

Ich habe dem Vermieter geschrieben, dass ich mehrere Nachmieter habe und ihm diese inkl. Unterlagen wie Schufa etc auch vorgeschlagen. Er besteht jedoch auf einer Kündigung erst zum 31.01.2019.
Dh. die Wohnung steht in München dann 2 Monate leer, obwohl er eine neue höhere Miete verlangen könnte.

Es geht dem Vermieter hier ums Prinzip. Ich hatte angeboten die Wohnung Anfang Dezember zurück zu geben und dann kann er machen was er will. Ich zahle bis Ende des Jahres und der neue Mieter bekommt dann einen Vertrag zum 01.01.2019. --> Das lehnt der Vermieter aber ab.
Eine Untervermietung wurde mir auch versagt.

Daraufhin habe ich ihm geschrieben, dass ich gem. § 242 BGB auf eine Beendigung des Mietvertrages zum 31.12.2018 bestehe, da ich am 01.01.2019 meinen ersten Job nach meinem Studium in Hamburg trete und vom Vermieter das Ausscheiden aus dem Vertrag bei Stellung eines Nachmieters verlange. (Eine Kopie des Arbeitsvertrags hatte ich mitgeschickt)

Auf diese Sache hat er nicht explizit geantwortet, sondern nur geschrieben, ich solle mich mit dem Neuvermietungsabteilung auseinander setzen. Er würde dort nicht auf mich zukommen. und besteht weiterhin auf der Kündigungsfrist.

Nun daher meine Frage(n):
- Habe ich eine Chance aus dem Mietvertrag zu kommen ?
- Was passiert wenn ich die Wohnung trotzdem untervermiete ?
- Was passiert wenn ich die Wohnung und die Schlüssel Anfang Dezember abgebe und der Vermieter dann renoviert, muss ich weiterhin die Miete zahlen ?
- Wie schaut es mit Wohnungsbesichtigungen aus ? Ich bin ja mehr als 800km dann entfernt.

Besten Dank
06.11.2018 | 14:37

Antwort

von


(371)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1) Ein Fax ist tatsächlich nicht ausreichend hinsichtlich der Kündigung, da diese Schriftform haben muss. Gem. §126 BGB ist dafür eine eigenhändige Unterschrift (Originalunterschrift) erforderlich. Ein Fax hat beim Empfänger diese Originalunterschrift nicht.

2) Der Vermieter muss grds. einen Nachmieter nicht akzeptieren. Allerdings muss er diesen akzeptieren, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse für eine vorzeitige Beendigung des Mietvertrages hat, hier z.B. der Ortswechsel aufgrund von beruflichen Gründen. Der Vermieter muss den Nachmieter dann akzeptieren, wenn er eine finanzielle Situation wie der aktuelle Mieter vorweisen kann. Er muss ihn nicht akzeptieren, wenn der Nachmieter z.B. einen ungesicherten Aufenthaltsstatus hat oder andere Unsicherheiten in der Person des Nachmieters hinsichtlich des Mietvertrages liegen.
Da Sie ca. 800 km verziehen aufgreund eines Jobwechsels, haben Sie ein berechtigtes Interesse an der Nachmieterstellung und vorzeitigen Entlassung aus dem Mietvertrag. Hierauf sollten Sie den Vermieter hinweisen.

3) Geben SIe die Schlüssel vorzeitig zurück, so müssten Sie mit dem Vermieter regeln, wie weiter mit der Wohnung verfahren wird. Grundsätzlich bleiben Sie bis Ablauf des Mietvertrages Mieter und können dem Vermieter eine vorzeitige Renovierung untersagen. Hält er sich nicht daran, so macht er sich schadenersatzpflichtig.

4) Wohnungsbesichtigungen müssten vorab geklärt werden. Gegebenenfalls muss der Vermieter diese vornehmen. Er hätte hierzu dann eventuell vorzeitig den Schlüssel zu erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Gerne bin ich Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche behilflich.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 19.11.2018 | 12:55

Ich habe nur eine Rückfrage zum 2) Punkt.

Das berechtigte Interesse was ich ja unbestreitbar habe, berechtigt mich dann auch vor Ablauf der 3 Monate aus dem Mietvertrag zu kommen, wenn ich Sie richtig verstehe, da die Gegenpartei sich ja darauf beruft, dass diese erst läuft seitdem sie das mit "echter" Unterschrift haben und nicht per Fax.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 19.11.2018 | 13:15

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten:

Der Vermieter könnte sich in Ihrem Fall möglicherweise darauf berufen, dass der Umzug nicht "plötzlich" aufgrund von anderem Einsatz durch den Arbeitgeber, etc. erfolgt ist, sondern Sie diesen quasi selbst herbeigeführt haben. Haben Sie den Job erst Anfang November erhalten, so könnten Sie hier allerdings auch argumentieren, dass es sich um den ersten Job handelt und Sie diesen kurzfristig antreten müssen.

Versagt der Vermieter die Untervermietung ausdrücklich, so können Sie gemäß § 540 I 2 BGB ausserordentlich (aber in gesetzlicher Frist von 3 Monaten) kündigen. Dies würde in Ihrem FAll bedauerlicherweise keine Lösung des Problems darstellen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, hat der Vermieter Sie ja auch auf die Neuvermietungsabteilung verwiesen. Die Angelegenheit scheint insofern noch nicht ausreichend geklärt.

Von einer gerichtlichne Geltendmachung würde ich zunächst abraten, da nicht geklärt ist, wie kurzfristig der Job kam bzw. ob Sie nicht u.U. auch einfach "zu spät" gekündigt haben.

ANTWORT VON

(371)

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