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Vorzeitige Kündigung des Vertrages im Fitnessstudio

| 23.06.2017 22:36 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Hellmich


Hallo,

Ich habe am 22.01.2017 einen Vertrag im Fintnesstudio abgeschlossen, den man monatlich kündigen konnte. Gem. Vertrag war der Beginn der Mitgliedschaft am 01.05.2017. Am 04.03.2017, also zwei Monate vor dem Vertragsbeginn habe ich den Vertrag gekündigt.

Hier ein Zitat aus den AGB: wenn Mitgliedsverträge, die eine kürzere Laufzeit als 12 Monate haben, nicht vom Mitglied oder Easyfitness.de spätestens 1 Monat vor dem jeweiligen Vertragsende schriftlich gekündigt wird, verlängert sich der Vertrag um die jeweilige Vertragslaufzeit - Ende Zitat.

Gem. Vertrag würden folgende Kosten anfallen: Monatsbeitrag sowie Servicepauschale halbjährlich und einmalig Kartengebühr, die ich bereits beim Vertragsabschluss gezahlt habe.

Mit meiner Kündigung habe ich ebenfalls den Lastschrifteneinzug widerrufen.

Ich habe die Kündigungsbestätigung zum 31.05.2017 bekommen, womit ich nicht einverstanden bin. Es wurden trotz meines Widerrufs für den Lastschrifteneinzug folgende Beträge eingezogen:

- der Monatsbeitrag
- die halbährliche Servicepauschale
- einmalige Kartengebühr, die ich bereits bezahlt habe.

Ich habe der per Lastschrift eingezogenen Summe widersprochen und den Betrag zurück buchen lassen.

Ich bekam eine Mahnung zzgl. weiterer Gebühren und der Inkassoandrohung.

Das hat sich mittlerweile zweimal widerholt.

Ich würde gern wissen, ob es rechtens ist, dass ich überhaupt etwas zahlen muss bzw. ob die halbjährliche Servicepauschale fällig ist, da ich den Vertrag monatlich kündigen kann und ich diesen zwei Monate vor der Vertragsbeginn gekündigt habe. Und warum die Kartengebühr berechnet wird, die ich bereits bezahlt habe.
Ferner würde ich gern wissen, warum trotz meines Widerrufs des Lastschrifteneinzugs zwei Mal von meinem Konto abgebucht wird.

Bitte um eine kurzfristige Antwort, da ich nur 5 Tage ab heute die Frist zur Zahlung habe. Danach wird eine Inkassogesellschaft eingeschaltet.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
Anna Müller

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich basierend auf Ihren Angaben wie folgt beantworten möchte:

Eigentlich müsste man den Vertrag und die AGB genau lesen. Trotzdem werde ich auf Grund der hier gegebenen Informationen versuchen ein Vorgehen zu erarbeiten.

Die AGB sind leider so zu verstehen, dass sie mit Beginn der Mitgliedschaft eingreifen. Hieraus ergibt sich auch, dass sie die Kündigungsbestätigung zum 31.05.2017 bekommen haben. Sie waren demnach ab dem 01.06.2017 von dem Vertrag befreit.

Wenn sie die Kartengebühr für den einen Monat Mai schon bezahlt haben ist wiederum nicht einzusehen warum sie sie noch einmal zahlen sollen. Sie werden wahrscheinlich irgendeinen Beleg oder Kontoauszug haben mit dem sie im Zweifel die Zahlung der Kartengebühr nachweisen können.

Mithin werden sie leider nicht darum herum kommen den Monatsbeitrag und die Servicepauschale halbjährlich zu bezahlen. Bei der Servicepauschale könnte man noch darüber nachdenken, wie sie sich genau zusammensetzt. Generell gilt in Deutschland der Grundsatz "pact sunt servanda" (Verträge sind einzuhalten). Gerichte sind äußerst zögerlich Verträge für nichtig zu erklären. Gerade bei Fintnesstudios gibt es immer wieder Probleme. Sie können trotz des verständlichen Ärgers allerdings noch froh sein, dass es "nur" ein Monat ist. Die meisten Verträge von Fintnesstudios sind länger und es ist schwer da wieder raus zu kommen. Verweigern sie also den Kartenbeitrag und zahlen sie den Rest nur unter Vorbehalt. Lassen sie sich von dem Inkassobüro auch nicht unter Druck setzen. Inkassobüros sind lästig, haben aber keinerlei gerichtlichen Sonderrechte. Wenn man auf den Kartenbeitrag besteht, beauftragen sie einen Anwalt vor Ort, der den Vertrag und insbesondere die AGB (was eigentlich dringend notwendig ist) prüft.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich

Nachfrage vom Fragesteller 23.06.2017 | 23:45

Hallo Herr Hellmich,

Vorerst möchte ich mich für Ihre schnelle Antwort bedanken.

Verstehe ich Sie richtig, dass die Servicepauschale nur für einen Monat und nicht für das halbe Jahr fällig werden dürfte?

Und was ist mit der von mir widerrufenen Lastschrifteneinzug? Man durfte doch nicht mehr von meinem Konto abbuchen? Da ich den zweimal abgebuchten Betrag zweimal zurückbuchen lassen habe, sind jedesmal 10,- Euro dazu berechnet.

D.h. Ich müsste tatsächlich nur noch einen Monatsbeitrag sowie die Servicepauschale - runtergerechnet nur für einen Monat bezahlen?

Danke und schöne Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.06.2017 | 00:10

Vorbehaltlich des Vetrages und der AGB halte ich die Argumentation für die Servicepauschale legitim. Das Fitnesstudio müsste schon genau begründen, warum es die gesamte halbjährige Pauschale für nur einen Monat berechnet.

Bzgl. des Lastschrifteinzugs müsste man genau schauen wie die Einzugsermächtigung gestaltet war. Generell können sie sich auf den Stanpunkt stellen, dass sie mit der Kündigung den Widerruf erklärt haben und ihnen durch das unrechtmäßige abheben ein Schaden entstanden ist. Sie hätten so mehr Verhandlungsspielraum gegenübder dem Inkassobüro. Davon abgesehen könnten sie sich im Zweifel vor Gericht bis zu einer Grenze von 5000 € auch selbst vertreten, so dass sie sich nicht durch Anwaltskosten unter Druck setzen lassen sollten.

Ich hoffe Ihnen weitergeholfen zu haben und bedanke mich für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Mit freundlichen Grüßen
Rechtsanwalt Hellmich

Bewertung des Fragestellers 23.06.2017 | 23:49

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 23.06.2017 5/5,0
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